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Operation am offenen Herzen

Sondermaschine beweist höchste Flexibilität

Keine 4 m Platz bis zur Straße bleiben dem KMC600-6 beim Abriss in Frankfurts Innenstadt.

Frankfurt/Main (ABZ). – Es ist ein Abbruch wie viele andere für die Antal Abbruch & Baumanagement GmbH. Mit all den typischen Tücken, die der Rückbau eines Hochhauses mitten in Frankfurt eben mit sich bringt. Doch mit dem KMC600-6 sind George Antal und sein Team flexibel genug, um alle Herausforderungen zu stemmen. Keine 3 m entfernt vom Gebäude verläuft die Mainzer Landstraße, eine der großen Verkehrsadern Frankfurts mit mehreren 1000 Fahrzeugen am Tag. Keine 2 m entfernt hängen die Oberleitungen der Straßenbahn, die hier im Minutentakt fährt. Keinen Meter entfernt steht eine mobile Mittelspannungsstation. Das Umfeld rund um das Abrissgebäude macht es dem Team rund um George Antal und Daniel Deigert, Projektleiter bei der Antal Abbruch & Baumanagement GmbH, nicht gerade leicht. Und auch das 32 m in die Höhe ragende Hochhaus hat so seine Tücken. L-förmig schmiegt es sich links und rechts in einem kraftschlüssigen Verbund an seine beiden Nachbargebäude an. Einfach abreißen geht da nicht. "Das hört sich alles erst einmal schwierig an", erläutert Deigert, "aber gerade auf solche Operationen am offenen Herzen sind wir spezialisiert. Die gehören bei uns zum Alltag."

Zum Alltag gehört seit Herbst letzten Jahres auch der rote KTEG Multi Carrier KMC600-6 – ein 60 t-Bagger mit hydraulisch wechselbarem 34 m-Telescopic-High-Reach Ausleger, dreikreisigem Tritec-Hydrauliksystem, auf 1 m ausfahrbarem Unterwagen und Kippkabine für bessere Sicht nach oben. "Das ist eine extrem flexible Maschine", freut sich Inhaber George Antal, "und genau die brauchen wir hier in der Innenstadt auch." Denn hier ist es so eng, dass die Stadt nur eine zweitägige Sperrung der Querstraße genehmigte. Auf der Mainzer Landstraße selbst muss der Verkehr ununterbrochen rollen.

Dass so ein Gebäude an einem so beengten Ort nicht an zwei Tagen abzureißen ist, ist klar. Darum sah der Rückbau eine andere Choreografie vor: Der KMC biss sich an zwei Tagen von der Straße aus mitten durchs Gebäude in den Innenhof. Dort hat er das Gebäude innerhalb einer Woche abgetragen, dann den langen gegen den kurzen Ausleger gewechselt und sich dem Keller und den Fundamenten gewidmet.

"Durch den wechselbaren Ausleger haben wir mit diesem Bagger zwei in einem: einen Longfront- und einen normalen Bagger", berichtet Deigert. "Ohne den KMC hätten wir sehr viel Arbeit und hohe Kosten durch den fliegenden Wechsel verschiedener Baggersysteme gehabt. Das geht mit dem KMC und seinem Wechselausleger nun sehr viel einfacher", freut sich Antal.

Es ist sein zweiter Kiesel Multi Carrier. Den ersten, einen KMC400, hat er sich bereits vor zwei Jahren gekauft. "Der Pioniergeist von Kiesel hat mir gefallen. Toni Kiesel und sein Team sind hoch innovativ. Das passt zu uns und unserer Philosophie", erläutert Antal. "Auch wir nehmen unsere Zukunft selbst ganz aktiv in die Hand." Bereits heute gehöre sein Unternehmen zu den Big Playern der Rhein-Main-Region.

Dabei ist die Antal Abbruch & Baumanagement GmbH noch keine zwanzig Jahre alt. Zwei Generationen arbeiten hier – neben George Antal sind auch sein Vater Vasile als Prokurist und seine Schwester Christina Deigert-Antal als Architektin und Bauleiterin mit an Bord. Auf rd. 200 Mitarbeiter ist das Unternehmen inzwischen angewachsen.

Zum Leistungsspektrum gehören heute die Entkernung, Schadstoffsanierung, der Stahlbau für statische Maßnahmen, Abbruch, Verbau und Erdbau – alles Leistungen, die auch in der Baustelle an der Mainzer Landstraße vom Auftraggeber in Anspruch genommen wurden. In nunmehr fünf Monaten Arbeitsleistung wurden 2640 m³ umbauter Raum fachgerecht abgetragen und entsorgt. Zurück blieb eine saubere Lücke, die bald schon mit einem neuen Gebäude geschlossen werden soll.

Die Nachbarn in den angrenzenden Gebäuden zeigen sich erleichtert, dass beim Abriss soviel Wert daraufgelegt wurde, kein Risiko einzugehen und alle statischen Anforderungen sorgfältig zu beachten. "Da sind wir pingelig", erklärt Daniel Deigert. "Wir nehmen unsere Verantwortung für einen fachgerechten Rückbau ebenso ernst wie die Ansprüche der Menschen, die in unmittelbarer Umgebung leben."

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 14/2019.

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