Peri

Neues Leitwerk Gerüst offiziell eröffnet

Von Robert Bachmann

Die Geschäftsführung bei Peri freut sich über die Eröffnung des neuen Standorts in Günzburg (v. l.): Dr. Fabian Kracht, Geschäftsführer Finanzen und Organisation; Alexander Schwörer, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb; Leonhard Braig, Geschäftsführer Produkt und Technik.

Günzburg. - Mit dem Aufbau des neuen "Leitwerk Gerüst" in Günzburg hatte Peri 2016 damit begonnen, die Produktion für die Peri Up Gerüsttechnik an diesem Standort komplett neu aufzubauen. Der neue Standort ergänzt das Stammwerk in Weißenhorn, wo die Erweiterungsmöglichkeiten begrenzt sind. Dort werden die Flächen unter anderem für das Wachstum der Produktion von Schalungssystemen vorgehalten. Im Rahmen eines zweitägigen Festaktes wurde der hochmoderne Fertigungsstandort nun offiziell eröffnet. "Das neue Areal war für uns in mehrfacher Hinsicht ein Glücksfall", sagte Thomas Imbacher, Leiter der Market Unit Central Europe, bei der offiziellen Eröffnung gegenüber der ABZ. Das derzeit insgesamt 100 000 m² große Grundstück liegt etwa 30 km von der Unternehmenszentrale in Weißenhorn entfernt am Kimmerle-Ring direkt an der A 8. Neben den offensichtlichen logistischen Vorteilen bietet die Region weitere Vorzüge wie das Angebot an qualifizierten Fachkräften sowie zuverlässigen Lieferanten. Ein Glücksfall sei auch die bereits vorhandene Produktionshalle gewesen, die der Trailerhersteller Silvergreen als Vorbesitzer des Areals zwar errichtet, jedoch nie in Betrieb genommen hatte. So konnte Peri die erste Ausbaustufe in unter zwei Jahren abschließen. Die Arbeiten hatten im Januar 2016 begonnen. In vorausschauender Manier hat der Schalungs- und Gerüsthersteller bei der Erschließung des Geländes auch gleich an potenzielle Erweiterungsflächen gedacht. Für zusätzlichen Bedarf stehen weitere 40 000 m² jederzeit zur Verfügung.

Aufgrund der enorm hohen Nachfrage werde aktuell nur wenig Material auf dem großflächigen Gelände in Günzburg gelagert, erklärte Thomas Imbacher, Leiter der Market Unit Zentraleuropa der Peri GmbH. Mit der zweiten Ausbaustufe wird ein Teil der Fläche jedoch einer zweiten Produktionsanlage sowie einer hochmodernen Verzinkerei weichen.

Aktuell befinden sich auf dem Areal eine 10 000 m² große Metallverarbeitungsanlage für die Gerüstproduktion sowie ein Bürogebäude für die Verwaltung. Der Rest ist Lagerfläche oder derzeit noch ungenutzt. Die komplette Grundstücksplanung sei auf eine hoch flexible Produktion ausgelegt, die sich auf unterschiedliche Bedarfsentwicklungen anpassen kann, so Imbacher. Aktuell fällt vor allem auf, dass auf den großen Freiflächen nur wenig Material lagert. Dass liegt an der enormen Nachfrage in diesem Jahr, wie Imbacher erklärt. Sämtliches Material, das derzeit im Drei-Schicht-Betrieb in Günzburg produziert wird, gehe direkt zum Verzinken und danach raus zum Kunden.

Bereits Ende des Jahres sollen die Erdarbeiten für die zweite Ausbaustufe in Günzburg beginnen. Geplant sind eine zweite Metallfertigung sowie eine hochmoderne Verzinkerei. Pünktlich zur feierlichen Eröffnung hatte Oberbürgermeister Gerhard Jauernig für das Unternehmen ein besonderes Willkommensgeschenk dabei und konnte druckfrisch die nächste Baugenehmigung für die zweite Metallverarbeitung überreichen.

"Wir schaffen hier in Günzburg die Rahmenbedingungen für das zukünftige Unternehmenswachstum", erklärte Leonhard Braig, Geschäftsführer Produkt und Technik bei Peri, das nach eigenen Angaben im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro erwirtschaftet hat. Während man sich in Weißenhorn nun ganz dem Geschäftsbereich Schalung widmen möchte, fungiert Günzburg als zentraler Produktionsstandort für den Bereich Gerüsttechnik für Zentraleuropa.

"In Günzburg entsteht eine Gerüstfabrik mit modernster Technologie, effizienten Prozessen und hoher Fertigungstiefe", ergänzte Wolfgang Göggelmann, der seit 20 Jahren den Aufbau des Gerüstsegments bei Peri begleitet und die Geschäftsführung des neuen Werks in Günzburg übernommen hat. "Im weltweiten Peri Produktionsnetzwerk wird diese Fabrik die Technologieführerschaft der Sparte Gerüst übernehmen." Passend dazu trägt das Projekt im Unternehmen den Namen "Faro", was auf Spanisch so viel wie Leuchtturm bedeutet.

Die Gerüstproduktion in Günzburg ist auf eine ausgefeilte Materiallogistik ausgelegt und mit modernster Robotertechnik ausgestattet.

Produziert wird in Günzburg damit das Produktsegment Peri Up, das der Hersteller mit dem Peri Up Easy zuletzt zu einem umfassenden Systembaukasten ausgebaut hat. Während eines Rundgangs durch die Produktion erklärte Göggelmann die ausgefeilte Hallenlogistik. So ist die Fertigung in verschiedene Wertströme gegliedert. Der Gedanke dahinter: Zwischen den einzelnen Fertigungsschritten sollen die Bauteile möglichst nahtlos von Maschine zu Maschine gegeben werden. Dafür sorgen eine Vielzahl hochmoderner Schweißroboter und andere Metallverarbeitungsanlagen, die sich in den Wertströmen dicht an dicht reihen und so jeglichen Staplerverkehr überflüssig machen. Sämtliche Prozesse werden zur kontinuierlichen Prozess-optimierung dokumentiert. In einem werkseigenen Prüflabor wird zudem die gleichbleibend hohe Qualität der Gerüstbauteile sichergestellt. Auch die geplante Verzinkerei soll sich u. a. durch einen fahrerlosen Materialtransport nahtlos in die hocheffiziente Prozesskette integrieren.

"Die Investition für die erste und die zweite Ausbaustufe in Günzburg liegt in Summe in einem dreistelligen Millionenbereich. Parallel dazu werden wir auch in Weißenhorn Werk und Verwaltung weiter ausbauen. Die Region ist und bleibt für Peri – auch bei weiter steigender Internationalisierung – die Zentrale für unsere weltweiten Aktivitäten und ein enorm wichtiger Produktionsstandort," erläutert Alexander Schwörer, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb. Bisher hat das Familienunternehmen in Günzburg nach eigenen Angaben 90 Arbeitsplätze geschaffen, nach Abschluss der zweiten Ausbaustufe soll die Peri Gerüstproduktion etwa 300 Fachkräften einen Arbeitsplatz bieten.

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