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Pfarrkirche in Andernach

Bühne wurde zwischen Doppelturm gespannt

Weithin sichtbar: Gerüstbau Schmiedts Einrüstung des Andernacher Mariendoms mit Modulgerüst und Kassettendach Alu-Rasant von scafom-rux.

Andernach (ABZ). – Die römisch-katholische Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Andernach ist eine mächtige Emporenbasilikamit vier Türmen, Westbauund Chor. Pünktlich zu ihrem 800-jährigen Bestehen sollten 2019 die Dächer der beiden Westfassadentürme saniert werden. Dafür musste einArbeits- und Schutzgerüst für die beiden Türme mit einer Höhe von annähernd 50 Metern errichtet werden.

Der Auftrag dazu wurde an die Gerüstbaufirma Schmiedt aus Kobern-Gondorf vergeben, die sich überregional an zahlreichen Objekten einen Namen mit ihren Gerüstlösungen gemacht hat. Neben vielen historischen Gebäuden, Burgen und Kirchen ist das Unternehmen auch bei Neubauten und der Sanierung moderner Bauwerke präsent.

Gerüste dieser Dimension erfordern immer auch eine statische Berechnung. Die Gerüstkonstruktion an sich und die Schwierigkeit der Verankerung im historischen Gemäuer erfordert eine ingenieurmäßige Herangehensweise. In solchen Fällen arbeitet die Firma Schmiedt eng mit dem Ingenieur- & Sachverständigen-Büro für den Gerüstbau IBS Joachim Specht & Partner, zusammen. Zuständig war für dieses Projekt Manuel Specht, der die anspruchsvolle Gerüstkonstruktion plante, berechnete und während der Aufbauphase auch betreute.

Schnell stellte man fest, dass es sich beim hölzernen Dachstuhl noch um die originale, 800 Jahre alte Holzkonstruktion handelte. Da man diese erhalten wollte, musste zusätzlich zum Gerüst noch ein Wetterschutzdach installiert werden. Also wurde das Gerüst nach allen Regeln der Ingenieurkunst ausge-steift, um es über die oberen 20 m, auf denen es nicht in der Domwand verankert werden konnte, für die Alu-Kassettendächer tragfähig zu machen.

Hinsichtlich der Gerüsttechnik vertraut Gerüstbau Schmiedt auf Systeme aus dem Haus scafom-rux, einem Hersteller moderner Gerüstsysteme mit mehr als 60-jähriger Erfahrung als Partner und Lieferant der Gerüstbaubranche. Im Wesentlichen wurde das Modulgerüst Rux-Variant für die Gerüstkonstruktion eingesetzt und für das Wetterschutzdach über den beiden Türmen das Kassettendach Rux-Alu-Rasant.

Neben der Windangriffsfläche, die bei Gerüsten einer solchen Dimension immer berücksichtigt werden muss, gab es für die Beteiligten zwei weitere, große Herausforderungen, die ingenieurmäßig gelöst werden mussten. Einerseits war das die Tatsache, dass das Gerüst an den Türmen nur an zwei Seiten gegründet werden konnte. Andererseits musste zwischen den Türmen ab einer Höhe von etwa 24 m bis zu einer Höhe von 30 m eine Plattform errichtet werden, die die beiden Gerüste miteinander verband und zur Lagerung von Material und Gerätschaften diente. Diese Plattform hat eine Spannweite von knapp 10 m.

Da die Türme einerseits im sogenannten Helmbereich von allen Seiten eingerüstet werden mussten, andererseits aber nur auf zwei Seiten am Boden aufgestellt werden konnten, wurden ab einer Höhe von rund 26 m aufwändige Stahl- und Gitterträgerkonstruktionen erforderlich. Diese führten teilweise durch die Türme hindurch, um dann auf jeweils zwei Seiten die massive Gerüstkonstruktion aufnehmen zu können. Zusätzlich wurden im unteren Bereich des Gerüstes sowohl innen als auch außen Doppelständer gebaut, um der immensen Belastung der Gesamtkonstruktion standzuhalten.

Dass die Dachkonstruktion des Mittelschiffes nicht belastet werden durfte, erhöhte die Herausforderung zusätzlich. Im Bereich der beiden Dächer wurde die Gerüstkonstruktion mit Hilfe von zweibohligen Konsolen an die Dachschräge angepasst, damit die verschiedenen Gewerke gefahrlos ihre Arbeiten durchführen konnten.

Weit mehr als 3000 m² Gerüstmaterial Rux-Variant sowie etliche laufende Meter Gitterträger und Gerüstrohre wurden an dem Objekt verbaut. Mit Hilfe eines Autokranes sowie verschiedener Aufzüge – zwei davon auf der Bühne zwischen den Türmen platziert – wurde das Material von der Firma Schmiedt sicher und wirtschaftlich an die entsprechenden Stellen transportiert.

Für die sichere Gerüstbesteigung und den komfortablen Transport von Material und Werkzeug durch die nachfolgenden Gewerke wurde ein Treppenturm mit Aluminiumtreppen errichtet. Die zum Gerüstaufbau verwendeten Aufzüge standen auch während der Sanierungsphase zur Verfügung. Die Türme erstrahlen nun in einem neuen Glanz, und die abgeschlossenen Arbeiten lassen darauf hoffen, dass der Mariendom zu Andernach weitere 800 Jahre überstehen wird. Und Gerüstbau Schmiedt kann sich ein weiteres Prestigeobjekt auf seine Referenzliste setzen.

"Eine 50-Meter-Kirchturmrüstung ist schon eine Herausforderung. Aber ein Doppelturm mit dazwischen gespannter Bühne und als Krone noch zwei Wetterschutzdächern auf freistehendem Gerüst, das ist in der Kombi schon einmalig – da geht einem echt das Herz auf," meint der Planungsverantwortliche Christian Schmiedt begeistert.

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