NordBau 2017

"Mehrwert soll für jeden erkennbar werden"

Von Robert Bachmann

Freuen sich auf eine spannende Messe mit einem interessanten Themenmix (v. l.): Messechef Dirk Iwersen und Messeleiter Wolfgerd Jansch.

Neumünster . – In Kürze öffnen sich einmal mehr die Tore zur NordBau in Neumünster. Im Vorfeld des beliebten Branchentreffs sprach ABZ-Chefredakteur Robert Bachmann mit Messechef Dirk Iwersen und Messeleiter Wolfgerd Jansch über die diesjährigen Themen-Schwerpunkte und Veranstaltungshighlights. 62 Jahre alt und doch kein bisschen müde: Wenn die Baufachwelt Mitte September einmal mehr auf das Messegelände Holstenhallen Neumünster einkehrt, dann spielt Tradition dabei sicher eine gewichtige Rolle. An erster Stelle steht jedoch der nutzbringende Austausch über das aktuelle Baugeschehen und Neuentwicklungen aus der Industrie. Mit dem Ohr dicht an der Branche stellt das Team um Messechef Dirk Iwersen und Messeleiter Wolfgerd Jansch hierfür Jahr für Jahr ein hoch relevantes Messeprogramm zusammen, das allen am Bau Beteiligten einen echten Mehrwert bieten soll. Mit den Schwerpunkten "Digitalisierung" und "Grün in der Stadt" könnte der Themenmix auch 2017 kaum aktueller sein.

"Bau digital"

"Die Digitalisierung gehört sicherlich zu den schwierigsten Themenkomplexen, denen wir uns bislang angenommen haben", erklärte Messeleiter Wolfgerd Jansch im Gespräch mit der ABZ. Hinter dem aktuell viel diskutiertem Schlagwort stehe eine unheimlich komplexe Entwicklung, die momentan in allen Bereichen des Bauens um sich greife, die oft jedoch noch sehr diffus daher komme und für viele daher schwer zugänglich sei. Mit ihrer diesjährigen Sonderschau "Bau digital" wollen Iwersen und Jansch den Mehrwert der Digitalisierung für alle am Bau Beteiligten erlebbar machen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit, sondern "Aha-Effekte" erzeugen, so Jansch: "Wir werden dieses so umfassende Thema nicht mit einer Sonderschau zu allen Produkten der Digitalisierung abdecken können. Das ist aber auch nicht unser Anspruch. Unser Ziel besteht vielmehr darin, punktuell Zugangsmöglichkeiten aufzuzeigen und damit auch den Handwerkern am Bau die Vorteile der Digitalisierung näher zu bringen."

Im Zentrum steht natürlich das Thema Building Information Modeling (BIM). An verschiedenen Praxisbeispielen sollen die Vorteile der digitalen Bau- und Bauprozessplanung hinsichtlich Zeit- und Kosteneinsparung für den Anwender demonstriert werden. Mittels entsprechender Technik an den ständen sollen die Besucher darüber hinaus direkt in die virtuellen Welten der 3-D- und 360-°-Visualisierung abtauchen können. Aber auch abseits der 3-D-Modelle sollen auf der NordBau die mannigfaltigen Potenziale der Digitalisierung, etwa im Bereich moderner Baumaschinentechnik, aufgezeigt werden. "Im Rahmen der Sonderschau sind über die Architekten und Ingenieure hinaus noch mehr Beteiligte am Bau angesprochen", so Jansch. Von der Digitalisierung seien alle betroffen – von den Bauleitern und Polieren über das Handwerk bis hin zum Facility Manager.

Um all diese Facetten abbilden zu können, stehen an den vier Messetagen verschiedene Ansprechpartner zur Verfügung, die in ihrem jeweiligen Bereich Rede und Antwort stehen. Als Partner hat sich die NordBau u. a. den BIM-Pionier Prof. Hans-Georg Oltmanns, den Software-Hersteller Nemetschek sowie den Baumaschinenhändler Zeppelin mit ins Boot geholt.

Darüber hinaus richten sich verschiedene Bauverbände wie der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und der Bund Deutscher Baumeister (BDB) mit zielgerichteten Informationen an ihre jeweiligen Adressatenkreise. Auch kontroverse Fragen sollen dabei diskutiert werden – allem voran zu den komplexen rechtlichen Dimensionen der Digitalisierung am Bau. Diesem Thema werden sich der Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e. V. und Bauindustrieverband Hamburg Schleswig-Holstein annehmen. Dabei soll es vor allem um neue Kompetenzen und Arbeitsfelder gehen, die im Zuge der Digitalisierung in den Bauunternehmen benötigt werden.

"Grün in der Stadt"

Der zweite große Schwerpunkt auf der diesjährigen NordBau ist die Begrünung der Innenstädte. Angestoßen wurde das Thema von Seiten des Fachverbandes Garten- Landschafts- und Sportplatzbau Schleswig-Holstein, allen voran durch den Geschäftsführer Achim Meierwert, wie Jansch erklärte: "Wir haben das Thema gerne aufgegriffen und unsererseits die Auftraggeber angesprochen, um diese gleich mit an den Tisch zu holen." Im Ergebnis sei die Sonderschau "Grün in der Stadt" zu einem Gemeinschaftsprojekt des Fachverbandes, des Verbandes der Norddeutschen Wohnungsunternehmen, Haus & Grund Schleswig-Holstein, dem Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag sowie dem Bund Deutscher Landschaftsarchitekten Schleswig-Holstein geworden. "Ziel der Sonderschau ist es, die Potenziale innerstädtischen Grüns für Wertsteigerungen bei Immobilien sowie die Mehrwerte für Städte und Gemeinden aufzuzeigen."

Die Aspekte, die unter diesem Thema zusammenkommen, seien äußerst vielseitig, erklärte Jansch. "Neben der reinen Ästhetik einer Grünflächengestaltung gehe es auch um Gesundheit und den Umgang mit den Auswirkungen des Klimawandels.

Im Dialog habe sich gezeigt, dass die verschiedenen Interessen gut miteinander vereinbar sind. Jansch: "Für die Auftraggeber ist v. a. die Innenhofgestaltung relevant. Immer mehr Menschen zieht es in die Stadt. Auch dort wollen sie auf Natur jedoch nicht verzichten. Begrünte Innenhöfe steigern die Attraktivität und den Wert innerstädtischer Immobilien daher immens. Entsiegelte Grünflächen in der Stadt, das Pflanzen von Klimabäumen sowie Dach- und Fassadenbegrünungen tragen jedoch auch zu einem gesunden Stadtklima, der Reduzierung von CO2 sowie einem besseren Regenwassermanagement bei."

Um auch dieses Thema im wahrsten Sinne des Wortes greifbar zu machen, wird in Halle 8 zur Messe eine 5 m hohe Innenhof-Kulisse nach realem Vorbild erbaut. Darin werden verschiedene Möglichkeiten einer innenstädtischen Begrünung demonstriert.

 

Sowohl in den Hallen als auch auf dem weitläufigen Freigelände steht zur NordBau einmal mehr der Austausch zu aktuellen Produkt- und Branchenentwicklungen an. Dieses Jahr im Fokus: Innerstädtisches Grün und die Digitalisierung am Bau.

Bahn stellt Projekte vor

Auch die Deutsche Bahn beteiligt sich in diesem Jahr aktiv an der Gestaltung des Messeprogramms, wie Iwersen und Jansch verrieten. Hintergrund seien die massiven Investitionen, die in den kommenden Jahren in den Ausbau des Schienennetzes fließen sollen. Jansch: "Die Bahn hat sich die NordBau ausgesucht, um ihre anstehenden Großprojekte hier im Norden des Landes vorzustellen und auf diesem Wege mit potenziellen Auftragnehmern in den Dialog zu kommen." Neben dem wohl prominentesten Beispiel, der Schienenanbindung an die geplante Fehmarnbeltquerung, wird die DB Netz AG auf der NordBau drei weitere Infrastrukturmaßnahmen vorstellen: den Ausbau der Schienenstrecke zwischen Oldenburg und Wilhelmshaven, die Verlegung des Hamburger Fernbahnhofs Altona und den Neubau der S-Bahn-Linie 4. Für die Umsetzung dieser Bauvorhaben sucht die Bahn nach geeigneten Baufirmen. Auf der Messe informiert das Unternehmen sowohl über das Präqualifizierungsverfahren bei der DB Netz AG als auch über ihr Ausbildungs- und Berufsangebot. Neben Bernd Homfeldt, Projektleiter Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, wird die Deutsche Bahn

u. a. durch Dirk Rompf, Vorstand der DB Netz AG, prominent vertreten sein. Rompf wird während der Eröffnung einen Überblicksvortrag zu den Projekten der Bahn in Norddeutschland halten und sich anschließend an einer Diskussionsrunde beteiligen, in der es ebenfalls um das Thema Digitalisierung sowie um den Bedarf an Fachkräften bei der Umsetzung der geplanten Großprojekte gehen wird. Fachkräfte am Bau stehen auch im Zentrum der weiteren Messehighlights. Mit dem Treffpunkt Bauleiter und Poliere richtet sich die NordBau nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr ein weiteres Mal speziell an die Führungskräfte der Branche. Betreut von der Unfallkasse Nord (UK Nord), der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) und dem Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM) werden verschiedene Seminare angeboten, dieses Mal mit dem Schwerpunkt Arbeitssicherheit. "Die Anforderungen an Bauleiter und Poliere sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen", erklärte Jansch. "Mit unseren halbtägigen Seminar-Angeboten können sich speziell die Bauleiter und Poliere schnell und unkompliziert auf den aktuellen Stand bringen lassen und so Weiterbildung und Messebesuch ideal miteinander kombinieren." Im Rahmen des nordjob-Bau-Infotages werden auch wieder die Fachkräfte von Morgen in das Messegeschehen eingebunden. An verschiedenen Stationen soll bei Schülern und Auszubildenden die "Faszination für Bauberufe" geweckt werden und die vielfältigen beruflichen Tätigkeitsfelder der Branche vorgestellt werden. "Das Konzept von Messebesuch inklusive Fortbildung hat sich sehr bewährt. Das hat einen klaren Mehrwert für die Besucher und darin lohnt es dann auch, zu investieren", sagt Messechef Dirk Iwersen. "Wir haben jetzt über 40 Seminare. Da braucht es einfach mehr Platz und ein schlüssiges Veranstaltungskonzept. Nachdem wir mit unseren größeren Bauvorhaben nun fertig sind, befinden wir uns aktuell in der Planung für den Bau eines neuen Konferenzzentrums." In einem ersten Schritt soll ein ca. 800 m² großer Neubau im Süden des Geländes entstehen, so Iwersen. Danach soll auch das derzeitige Restaurant modernisiert und neu strukturiert werden. Auf diese Weise soll mehr Platz für Fortbildungsveranstaltungen geschaffen werden und das bislang stark fragmentierte Seminarangebot zentral gebündelt werden. Bislang werde noch an der Umsetzung gefeilt, zur Messe sollen dann bereits konkretere Pläne vorgestellt werden.

Mitte September trifft sich die Baubranche erneut auf dem Messegelände Holstenhallen in Neumünster.

Neben Bernd Homfeldt, Projektleiter Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, wird die Deutsche Bahn u. a. durch Dirk Rompf, Vorstand der DB Netz AG, prominent vertreten sein. Rompf wird während der Eröffnung einen Überblicksvortrag zu den Projekten der Bahn in Norddeutschland halten und sich anschließend an einer Diskussionsrunde beteiligen, in der es ebenfalls um das Thema Digitalisierung sowie um den Bedarf an Fachkräften bei der Umsetzung der geplanten Großprojekte gehen wird. Fachkräfte am Bau stehen auch im Zentrum der weiteren Messehighlights. Mit dem Treffpunkt Bauleiter und Poliere richtet sich die NordBau nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr ein weiteres Mal speziell an die Führungskräfte der Branche. Betreut von der Unfallkasse Nord (UK Nord), der Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) und dem Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM) werden verschiedene Seminare angeboten, dieses Mal mit dem Schwerpunkt Arbeitssicherheit. "Die Anforderungen an Bauleiter und Poliere sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen", erklärte Jansch. "Mit unseren halbtägigen Seminar-Angeboten können sich speziell die Bauleiter und Poliere schnell und unkompliziert auf den aktuellen Stand bringen lassen und so Weiterbildung und Messebesuch ideal miteinander kombinieren." Im Rahmen des nordjob-Bau-Infotages werden auch wieder die Fachkräfte von Morgen in das Messegeschehen eingebunden. An verschiedenen Stationen soll bei Schülern und Auszubildenden die "Faszination für Bauberufe" geweckt werden und die vielfältigen beruflichen Tätigkeitsfelder der Branche vorgestellt werden. "Das Konzept von Messebesuch inklusive Fortbildung hat sich sehr bewährt. Das hat einen klaren Mehrwert für die Besucher und darin lohnt es dann auch, zu investieren", sagt Messechef Dirk Iwersen. "Wir haben jetzt über 40 Seminare. Da braucht es einfach mehr Platz und ein schlüssiges Veranstaltungskonzept. Nachdem wir mit unseren größeren Bauvorhaben nun fertig sind, befinden wir uns aktuell in der Planung für den Bau eines neuen Konferenzzentrums." In einem ersten Schritt soll ein ca. 800 m² großer Neubau im Süden des Geländes entstehen, so Iwersen. Danach soll auch das derzeitige Restaurant modernisiert und neu strukturiert werden. Auf diese Weise soll mehr Platz für Fortbildungsveranstaltungen geschaffen werden und das bislang stark fragmentierte Seminarangebot zentral gebündelt werden. Bislang werde noch an der Umsetzung gefeilt, zur Messe sollen dann bereits konkretere Pläne vorgestellt werden.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 31/2017.

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