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Nike-Architekturpreis für Neubau der Bremer Landesbank

Deppe Backstein-Keramik lieferte Sondersortierungsmix aus 65 Backsteinen

Der Neubau der Bremer Landesbank befindet sich an hochsensibler Stelle in unmittelbarer Nachbarschaft zum Bremer Rathaus, einem Weltkulturerbe.

Bremen (ABZ). - Große Anerkennung für Backstein-Architektur: Die Bremer Landesbank von Caruso St John Architects aus London ist mit dem bundesweiten BDA-Architekturpreis Nike 2019 in der Kategorie „Fügung“ ausgezeichnet worden. Zum fünften Mal wurde der alle drei Jahre verliehene Preis in Halle (Saale) an acht vorbildhafte Beiträge zu Architektur und Städtebau verliehen. Die dunkle Ziegelfassade mit vielfältigen Wölbungen, Linien, Säulen und Simsen setzt sich aus 65 verschiedenen Formsteinen zusammen. Der maßgeschneiderte Sondersortierungsmix wurde von Deppe Backstein-Keramik aus Uelsen eigens für den Neubau entwickelt und produziert. Die 2016 fertiggestellte Landesbank ordne sich „selbstbewusst, nobel und mit hanseatischem Understatement in den Domshof nahe des UNESCO-Weltkulturerbes des mittelalterlichen Rathauses von Bremen ein“, begründete die Jury ihr Votum. Auch die Ziegelfassade wurde hervorgehoben: „An der Fassade sind dunkle und harte Klinker pfeilerförmig und in ornamentalen Friesen angeordnet, die dem Gebäude eine dicke, gemauerte Haut verleihen.“ Insgesamt sei die Bremer Landesbank „eine gelungen, zeitgemäße Interpretation hiesiger Bautypen“, lautete das Fazit der Jury. Der Bau sorge „für ein „Weiterschreiben des Ortes“, ohne sich darauf zu beschränken, typisch hanseatisch etikettierte Versatzstücke wie den Backstein oder das Schema des „Bremer Hauses“ lediglich zu zitieren.“

Die dunkelbraunen, in ihrer Farbigkeit variierenden Klinker von Deppe Backstein kommen ohne den Einsatz einer zusätzlichen Engobe aus. Mit ihrer Robustheit und durch die geringe Wasseraufnahme sind die hart gebrannten Vollsteine perfekt auf das hanseatische Klima abgestimmt. Ein Großteil dieser Steine konnte maschinell hergestellt werden, wodurch sich die Produktionszeit verringerte. Möglich machte dies die individuell auf die Bedürfnisse des Unternehmens angepasste und eigens weiterentwickelte Wasserstrichpresse von Deppe Backstein. Sie bietet ein hohes Maß an Flexibilität. Anders als standardisierte, handelsübliche Pressen ist sie in der Lage, 16 unterschiedliche Formsteine gleichzeitig zu pressen.

Die Tiefe und Dreidimensionalität, die aus dem Fassadenrelief hervorgehen, erzeugen ein Spiel aus Licht und Schatten und tragen eine große Lebendigkeit nach außen.

Pfeilerförmig und in ornamentalen Friesen angeordnet, erscheint die dicke gemauerte Haut aus Wasserstrichsteinen wellenartig und ist geprägt durch den senkrechten gotischen Charakter. Einzelne Steine in ihrer Form so zu gestalten, dass sie in ihrer Gesamtheit eine gleichmäßige Wellenform ergeben, bedeutete handwerkliche Perfektion, so dass die Steine, die zur Entstehung der wellenartigen Form beitragen, eingekürzt und die Winkel abgeschnitten wurden. Die Abdecksteine für die oberen Geschosse konnten aufgrund ihrer Größe nicht über die Wasserstrichpresse gepresst werden, so dass diese von Hand bearbeitet wurden bis die gewünschte Wasserstrich-Optik erzielt war. Die Weiterentwicklung und Anpassung der vielzähligen Formsteine erfolgte stets in enger Abstimmung mit dem Architekten bis schließlich ein spannungsreiches Fassaderelief entstanden ist. Die Tiefe und Dreidimensionalität, die aus diesem hervorgehen, erzeugen ein Spiel aus Licht und Schatten und tragen schließlich eine große Lebendigkeit nach außen. „Genau dieses Ergebnis war unser Antrieb“, so Dirk Deppe, der den Entwicklungs- und Produktionsprozess im Nachhinein als außergewöhnliche Erfahrung wahrnimmt, an der alle Beteiligten gewachsen seien. Dazu zählen auch die Maurer, die maßgeblich dazu beigetragen haben, die vielfältige Oberfläche in ihre Form zu bringen. Fortwährend musste überprüft werden, welcher Stein wo gesetzt wird. Neben seiner Fassade präsentiert sich das neue Bankgebäude auch durch die Organisation der inneren Strukturen. Es umschließt einen Innenhof von 36 m Länge und 17 m Breite, der für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Das Innere des Gebäudes ist flexibel gestaltet und erlaubt auf einer Bruttogeschossfläche von 24.000 m2 eine größtmögliche Anzahl von Büros pro Etage. Das Besondere: Jedes Büro erhielt ein hof- oder fassadenseitiges Fenster. Dadurch, dass der neue Hauptsitz der Bremer Landesbank sieben Meter weiter entfernt vom Rathaus errichtet wurde als der alte, ist eine Flucht entstanden, mit der sich die Bremer Altstadt an dieser Stelle neu in Szene setzt.

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