Anzeige

Neuheit für die Pflasterbauweise

Synthese-Kautschuk eignet sich als Fugenmaterial

Lupenrein: Gemäß der DIN 18318 ergeben sich bei dem Steinsystem Combiconnect stets normgerechte Fugenbreiten von 4 mm.

Haßloch (ABZ). – Seit Jahren kämpft die Gemeinde Haßloch in der Pfalz gegen ein Problem: An zahlreichen innerstädtischen gepflasterten Kreuzungsbereichen lösen sich aufgrund unsachgemäßer Verlegung ohne den DIN-gemäßen Fugenabstand immer wieder Steine aus der Fläche. Die Folge sind massive Schäden an den Pflasterflächen, die oft sehr aufwendig saniert werden müssen. Für die Kreuzung Kirchgasse/Ecke Rathausplatz haben die verantwortlichen Stadtplaner jetzt eine gute Lösung gefunden. In einem Pilotprojekt gemeinsam mit dem Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim wurden hier Pflastersteine eingebaut, die über einen werkseitig fixierten Fugenfüllstoff aus dem Material EPDM verfügen und somit systembedingt stets eine normgerechte Fuge garantieren. Schäden, die auf eine mangelhafte Fugenausprägung zurückzuführen sind, sollen damit auch auf lange Sicht vermieden werden.

Die letzte grundlegende Sanierung der Haßlocher Ortsmitte erfolgte im Jahre 1998. Elmar Walter aus dem Tiefbauamt der Gemeinde Haßloch beschreibt die Maßnahme: "Auf einer Einkornbeton-Tragschicht wurden damals Pflastersteine in einem Splitt/Sandbett verlegt. Aufgrund einer schlechten Fugenausprägung hat sich diese Bauweise aber leider nicht bewährt. Bereits wenige Jahre später mussten wir die Kreuzungsbereiche sanieren. Um auf Nummer sicher zu gehen, haben wir dann die Steine auf einer Drainbetonschicht in einem Mörtelbett und einer mit Spezialmörtel vermörtelten Fuge verlegt. Dieser gebundene Aufbau hat aber auch wieder nur drei bis vier Jahre gehalten. Besonders problematisch zeigte sich bei dieser Bauweise, dass man die Fugen nicht nachverfüllen konnte und der alte Fugenmörtel an den Steinen anhaftete, sodass sie nicht mehr verwendet werden konnten. Eine Sanierung mit den vorhandenen Steinen war demzufolge nicht möglich, sondern es war erforderlich, den Straßenoberbau bis auf die ungebundenen Tragschichten abzutragen und neu aufzubauen", so Walter. Aus diesem Grund suchte der Planer nach einer anderen Lösung für derartige innerstädtische gepflasterte Kreuzungsbereiche. Aufmerksam wurde er auf ein völlig neues Produkt von dem Pflasterhersteller Beton Pfenning aus Lampertheim. Dieser hat ein Pflastersteinsystem entwickelt, dass weder mit Sand noch mit Splitt verfugt wird, sondern stattdessen die Fugen mit EPDM ausbildet. Hendrik Jäger, Verkaufsleiter im Hause Pfenning beschreibt die Produktentwicklung: "Schon seit längerer Zeit haben wir nach Alternativen gesucht, die die Verlegung vereinfachen und die stets eine optimal ausgeprägte Fuge garantieren. Die Frage war, ob es unbedingt immer Sand oder Splitt sein muss, mit dem die Fuge verfüllt wird? Nach über zehnjähriger Forschungstätigkeit sind wir dann auf einen Werkstoff aufmerksam geworden, der bereits seit Jahren erfolgreich im Fassaden- und Automobilbau zum Einsatz kommt. Die Zauberformel lautet EPDM. In Belastungstests haben wir herausgefunden, dass sich dieser Synthesekautschuk (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk) auch sehr gut als Fugenmaterial eignet. Auf dieser Erkenntnis basierend, haben wir unser Betonsteinsystem Combiconnect entwickelt, bei dem die Steine mit einem werkseitig fixiertem, steinumfassendem EPDM Profil ausgestattet sind.

EPDM ist ein dynamisches Material und damit hervorragend geeignet für einen max. Lastabtrag. Gemäß der DIN 18318 ergeben sich stets normgerechte Fugenbreiten von 4 mm", so Jäger.

Elmar Walter ergänzt: "Anders als bei konventioneller Fugenfüllung stabilisiert sich die Fuge nicht erst nach Jahren, sondern sofort nach dem Einbau. Der Einsatz von Kehr-Saugmaschinen ist dabei völlig unbedenklich. Das Material zeichnet sich durch hohe Verschleißfestigkeit aus, denn es ist absolut Frost- und Tausalzresistent sowie temperaturbeständig zwischen –50 und +145 °C.

Mit diesen Eigenschaften qualifiziert sich dieses Steinsystem in besonderer Weise für die Belastungsklasse BK 3,2, denn zwei wichtige Voraussetzungen an die Belastungsfähigkeit sind erfüllt: Die Fugen bleiben beim System Combiconnect dauerhaft gemäß den Anforderungen gefüllt und die Steindicke beträgt 10 cm. Damit war dieses Steinsystem optimal geeignet für die Sanierung unserer Kreuzung in der Nähe des Haßlocher Rathausplatzes, denn Schäden durch ausgetragenes Fugenmaterial z. B. durch Straßenreinigung, Starkregenereignisse und den Busverkehr gehören bei diesem absolut wartungsfreien System der Vergangenheit an." Da bei der Verlegung von Combiconnect jeglicher Aufwand für die Fugenfüllung entfällt, fallen auch die Verlegekosten und die Verlegefolgekosten geringer aus. Nach Aussage des Herstellers ist das Fugenmaterial EPDM ökologisch unbedenklich und zudem sehr gut recycelbar.

Auch gestalterisch ist der Planer zufrieden: "Wir haben das Pflastersystem Combiconnect im Format 30 x 18 x 10 cm im Ellenbogenverband mit einer gestrahlten Oberfläche im Farbton grau eingebaut. So betont der Verband optisch den Kreuzungsbereich und trägt ebenso zu einer guten Stabilität der Fläche bei." Im Juli 2017 wurde das Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen und die Fläche für den Verkehr freigegeben. Schäden sind bisher keine zu erkennen. Elmar Walter bemerkt dazu abschließend: "Obwohl es sich hier um einen Einmündungsbereich mit einer leichten S-Kurve handelt und auch die Fläche im Randbereich mit Natursteinrinnen eingefasst ist, befindet sich die Fläche nach wie vor in einem tadellosen Zustand."

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=187++229&no_cache=1

Unbegrenzter Zugriff auf alle Online-Inhalte:

Lernen Sie ABZPLUS kennen

Als PLUS Abonnent genießen Sie unbegrenzten Zugriff auf das Online-Portal der Allgemeine Bauzeitung ABZ mit allen Artikeln der Print- und Onlineversion!

Optimiert für Desktop-PCs und als Mobilversion.

Jetzt mehr erfahren

ABZ ePaper
Anzeige

Weitere Artikel