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Neun Jahre Verspätung

Baubehörde genehmigt BER-Start

Der geplanten Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER im Oktober 2020 steht nach Betreiberangaben nichts mehr im Wege.

Schönefeld (dpa). - Die scheinbar unendliche Geschichte über den Bau des neuen Hauptstadtflughafens BER könnte doch noch zum Abschluss kommen. In dieser Woche hat die zuständige Baubehörde das Hauptterminal zur Nutzung freigeben. Damit rückt die Eröffnung ein großes Stück näher. Sie ist aktuell für den 31. Oktober geplant - mit dann neun Jahren Verspätung.

„Ich möchte allen danken, die den BER nicht aufgegeben haben“, sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup. Er will einen Schlussstrich ziehen unter Jahre, die von steigenden Kosten und sechs geplatzten Eröffnungsterminen geprägt waren. Mit hohem persönlichen Engagement und großem Beharrungsvermögen sei das Terminal Stück für Stück zu einem sicheren Gebäude gemacht worden, hob Lütke Daldrup hervor.

Die zahlreichen Planungsfehler, Baumängel und Technikproblemen in dem Neubau in Schönefeld am südöstlichen Berliner Stadtrand hatten immer wieder für Aufsehen gesorgt: zu kurze Rolltreppen, Licht, das nicht ausging, Raum-Chaos wegen falscher Nummerierung - das waren einige Meldungen. Die größten Probleme machte jedoch der Brandschutz. Jahrelang wurde umgebaut und ein Kabelsalat entflochten. Erst vergangene Woche stellte der Tüv dafür die letzten Prüfbescheinigungen aus.

Die Nachweise für eine betriebssichere Nutzung lägen vor, sagte die Bauordnungsbeigeordnete des Landkreises Dahme-Spreewald. Sie freue sich sehr, dass die Großbaustelle endlich zu einem Abschluss gebracht werde. Einer Nutzung stehe bauordnungsseitig nichts mehr im Wege. Notwendig sind nun noch Genehmigungen der Luftfahrtbehörde. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sprach von einer hervorragenden Nachricht.

Im Terminal bereitet die Flughafengesellschaft nun den Probebetrieb vor. Parallel sollen Restbauarbeiten laufen. Im Juni und Juli sollen Freiwillige die Abläufe im Terminal testen: Von der Ankunft über den Check-in bis zum Gate - dort ist Schluss. Denn geflogen wird erst am 31. Oktober. Am 8. November soll nach dem Plan der Innenstadtflughafen Tegel schließen.

Wegen der Corona-Krise kann es jedoch sein, dass Tegel schon vorher vorübergehend vom Netz geht - um die wenigen Flüge, die es noch gibt, in Schönefeld zu konzentrieren und so Kosten zu sparen.

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