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Neugeschäft

Fertigteilverbindungstechnik ermöglicht leichtes Handling

Betonfertigteile

Fertigteilbodenelemente im Montageprozess.

MAGDEBURG (ABZ). - Gerade in wirtschaftlich harten Zeiten ist es sinnvoll, seine eigene Wertschöpfung zu erweitern. Gut, wenn dies mit geringsten Investitionen möglich ist. Dieser Artikel beschreibt, wie es unter Einsatz von nur zwei bautechnologischen Innovationen aus dem Bereich der Betonfertigteilverbindungs- und Abdichtungstechnik funktionieren kann.

Die belgische Firma Oeterbeton gehört mit ihren Betonfertigteilerzeugnissen zu den großen und etablierten Fertigteilwerken im belgischen und niederländischen Markt. Die sorgfältig hergestellten Fertigteilelemente bilden die Grundlage für verschiedenste Baugewerke, wie z. B. Grundplatten, Garagen, Tunnelwände oder gar größere Poolanlagen.

Das Fertigteilwerk optimiert seinen Output unter Zuhilfenahme von computergesteuerten Qualitätssicherungs- und Effizienzkontrollen, um langfristig und konstant hochqualitative Ergebnisse abliefern zu können. Vor allem im Bereich filigraner Decken und bei der Herstellung von Wandpanelen ist das Unternehmen immer dann gefragt, wenn es am Bau auf die Aspekte Qualität, Verlässlichkeit und Geschwindigkeit ankommt. "Grundsätzlich erfreulich ist, dass die Nachfrage nach hochqualitativen Fertigteilelementen vom konstantem Niveau steigt", konstatiert Ludo Christis, geschäftsführender Gesellschafter von Oeterbeton.

Die eigentliche Herausforderung, so Christis weiter, sind die gesteigerten Erwartungshaltungen der Bauherren und damit der ausführenden Firmen. Immer mehr Fertigteilerzeugnisse sollen – nach Möglichkeit – in immer kürzeren Abständen in immer besserer Qualität und in immer vielfältigeren Formen geliefert werden. Eine Aufgabe, die im klassischen Fertigteilhausbau vor allem durch die vielen arbeitsteiligen Prozesse von der Planung bis hin zur Schlüsselübergabe erschwert wird.

Die Ansprüche an die Gestaltung der direkten Umwelt, etwa Wohnraum und Wohnumfeld sind gesamtgesellschaftlich betrachtet deutlich gestiegen. Auch der Alltag gilt als "beschleunigt". So soll die Umsetzung eines Lebensereignisses, nicht mehr zu einer gefühlten Lebensaufgabe werden, sondern ähnlich zeitnah, wie andere moderne Dienstleistungen erfolgen. Eine Erwartungshaltung, die auch zunehmend Auswirkungen auf die Bau- und Fertigteilindustrie hat. Das darüber hinaus gesteigerte Designbewusstsein der Kunden rückt dabei die Effektivitätsvorteile durch standardisierte Planungen schon heute in weite Ferne. Eine erfolgskritische Frage, welche sich die Bauindustrie inzwischen stellen lassen muss, ist die Frage nach der Realisierbarkeit von vollständig schlüsselfertigen Bauprojekten, in ansprechendem, individuellem Design und individueller Größe – nach Möglichkeit – innerhalb von nur zwei oder drei Wochen Realisierungszeit.

Das Unternehmen Oeterbeton erkannte diesen Trend deutlich aus den eigenen Auftragsbüchern und in den Pflichtenheften der anspruchsvollen Kundschaft. Oeterbeton traf die Entscheidung, zukünftig den gesteigerten Kundenwünschen nicht mehr nur arbeitsteilig, sondern ganzheitlich zu entsprechen, indem das Fertigteilwerk nunmehr Fertigteilhäuser in Eigenregie realisieren wollte. Die schnelle und qualitative Produktion der notwendigen Fertigteilelemente in höchst individueller Formgebung, liegt im ureigenen Kompetenzbereich des Unternehmens mit seinen rund hundert Mitarbeitern und stellte kein Problem dar. Vielmehr waren es folgende Fragen, die sich Oeterbeton vor Zielerreichung und vor einer entscheidenden Erweiterung der eigenen Wertschöpfung zu beantworten hatte:


  • Welche zugelassenen Montage- und Ankersysteme gibt es am Markt und welche eignen sich zur Errichtung von Fertigteilhäusern entlang der ehrgeizigen Zeit- und Qualitätsvorgaben?
  • Welche Abdichtungs- und Versiegelungslösungen unterstützen einen zügigen Montageprozess und sind nachhaltig dicht?
  • Welcher Zulieferer leistet eine unabhängige und fachlich fundierte Beratung?

Die letzte Frage konnte durch Ludo Christis persönlich schnell beantwortet werden. Seine marktspezifischen Eindrücke und die Absicht, zukünftig Häuser höchst effizient in Eigenregie zu produzieren, schilderte er den Mitarbeitern seines langjährigen Zulieferpartners Vilton BV aus den Niederlanden. Eine Grundlegend richtige Entscheidung, wie sich später herausstellte. Die Vilton BV ist erfahrener Partner sowohl der Bau- als eben auch der Fertigteilindustrie, was dazu führte, dass die Erfahrungswerte von tausenden belieferten Baustellen, mit innovativer Verbindungs- und Abdichtungstechnik, punktgenau in das Marktvorhaben von Oeterbeton einfließen konnten. Schließlich präsentierte die Vilton BV, welche Produkte in ihrem Sortiment geeignet wären, das Vorhaben von Oeterbeton umzusetzen. Vilton empfahl als Verbindungslösung das in Deutschland von der Firma B. T. innovation entwickelte und bauaufsichtlich zugelassene BT-Spannschloss nebst der bautechnologisch kompatiblen Abdichtungslösung RubberElast – einem komprimierbaren Abdichtungsband zum effizienten Abdichten von Fertigteilbetonstößen auf der Baustelle.

Die Ingenieure der B. T. innovation GmbH in Magdeburg haben ähnlich wie Oeterbeton den Trend zu noch schnelleren Realisierungszeiten früh vorausgesehen. In enger fachlicher Zusammenarbeit mit vielen Bauunternehmen entstand eine Fertigteilverbindungstechnik, die ein leichtes Handling ohne Sonderzubehör ermöglicht und durch die mechanische Verspannung der Betonelemente, die Zeiteffizienz maximiert. Das Spannschloss System schafft eine "trockene" – mechanische Verbindung, was Aushärtezeiten komplett eliminiert. Einmal verbaut, ist das BT-Spannschloss sofort mit Zug- und Querkräften belastbar. In Verbindung mit der kompatiblen Abdichtungstechnik RubberElast, ist die Betonverbindung bereits innerhalb eines Arbeitsganges absolut luft- und wasserdicht.

Dies wirkt sich vorteilhaft auf alle weiteren Arbeiten aus. So kann direkt mit Anschlussgewerken und ohne Zeitverzug begonnen werden. Auch mögliche Witterungsschwankungen verlängern die Montagezeiten nicht, weil die mechanische Verbindung unabhängig von Temperaturen und Luftfeuchtigkeitsgraden ist.

Die von Vilton vorgeschlagenen Produktlösungen gründeten zwar auf langjährigen Erfahrungswerten, doch ließ sich eine gewisse Restskepsis auf Seiten Oeterbetons nicht vollständig ausräumen. "Natürlich klang die Vorstellung des BT-Spannschloss Systems für unseren Anwendungszweck wie eine Universallösung. Irgendwie erschien alles aber auch fast zu einfach. Wir wollten uns durch einen Testhausbau selbst überzeugen, um spätere Überraschungen bei Kundenaufträgen auszuschließen", hält Oeterbeton Chef Christis rückblickend fest.

Gleich nach den ersten Meetings mit den Kundenberatern von Vilton begannen die Vorbereitungen für den ersten kompletten Fertigteilhausaufbau. Bereits im Rahmen der technischen Planungen, konnten die ersten Vorbehalte gegenüber dem Spannschlosssystem ausgeräumt werden. Die Integration in die Software und in die Schalungsprozesse im Fertigteilwerk verlief ohne großen Aufwand.

In der Summe dauerten die vorbereitenden Planungen zur Errichtung des ersten Hauses ca. drei Monate. Oeterbeton arbeitete in dieser Zeit vor allem auch an der ökonomischen Optimierung des Vorhabens. So konnte schon während der Planung mit dem neuen System die Fertigungs- und letztlich auch die Montagezeit signifikant verkürzt werden. In diesem Zusammenhang verringerte sich ebenfalls die Höhe der notwendigen finanziellen Mittel zur Realisierung des Vorhabens.

"Ein traditionelles Haus baut man in der Regel in etwas unter einem Jahr. Jetzt, in der von uns optimierten Version, braucht es nur ca. eine Woche, bis die Fundamente fertig gestellt sind. In der Woche darauf, ist das komplette Haus bereits montiert und das inklusive aller wasser- und luftdichten Isolierungen vom Dach bis zu den Fensterelementen. Wir selbst waren von diesem Ergebnis überrascht", sagt Christis.

Der Vergleich zwischen der Realisierung mit herkömmlichen Baumethoden und Oeterbetons neuer Art zu bauen, stehen schon im Planungsstatus sowohl zeit- als auch kostenökonomisch in keinem Verhältnis mehr. Mit Hilfe der BT-Spannschloss -Technologie ist es möglich, die erforderlichen Betonfertigteilgewerke innerhalb von drei bis vier Tagen zu realisieren.

Nachdem der erste "Testbau" Oeterbeton von der Serienreife des BT-Spannschlosses und der Abdichtungslösungen überzeugte, überführten sie den Probelauf in ein konkretes Angebot. Innerhalb nur eines Jahres konnten bereits 20 Häuser des abgebildeten Typs erfolgreich veräußert werden, ohne dabei an Kapazitätsgrenzen des Werks gestoßen zu sein.

Der hauseigene Vertrieb arbeitet bereits daran, den Absatz weiter zu skalieren. Durchschnittlich sind die nach Kundenwünschen geplanten Häuser zwischen 400 m² und 800 m² groß und verfügen über zwei Etagen. In Ausnahmenfällen sind auch drei Etagen problemlos möglich.

Je nach Größe, werden durchschnittlich zwölf–20 Wandelemente verarbeitet sowie zehn–15 Bodenelemente. Ebenfalls als Richtwert zu betrachten, ist die Anzahl der verwendeten BT-Spannschlösser. Zur Montage eines solchen Hauses werden durchschnittlich etwa 50 Spannschlösser benötigt. Um das Gewerk luft- und wasserdicht zu versiegeln, wurde ausschließlich das Dichtband RubberElast verwendet. Je individueller und verwinkelter die Formgebung des Hauses ist, desto deutlicher können diese Angaben schwanken. Bezogen auf die durchgeführten Projekte, sind die Zahlen jedoch eine valide Kenngröße.

Die Wände der Häuser sind als Sandwichkonstruktion angelegt, dessen Außenseiten komplett fertig gestellt sind. Durch eine intelligente Platzierung der Fugennaht, wird diese von der Außen Ansicht verborgen, was den Fertigteilcharakter des Bauwerks versteckt und dem Gewerk ein traditionelles Aussehen verleiht. Die verwendeten Qualitätsabdichtungen der BT-Elast Produktreihe, machen eine abschließende Verzierung der Außenwände mit Stuck oder klassischem Klinker möglich.

Ebenfalls werden mit dieser Konstruktionsmethode die gesetzlich geforderten Ansprüche im Bereich der Energieeffizienz der meisten Länder in Europa erreicht. Mit Blick auf die Anforderungen des modernen Eigenheimbaus und in Bezug auf zukünftige Gebäudestandards, wird dieser Aspekt gerade im Bereich des Fertigteilbaus zunehmend wichtiger.

Nach Fertigstellung des Fertigteil-Rohbaus kann der Eigner bereits mit dem Innenausbau seines neuen Heimes beginnen. In der Regel ist das komplette Haus als Rohbau innerhalb einer Woche wind- und wasserdicht fertiggestellt. Bereits nach zwei oder drei Wochen – je nach Grad der Fertigstellung des Innenausbaus – kann das Haus schlüsselfertig übergeben werden.

Die größten Vorteile sind hier die extrem kurze Bauzeit und die geringen Kosten während der Bauphase. Das von B. T. innovation entwickelte System ermöglicht es, den Kunden sowie Architekten und Planern, Häuser mit einem traditionellen Erscheinungsbild zu realisieren, ohne dabei auf die für Fertigteilhäuser üblichen Fix- und Mustergrößen limitiert zu sein. Das Verbindungssystem liefert größtmögliche Gestaltungsfreiheiten. Im Rahmen der gemeinsamen Möglichkeiten von Vilton BV, B. T. innovation und dem Erfahrungsschatz der Oeterbeton NV, können Fertigteillösungen für jede Art von Eigenheim oder Objekt realisiert werden. Und dies ganz nach den Wünschen der modernen Kundschaft und den Anforderungen an Nachhaltigkeit des Gesetzgebers.

Sowohl Ludo Christis als auch seine Mitarbeiter ziehen ein positives Fazit über die Einbindung des Spannschlosses in die tägliche Arbeit. "Wir sind mehr als glücklich darüber, der Empfehlung von Vilton gefolgt zu sein", resümiert Christis. Dass das BT-Spannschloss® Verbindungssystem mehr ist als ein Stück "funktionales Metall", darüber sind sich alle Beteiligten einig. Das System verhalf Oeterbeton, die sonst vielfältigen Schnittstellen zwischen Planung und Realisierung auf ein Minimum zu reduzieren, ohne dabei ein großes Investment in Entwicklung und Forschung zu tätigen. So konnte höchst effizient ein attraktives Angebot in Form eines Fertigteilhauses im Markt platziert werden. Die Effizienz der Umsetzung überträgt sich dabei direkt auf den Kunden. Denn: Die eingesparte Zeit durch verkürzte Prozesse und extrem gestraffte Montagezeiten, kostet den Bauherren letztlich auch kein Geld, was auch seine Finanzierungszeit und seinen Finanzierungsaufrwand deutlich minimiert. Ein Umstand, der gerade im Bereich des privaten Heimbaus vielen Bauherren sehr entgegen kommt.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 28/2015.

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