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NRW-Minister zu Besuch im Steinbruch

Eine Probefahrt im 400-Tonnen-Bagger

NRW-Minister Andreas Pinkwart (r.) mit Taichiro Kitatani, seit April 2017 Geschäftsführer der Komatsu Germany GmbH, im Wuppertaler Steinbruch.

Wuppertal. – Großer Bahnhof mit großem Bagger: Auf seiner diesjährigen Sommerreise besuchte Prof. Dr. Andreas Pinkwart kürzlich die Kalkwerke Oetelshofen. Im Steinbruch Osterholz konnte sich der NRW-Wirtschafts- und Digitalminister nicht nur von der Leistungsfähigkeit des Wuppertaler Branntkalk-Produzenten, sondern auch der geballten Bergbau-Maschinen-Kompetenz von Komatsu in Form eines 400 t-Baggers überzeugen. Besonders oft bekommt man einen Hydraulikbagger dieser Größenkategorie in Deutschland nicht zu Gesicht. Denn für Großgeräte wie den PC 4000 gibt es in den vergleichsweise klein dimensionierten Steinbrüchen in Deutschland kaum Verwendung. Dabei ist der derzeit in Wuppertal stationierte Bagger-Koloss mit seinen 400 t Gesamtgewicht noch eines der kleineren Modelle, die der japanische Baumaschinenhersteller Komatsu im Programm hat. In Düsseldorf fertigt das Unternehmen aktuell Großhydraulikbagger zwischen 250 und 760 t Gesamtgewicht, wie Ralf Petzold, Geschäftsführer und Executive Vice President für die Mining Division der Komatsu Germany GmbH, in Wuppertal erklärte.

Die Hauptabsatzgebiete für Maschinen dieser Art liegen in Südamerika, Russland und Asien. Als Produktionsstandort liegt man in Düsseldorf logistisch gesehen perfekt dazwischen. Immer schwieriger werde es jedoch, die XXL-Maschinen auch vor Ort zu testen bzw. den Kunden vorzuführen. Grund dafür sind insbesondere die immer strengeren Lärmschutzauflagen in und um die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen. Bereits seit einigen Jahren arbeitet die deutsche Bergbau-Division von Komatsu deshalb mit den Kalkwerken Oetelshofen zusammen. Im Steinbruch der Iseke GmbH in Wuppertal ist der Einsatz derartiger Maschinengiganten noch möglich. Mit dem PC 4000-11 befindet sich einer dieser Kolosse in modernster Hightech-Ausführung aktuell zu Test- und Probezwecken in Wuppertal im Steinbruch. Ein weiterer Bagger dieser Größe wird im kommenden Jahr auf der bauma in München zu sehen sein.

Mit dem PC 4000-11 von Komatsu befindet sich aktuell ein wahrer Bagger-Koloss in modernster Hightech-Ausführung zu Test- und Probezwecken im Wuppertaler Steinbruch.

Entsprechend reichhaltig waren die Eindrücke, die sich NRW-Minister Andreas Pinkwart vor Ort verschaffen konnte. Eingeladen hatten die Iseke GmbH und Komatsu zusammen. Neben Jörg Iseke, der den traditionsreichen Betrieb in der mittlerweile vierten Generation zusammen mit seinem Bruder Moritz leitet, hatten sich von Komatsu auch Taichiro Kitatani, seit April 2017 Geschäftsführer der Komatsu Germany GmbH, sowie Ralf Petzold, Geschäftsführer der Mining Division in Düsseldorf, und Göksel Güner, Geschäftsführer der Construction Division mit Sitz in Hannover, zum Empfang des Ministers eingefunden.

Ein Highlight für den Minister war die Begehung und Probefahrt auf dem 400 t-Bagger, der schon in der Standardausführung mit ganzen 22 m³ Schaufelvolumen aufwartet. In der letzten Größenklasse, die noch über einen Einzelmotor angetrieben wird, verfügt der Gigant über 1400 kW Antriebsleistung. Zu den eindrucksvollen Kennzahlen des PC 4000-11 zählen darüber hinaus ein Hydraulikvolumen von insgesamt 5900 l, eine Pumpenleistung von 4140 l/min sowie ein Betriebsdruck von 310 bar. Damit kommt der Großbagger auf eine potenzielle Produktionsleistung von bis zu 90000 t am Tag, wie Marcel Begemann, Marketing bei der Komatsu Germany GmbH, vor Ort erklärte.

Mit der nunmehr 11. Generation von Großhydraulikbaggern kommt Komatsu seit 1980 auf insgesamt 326 Maschinen, die weltweit in den Einsatz geschickt wurden. Zusammengerechnet entspreche das über 11 Mio. Maschinenstunden, aus denen gleichsam die weitreichende Erfahrung spricht, die der japanische Baumaschinenhersteller in diesem Segment besitzt.

Das Resultat sind heute ebenso kraftvolle wie präzise und effizient arbeitende Maschinengiganten. Die aktuelle Generation der XXL-Maschinen erfüllen nicht nur die Abgasnorm Tier 4 final, sondern sind darüber hinaus mit zahlreichen Digitalisierungs-Optionen ausrüstbar. Sämtliche in Düsseldorf hergestellte Maschinen verfügen bspw. über die aktuelle Version des Komatsu-Telematik-Systems Komtrax Plus 2, welches alle Daten für ein schnelles und effizientes Handling direkt in der Fahrerkabine überwacht und für spätere Auswertungen dokumentiert. Darüber hinaus wurde auch das Thema Sicherheit bei der aktuellen Generation des Großhydraulikbaggers nochmals optimiert: u. a. durch ein neues Not-Abstiegssystem sowie das neue KomVision-Feature, ein 360° "Bird-Eye-View"-Kamerasystem, mit dem der Bediener das komplette Arbeitsumfeld der Maschine stets im Blick hat.

Ralf Petzold (li.), Geschäftsführer der Mining Division von Komatsu in Düsseldorf, und Göksel Güner, Geschäftsführer der Construction Division von Komatsu mit Sitz in Hannover.

Neuerungen wie diese können unter den realistischen Einsatz-Bedingungen im Wuppertaler Steinbruch ideal getestet werden, erklärte Ralf Petzold. Künftig wollen Komatsu und die Iseke GmbH ihr gemeinsames Engagement noch weiter vertiefen. Derzeit befinde sich ein Antragsverfahren in den letzten Zügen, nachdem ein Teil des Abbaugebiets zum offiziellen Test- und Vorführgelände für die Mining Division von Komatsu in Düsseldorf freigegeben werden soll. Künftig sollen auf dem Gelände dann regelmäßig Schulungen, Tests und Kundendemos stattfinden.

Großes Interesse brachte Minister Pinkwart auch dem umfassenden Engagement des japanischen Baumaschinenherstellers im Bereich der Digitalisierung entgegen. Bereits seit vielen Jahren beschäftigt sich Komatsu eingehend mit verschiedenen Ansätzen, Abläufe in und um die Baumaschine herum technologisch zu optimieren, wie Dirk Legrand, stellvertretender Geschäftsführer von Komatsu Europe, darstellte. Das Unternehmen sieht in der Digitalisierung einen wesentlichen Schlüssel, um nicht nur Bauabläufe effizienter zu gestalten, sondern auch, um auf das in Japan ebenfalls zunehmend größer werdende Problem des Fachkräftemangels zu reagieren.

Bereits im Jahr 2016 hat die japanische Regierung vor diesem Hintergrund das Programm i-Construction gestartet. Bereits in 2016 wurden über 5000 Projekte für den Straßenbau aufgenommen, von denen 2000 für das Programm i-Construction offen waren und 1000 davon durchgeführt wurden, wobei technologische Innovationen zur Optimierung von Bauprozessen zur Anwendung kamen, wie Legrand berichtete. An etwa 850 dieser Projekte sei Komatsu beteiligt gewesen, insbesondere durch den Einsatz von Maschinen mit intelligenter Maschinenkontrolle (IMC). Ebenso wie beim Thema Telematik hat Komatsu sein IMC-Konzept seit der Markteinführung auf der bauma 2013 kontinuierlich weiterentwickelt und ausgebaut. Seit Kurzem verfolgt das Unternehmen einen noch weitaus umfassenderen Ansatz, der sich der Baustelle als Ganzes widmet.

Dirk Legrand, stellvertretender Geschäftsführer von Komatsu Europe, stellte die umfangreichen Aktivitäten von Komatsu im Bereich der Digitalisierung von Baustellen dar.

Unter dem Stichwort "Smart Construction" führt Komatsu dabei Datenströme aus verschiedenen Quellen rund um ein Bauprojekt zusammen. Auf einer zentralen Plattform in Zusammenarbeit mit Landlog werden von der Vermessung über die Bauplanung bis hin zur Bauausführung alle relevanten Informationen zur Baustelle und den am Bau beteiligten Maschinen gebündelt und ausgewertet. Im Ergebnis sollen sich die vielfältigen Abläufe auf der Baustelle wesentlich effizienter steuern lassen. Die dafür von Komatsu genutzte Plattform Landlog befinde sich seit dem vergangenen Jahr in einer umfangreichen Testphase in Japan und soll nun sukzessive auf den Rest der Welt ausgerollt werden.

Das ließ auch den Minister aufhorchen, dessen Landesregierung aktuell an der Digitalstrategie für Nordrhein-Westfalen arbeitet. Die Herangehensweise der Japaner sei äußerst vielversprechend und habe großes Potenzial, auch den Herausforderungen hierzulande erfolgreich zu begegnen.

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