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NordBau 2018

Digitalisierung auf der Baustelle greifbar machen

Von Robert Bachmann

Zum nunmehr 16. Mal in Folge ist die NordBau auch in diesem Jahr wieder bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgebucht.

Neumünster . –  Die diesjährige NordBau steht einmal mehr ganz im Zeichen der Digitalisierung. Auf der mittlerweile 63. Ausgabe des beliebten Branchentreffs im schleswig-holsteinischen Neumünster werden die Potenziale des technologischen Wandels sowohl auf der Baustelle als auch im fertigen Gebäude eine zentrale Rolle spielen. Das Ziel dabei: Komplexe Themen greifbar machen, wie Messechef Dirk Iwersen und NordBau-Messeleiter Wolfgerd Jansch im Gespräch mit der ABZ erklärten. Vom 5. bis 9. September ist es wieder so weit. Zum mittlerweile 63. Mal öffnen sich dann die Tore zur NordBau in Neumünster. Zwar könnte man meinen, dass der jährliche Rhythmus der NordBau bei der Vielzahl verschiedener Baufachmessen in Deutschland den Messekalender einiger Aussteller sprengen würde – doch weit gefehlt. "Für viele ist die NordBau als jährlicher Termin fest gesetzt", erklärt Dirk Iwersen, Geschäftsführer der Holstenhallen GmbH. "Sie schätzen die Verlässlichkeit, mit der sie hier eine Plattform vorfinden, auf der sie sich mit ihren Kunden und auch dem Wettbewerb austauschen können." Nach wie vor gilt: "Hier spricht man miteinander", so das inoffizielle Motto der Messe, das den familiären Charakter der Veranstaltung seit vielen Jahren auf den Punkt bringt. Nirgends zeigt sich das besser als in den Anmeldungen: "Aktuell sind wir im Freigelände bereits bis auf den letzten Quadratzentimeter ausgebucht", sagt Wolfgerd Jansch, der die NordBau als Messeleiter verantwortet. "Und das im 16. Jahr in Folge!"

Der partnerschaftliche Umgang, den die Messeorganisation mit ihren Austellern und Partnerinstitutionen pflegt, ist eine der großen Stärken der Messe, so Jansch. Daraus ergibt sich die große Flexibilität, welche die Veranstaltung nicht nur hinsichtlich der Geländeplanung Jahr für Jahr beweist, sondern insbesondere bei der Auswahl und Gestaltung der jeweiligen Sonderthemen. Die maßgeblichen Impulse dafür kommen aus dem Beirat der Messe, der neben Vertretern der Ausstellerseite zu einem Großteil aus Vertretern der Besuchergruppen besteht. Im Dialog mit der Branche ermittelt die Messeorganisation, welche Themen deren Akteure aktuell besonders bewegen. Jansch: "So rücken wir gemeinsam mit den Ausstellern jedes Jahr Themen in den Fokus, die jetzt relevant sind und nicht schon seit drei Jahren."

Digitale Baustelle

Ein wesentlicher Schwerpunkt in diesem Jahr wird erneut das Thema Digitalisierung am Bau sein. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die NordBau intensiv mit digitalen Trends in der Baubranche, insbesondere dem digitalen Planen und Bauen – Stichwort BIM – auseinandergesetzt. Jansch: "Ganz wichtig war uns dabei, das Thema wirklich praxisnah darzustellen, greifbar zu machen. Das kam sehr gut an, so dass vielfach der Wunsch geäußert wurde, dieses Thema weiter zu verfolgen." Dieses Jahr sollen v. a. Möglichkeiten der Digitalisierung im Baustellenbetrieb in den Fokus gerückt werden – allem voran die Vernetzung und Automatisierung von Baumaschinen sowie die Nutzung von Maschinendaten zur Optimierung der Baustellenplanung und -logistik.

Die Digitalisierung mit ihren extrem breitgefächerten Anwendungsmöglichkeiten bietet großes Potenzial für den Bau, stellt die Akteure aber auch vor große Herausforderungen, erklärt Jansch. "Es geht uns auch darum, Hürden zu überwinden bzw. Berührungsängste abzubauen." Hierfür sei die praxisnahe Präsentation erneut oberstes Gebot. Die Federführung übernimmt dabei der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik e. V. (VDBUM), der das Thema maßgeblich mit angestoßen hat. In Kooperation mit dem Ausbildungszentrum Bau-ABC Rostrup und dem Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen sowie Hamburg und Schleswig-Holstein werden auf der Messe verschiedene Ansätze der Digitalisierung anschaulich präsentiert und auf einer LED-Wand dargestellt. Ein Highlight werden dabei Baumaschinensimulatoren sein, die das Bau-ABC auf der Messe zur Verfügung stellt und in denen sich die Besucher spielend mit moderner Maschinentechnik vertraut machen können.

Am Stand des Baugewerbeverbandes wird darüber hinaus der Einsatz von 3D-Scan-Technik zu sehen sein. Und auch das Thema BIM wird in diesem Jahr wieder aufgegriffen – u. a. durch die Architektenkammer, die damit schon im Vorjahr auf reges Interesse seitens der Besucher stieß.

 

Dirk Iwersen (links), Geschäftsführer der Holstenhallen GmbH, und Messeleiter Wolfgerd Jansch freuen sich auf die mittlerweile 63. Ausgabe der NordBau.

Safe@home

Den zweiten großen Schwerpunkt der diesjährigen NordBau bildet das Thema "Safe@home". "Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit in den eigenen vier Wänden beschäftigen wir uns hier mit modernen Smarthome-Lösungen. Dazu gehören u. a. neuartige Alarmanlagen, Türen- und Fenstersysteme u. v. m.", sagt Jansch. Ein sehr aktuelles und wichtiges Thema, zu dem es einen enormen Aufklärungsbedarf gibt, wie Messechef Dirk Iwersen ergänzt: "Es gibt heute eine riesige Vielfalt an neuen, digitalen Lösungen rund um die Themen Sicherheit, Energieeinsparung, Pflege usw. Auch viele Unternehmer, die potenziell als Anbieter solcher Technologien oder als Berater dazu agieren, wollen sich hier weiter informieren und vernetzen."

Angeregt wurde dieses Thema von verschiedenen Seiten, erklärt Jansch: "Wir sind hier u. a. mit dem Innenministerium, dem Sozialministerium, Förderbanken und auch der Polizei im Dialog. Tagtäglich kommen immer neue Produkte aus diesem Bereich auf den Markt. Daraus resultiert ein enormer Aufklärungsbedarf – für den Endnutzer auf der einen Seite, aber auch für die genannten Institutionen. Bspw. müssen Förderrichtlinien zu Themen wie dem Einbruchsschutz, der häuslichen Pflege etc. völlig neu gestrickt werden." Iwersen: "Wir wollen hier die ganze Bandbreite an Möglichkeiten einmal abbilden und ganzheitlich aufklären – auch über die Risiken moderner Technologien. Auch hier geht es darum, Berührungsängste abzubauen, so dass sich am Ende jeder ein Bild davon machen kann, was für ihn sinnvoll und denkbar ist."

Die zentrale Anlaufstelle hierfür finden die Besucher der NordBau in der Halle 8. Dort wird u. a. ein Hausmodell aufgebaut werden, an dem zahlreiche Lösungen anschaulich demonstriert werden.

Nachwuchs im Fokus

Natürlich wird auch das Thema Fachkräfte und Berufsnachwuchs eine zentrale Rolle auf der NordBau spielen. "Das Format 'Faszination Bauberufe', mit dem wir seit 2012 gemeinsam mit dem Bauindustrieverband den Berufsnachwuchs ansprechen, hat sich dafür bestens bewährt", schildert Jansch.

Dabei haben sich die Messe sowie die für das Format verantwortlichen Ausstellerorganisationen intensiv Gedanken darüber gemacht, auf welchen Wegen man die anvisierte Zielgruppe eigentlich noch erreicht. Dabei kommt man natürlich an den neuen Medien bzw. Medienkanälen wie YouTube nicht mehr vorbei. Angeregt auch durch den großen Erfolg einer Webvideo-Kampagne des Baumaschinenhändlers Zeppelin haben sich die NordBau zusammen mit dem Bauindustrieverband, dem Baugewerbeverband, der Soka-Bau und weiteren Partnern dazu entschieden, den bekannten YouTuber Jean Pierre "JP" Kraemer auf die Messe zu holen.

"Die Schüler sind schon jetzt heiß darauf", sagt Jansch. "Wir haben bereits weit über 1000 Anmeldungen. Es gibt ein konkretes Beispiel einer Schule aus Schwerin, wo die Schüler von ihren Lehrern dazu angehalten wurden, eine Bewerbung zu schreiben, wenn sie hierher auf die Messe kommen wollen. Das werten wir als äußerst positives Signal, dass wir mit unserem Angebot hier dazu beitragen konnten, das Image der Branche wieder positiver zu besetzen."

Schon in der Diskussionsrunde zur Eröffnung der Messe wird das Thema Nachwuchswerbung heiß diskutiert werden. Darüber, wie junge Menschen in Zukunft arbeiten wollen, werden u. a. Udo Berner, kaufmännischer Geschäftsführer von Wolff & Müller und Vorsitzender der Initiative Deutschland baut!, sowie Vertreter eben dieser jungen Generation von Berufseinsteigern am Bau mit Dieter Babiel, dem neuen Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, diskutieren. Letzterer wird in diesem Jahr auch die Messe eröffnen – zusammen mit dem Ministerpräsidenten des Landes Schleswig-Holstein, Daniel Günther, und dem dänischen Botschafter, seine Exzellenz Fries Arne Petersen.

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