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Pilotprojekt in Berlin

Ressourcen schonenden Beton entwickelt

Baustellen, Baustoffe, Betonbau und Stahlbetonbau, Hochbau

Investitionssumme 33,8 Mio. Euro: Der Neubau an der Philippstraße Ecke Hannoversche Straße wird ab 2015 auf vier Vollgeschossen Labor-, Seminar- und Praktikumsräume sowie Büroflächen bereithalten.

BERLIN (ABZ). - Das neue Forschungs- und Laborgebäude für Lebenswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin entsteht fast vollständig aus einem ressourcenschonenden Beton mit rezyklierter Gesteinskörnung. Nach dem Willen des Berliner Senats soll das Projekt wegweisend für öffentliche Bauvorhaben sein.

Etwa 3800 m³ Transportbeton liefert die Cemex Deutschland AG auf den Campus Nord der Humboldt-Universität Berlin. Der Bauherr, die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, fordert einen besonderen Baustoff: Das neue Forschungs- und Laborgebäude für Lebenswissenschaften entsteht fast vollständig aus einem Beton, der unter anteiliger Verwendung von rezyklierter Gesteinskörnung (RC-Körnung) hergestellt wird. Cemex Deutschland hat für den architektonisch anspruchsvollen Neubau einen Beton der Güte C30/37 entwickelt, dessen Gesteinskörnungsfraktion 8/16 mm aus einem fachgerecht aufbereiteten Altbeton besteht – aus Betonbruchstücken, die in Brechern und Prallmühlen auf die benötigten Korngrößen gebracht wurden.

"Betone mit rezyklierter Gesteinskörnung müssen die gleichen Anforderungen wie jeder konventionelle Transportbeton erfüllen, von dem sie sich weder in den Frisch- noch in den Festbetoneigenschaften unterscheiden", erklärt Marcel Busch, Regionalleiter Mineralische Rohstoffe Nord-Ost der Cemex Deutschland AG. "Produkte aus RC-Baustoffen haben sich im Straßen- und Tiefbau schon bewährt. Bei dem Neubau der Humboldt-Universität wird zum ersten Mal in Berlin ein Beton mit rezyklierter Gesteinskörung als Konstruktionsbeton im Hochbau eingesetzt. Wir freuen uns, bei diesem Pilotprojekt dabei zu sein."

Nach den Vorstellungen des Berliner Senats soll es weitere Projekte geben, denn die Kreislaufführung von Baustoffen auch im Hochbau kann dazu beitragen, die Gewinnung primärer mineralischer Rohstoffe zu vermindern und natürliche Ressourcen zu schonen. Thomas Schwilling vom Fachbereich Abfallwirtschaft und nachhaltige Beschaffung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt erklärt: "Der Berliner Senat hat vor, künftig bei öffentlichen Hochbaumaßnahmen verstärkt die Verwendung von Beton mit rezyklierter Gesteinskörnung zu fordern."

Bei dem Bauvorhaben auf dem Campus der Humboldt-Universität sammeln die Projektpartner wertvolle Erfahrungen mit der Herstellung und Anwendung des ressourcenschonenden Baustoffs. Gemeinsam konnten sie viele Hürden meistern, von der Materialverfügbarkeit bis zum technischen Einsatz der Betone.

"Einen solchen Beton für den Hochbau herzustellen bedarf einer erheblichen betontechnologischen und bauchemischen Kompetenz, die in unserem Unternehmen zum Glück vorhanden ist", so Andreas Hohenegger, Regionalleiter Transportbeton Nord-Ost der Cemex Deutschland AG. "Dieser Baustoff ist komplizierter als ein Normalbeton, und man braucht viel Erfahrung, um damit umzugehen. Unsere Betontechnologen, Mischmeister und Disponenten halten deshalb einen intensiven Kontakt mit der Heim Deponie und Recycling GmbH, die die rezyklierte und zertifizierte Gesteinskörnung aufbereitet. Wir stimmen uns eng ab, um eine gleichbleibende Qualität des RC-Materials sicherzustellen. Doch dieser Mehraufwand lohnt sich: Man erhält zum einen ein Endergebnis, das auch bei anspruchsvollen Bauvorhaben alle bautechnischen Anforderungen ebenso gut wie ein konventioneller Beton erfüllt, und zum anderen schont man die Umwelt."

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