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Neues Sonderthema

IFAT nimmt "Nachhaltigkeit im Straßenbau" ins Visier

Verantwortlich für das Forum und das Vortragsprogramm ist der VDBUM. Geschäftsführer Dieter Schnittjer (Foto) übernimmt zudem zusammen mit Geschäftsstellenleiter Wolfgang Lübberding die Moderation.

München (rb). – Der Infrastrukturbau hat Hochkonjunktur. Dabei spielen effiziente Prozesse, ressourcenschonende Verfahren und, über allem stehend, natürlich die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Es ist also nur logisch und konsequent, dass sich auch die IFAT als Weltleitmesse für Umwelttechnologien diesem Thema annimmt – in diesem Jahr erstmals mit dem neuen Sonderthema "Nachhaltigkeit im Straßenbau".

Die Macherinnen und Macher der Messe München präsentieren auf der IFAT nachhaltige und digitale Lösungen für die Praxis und zukünftige Entwicklungen für den ressourcenschonenden Umgang mit Rohstoffen. Themen, die auch in der Baubranche seit Langem eine wichtige Rolle spielen und zunehmend an Bedeutung gewinnen. Ein neues Projekt steht auf der diesjährigen IFAT deshalb besonders im Fokus: Unter dem Sonderthema "Nachhaltigkeit im Straßenbau" bietet die Messe in der Halle C5 eine interessante Ausstellung sowie ein hochkarätig besetztes Forum mit 50 Fachreferenten.

Verantwortlich für das Vortragsprogramm zeichnet der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM). Der Verband engagiert sich für dieses Sonderthema mit der Auswahl der Vortragsthemen, Vorbereitung und Absprache mit den Referenten und der Organisation des Forums während der Messetage. "Die Idee und Konzeption dieses Sonderthemas auf der IFAT hat uns begeistert und motiviert, dieses Projekt mit dem sehr engagierten Messeteam umzusetzen", sagt Dieter Schnittjer, Geschäftsführer des VDBUM, der zusammen mit Geschäftsstellenleiter Wolfgang Lübberding die Podiumsgespräche moderieren wird.

Was kommt in Zukunft im Bereich Straßenbau und Straßenunterhalt auf uns zu? Welche Produkte, Maschinen und Softwarelösungen werden uns dabei unterstützen? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum der Sonderschau. Das beginnt schon beim Abbruch und den dabei verwendeten Werkzeugen, sagt Schnittjer: "Durch die Wiederverwertung von Altbeton und Baustahl aus Abbruchobjekten, bestehenden Fahrbahnen oder Brückenkonstruktionen werden die Rohstoffe aus der Natur geschont und der Rohstoffverbrauch minimiert." Die im Abbruch verwendeten Technologien finden sich deshalb ebenso im Ausstellungs- und Vortragsprogramm wie die im Straßenbau eingesetzten Baustoffe und Verfahren.

An einem großen Gemeinschaftsstand werden sich verschiedene Unternehmen und Akteure aus dem Straßenbau präsentieren.

Neben dem Beton steht der Baustoff Asphalt naturgemäß sehr stark im Mittelpunkt. "Ausbauasphalt ist ein Recyclingbaustoff im Straßenbau, der eine wahre Erfolgsgeschichte geschrieben hat", sagt Schnittjer. "Der Wiederverwendungsanteil liegt bundesweit mit ca. 90% sehr hoch." Folgerichtig wird auch dieses Thema ein Schwerpunkt des Vortragsprogramms sein. Dabei soll u. a. gezeigt werden, wie wertvolle Bestandteile im Asphalt bei der Wiederaufbereitung erhalten bleiben. Moderne Technologien gewährleisten, dass Gesteinskörnungen bei der Wiederaufbereitung in Form und Größe kaum verändert werden. Das Bitumen bleibt mit dem Trägerwerkstoff verbunden. Hohe Durchsätze und Leistungsanforderungen trotz Schollenmaterial kennzeichnen die Maschinendaten von Brech- und Siebanlagen.

"Straßenbauprojekte sind immer auch Gemeinschaftsleistungen der Auftraggeber und Auftragnehmer", betont Schnittjer. Die Oberste Baubehörde, Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr ist solch ein Partner auf Seiten der Auftraggeber und wird auf der IFAT ebenfalls über seine Erfahrungen berichten. Mit dem 2005 eingeführten Leitfaden "Anforderungen an die Verwertung von Recycling-Baustoffen in technischen Bauwerken" hat das Bundesland Bayern eine seit Jahren mit der Wirtschaft im Umweltpakt Bayern vereinbarte Vorgehensweise, die sowohl die wirtschaftlichen Belange als auch den Umweltschutz berücksichtigt. Die Bayerische Straßenbauverwaltung trägt nach eigener Aussage durch vielschichtige Aktivitäten dazu bei, dass die Ziele zur Schonung der natürlichen Ressourcen und gleichzeitig der Schutz von Wasser und Boden und damit die umweltverträgliche Nutzung von Recycling-Baustoffen erreicht werden.

"All diese Themen tragen dem Grundgedanken des Kreislaufwirtschaftsgesetztes (KrWG) Rechnung: 'Abfallverwertung statt Abfallbeseitigung'", sagt Schnittjer. "Dessen Umsetzung und die damit verbundenen Herausforderungen, lösen die Bauunternehmen mit ihren Partnern der Hersteller, Händler oder Vermieter. Klassische Prozessabläufe im Abbruch/Rückbau/Recycling sowie bei der Rohstoff-Gewinnung sind selten standardisiert. Daher sind die Einflüsse auf den dafür benötigten Maschineninvestitionsbedarf und deren Auslegung ein sensibles und wirtschaftlich entscheidendes Beratungsthema. Die Aufgabe eines Systemanbieters bei diesen Prozessen spielt daher eine wichtige Rolle." Auch diesem Thema werde daher in München Rechnung getragen.

Natürlich spielt bei all dem auch die Digitalisierung eine entscheidende Rolle. Und das nicht nur als angesagtes Schlagwort, das heute nirgendwo fehlen darf, sondern als wichtiges Instrument, um einen reibungslosen Bauprozess im Tief- und Straßenbau zu gewährleisten. Hier sind die Ansprüche jedoch sehr differenziert und müssen wie auch die Anbaugeräte und das Zubehör entsprechend angepasst werden, weiß Schnittjer: "Ein sehr wichtiger Aspekt für einen prozesssicheren Workflow ist die Dokumentation der Homogenbereiche, der Bodenverdichtung, der Unterhaltung und des geordneten Rückbaus. Hierzu werden von Referenten in den Interviewgesprächen im VDBUM-Forum interessante Lösungsvorschläge für einen erfolgreichen digitalen nachhaltigen Bauprozess aufzeigen. Auch werden die Begriffe 'Digitalisierung & BIM (Building Information Modeling)' als Schlagworte erläutert und differenziert dargestellt."

Im Forum laden Vorträge und Gesprächsrunden mit den insgesamt 50 Fachreferenten zu interessanten Diskussionen.

Häufig unterschätzt oder mit wenig Verständnis in der Öffentlichkeit stehen die Transporte immer wieder im Fokus, erklärt Schnittjer. "Dabei spielt der Transport eine wichtige Rolle für die erzielbare Nutzdauer des Straßenoberbaus. Hierbei ist u.a. die Einbautemperatur des Asphaltmischgutes entscheidend. Für die Hersteller und die dafür erforderlichen Transportfahrzeuge ergeben sich hieraus neue Anforderungen, auf die wir in den Gesprächen näher eingehen werden."

Ein zentrales Thema sind dabei die verschiedenen am Markt erhältlichen Lösungen für das Flottenmanagement. Immer verbunden mit der Frage, welche Methoden wann eingesetzt werden sollten, wie sie dann am effektivsten sind. In den Vorträgen wird u. a. auf mobile Anwendungen, die den Aufwand für Verteilung, Überwachung und Abrechnung von Geräten auf Baustellen deutlich reduzieren, eingegangen.

Ein Wunsch der Baubranche sind in diesem Zusammenhang herstelleroffene Plattformen, weiß Schnittjer: "Die Digitalisierung lebt von der integrativen Vernetzung aller am Prozess Beteiligten. Unterstützende Produkte & Services sind über die ganze Wertschöpfungskette vom Rohstoff über das Mischwerk, den Transport bis zur Baustelle, inklusive der Baumaschinen, auszurichten. Dabei geht es immer um Effizienz-, Qualitätssteigerung und Kostensenkung.

Von der Vermessung, über den Abbruch, die Aufbereitung, Herstellung von Baustoffen, dem Transport und dem Einbau werden von Dienstag bis Donnerstag die verschiedenen Maschinen und Methoden zum Recycling von Straßenbelägen oder hydraulisch gebundenen Tragschichten von vielen Seiten durchleuchtet."

Den Einstieg in die IFAT-Messetage machen am ersten Messetag Hochschulen und Universitäten, die einen Auszug der aktuellen Forschungsarbeiten zur "Nachhaltigkeit im Straßenbau" präsentieren. Präsentiert wird u.a. das Forschungsvorhaben "Robot - Straßenbau 4.0". Das Vorhaben hat zum Ziel, die Sicherheit und Qualität im Straßenbau zu steigern. "Damit fügt es sich nahtlos in den vom BMVI ausgerufenen Stufenplan und die zunehmende Digitalisierung", sagt Schnittjer. Weitere Top-Themen wie BIM und elektrische Antriebe fließen ebenfalls ein. Mit dabei sind auch Mitarbeiter des Kölner Labors für Baumaschinen. Sie beschäftigen sich seit zehn Jahren mit Forschungsprojekten in Kooperation mit Industriepartnern und geben in München einen Überblick über erfolgreich abgeschlossene und in der Durchführung befindliche Projekte aus dem Bereich Straßenbau. Ebenfalls an Bord ist die TU München, die sich u. a. mit dem Thema "Herstellerübergreifendes Flottenmanagement" sowie dem Status Quo der digitalen Baustelle beschäftigen werden.

Der Freitag steht ganz im Zeichen der innovativen und attraktiven Aus- und Weiterbildungsangebote der Baubranche. Als Gesprächspartner zeigen die Leiter der Ausbildungszentren der Bauwirtschaft Bayerns und Baden-Württemberg, des Abbruchverbandes und der Strabag, mit welchen Konzepten die Bindung von Mitarbeitern an die Bauwirtschaft gelingen kann und wie junge Menschen für diese vielschichtige Branche gewonnen werden.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 19/2018.

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