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Pilotprojekt in Stuttgart

Straßenbelag soll Schadstoffe senken

ClAir Asphalt: Das mit Titandioxid versetzte Granulat wird über den fertigerintegrierten Streuer in die Asphaltdeckschicht eingebunden.

Stuttgart (ABZ). – Das Tiefbauamt der Stadt Stuttgart erneuert am Neckartor, im Streckenabschnitt zwischen Willy-Brandt-Straße und Cannstatter Straße, die Fahrbahnen mit einem photokatalytischen Straßenbelag. Über die komplette Fahrbahnbreite wird ein Clean Air (ClAir) Asphalt der Strabag AG eingebaut. Der Belag ist mit einer besonderen Deckschicht versehen und soll dazu beitragen, die Luftbelastung durch Stickoxide zu verringern. Ministerialdirigent Andreas Hollatz, Leiter der Abteilung Straßenverkehr und Straßeninfrastruktur im Verkehrsministerium Baden-Württemberg, Wolfgang Schanz, Leiter des Tiefbauamts der Stadt, und Peter Hübner, Vorstand der Strabag AG, haben kürzlich die Maßnahme erläutert. Der High-Tech-Belag ist Teil der 3. Fortschreibung des Luftreinhalteplanes zur Minderung der Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Belastungen. Ministerialdirigent Hollatz sagte: "Insgesamt hat sich die Schadstoffbelastung der Luft in den letzten Jahren aufgrund zahlreicher Luftreinhaltemaßnahmen deutlich verbessert. Inwieweit und in welchem Umfang hierbei schadstoffreduzierende Fahrbahnbeläge einen substanziellen Beitrag leisten können, werden wir hier und bei einem weiteren Pilotprojekt mit der Strabag AG in Stockach untersuchen."

Das Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Ministerium für Verkehr, hatte die Stadt aufgefordert, die im Luftreinhalteplan festgehaltene Maßnahme bis Ostern 2019 umzusetzen. Es beteiligt sich finanziell mit insgesamt bis zu 200 000 Euro, das sind 50 % der Kosten für die spezielle Deckschicht. Die Stadt übernimmt die restlichen 50 % sowie die Erneuerung der darunterliegenden Asphaltschichten. Die Gesamtkosten betragen rd. 700 000 Euro. Schanz sagte: "Das Tiefbauamt arbeitet intensiv daran, den Zustand der Infrastruktur in Stuttgart zu erhalten und wo notwendig zu verbessern. Eine moderne Infrastruktur ist die Voraussetzung für einen guten Verkehrsfluss. Wenn wir mit dem hier angewandten Sanierungsverfahren einen Beitrag dazu leisten können, die Belastungen der Luft durch den Autoverkehr zu reduzieren, dann umso besser." Das eingesetzte photokatalytische Abstreumaterial mit Titandioxid baut giftige Stickoxide ab und wandelt diese in unschädliche Stoffe um. So soll der neue Fahrbahnbelag einen Beitrag zur Stickstoffdioxidreduktion leisten. Über ein vom Strabag Kompetenzzentrum TPA entwickeltes Einbauverfahren wird das Abstreumaterial direkt in die Asphaltoberfläche eingebunden. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet, um zu messen, wie groß der schadstoffmindernde Effekt des Asphalts ist. Der neuartige Asphalt wurde von der Strabag AG und ihren Verbundpartnern im vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts Nachhaltiger HighTech-Asphalt (NaHiTAs) entwickelt.

Hübner sagte: "Als deutsche Marktführerin im Verkehrswegebau versteht sich die Strabag AG auch als Innovationstreiberin für die Branche. Deshalb freue ich mich, dass wir auf der Pilotstrecke an dieser exponierten Stelle nun bundesweit erstmals die Gelegenheit haben, unseren nachhaltigen ClAir Asphalt einzubauen. Mit dieser Innovation aus dem Forschungsprojekt NaHiTAs hoffen wir nun, einen spürbaren Beitrag zur Luftreinhaltung in Stuttgart leisten zu können."

Die Arbeiten im Schichtbetrieb wurden in der ersten Woche der Osterferien, zwischen dem 12. und dem 18. April, durchgeführt. Um die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten, wurde auch nachts gearbeitet. Während der Arbeiten waren stets zwei Fahrstreifen je Fahrtrichtung befahrbar. Auf dem rd. 300 m langen Abschnitt Am Neckartor wurden insgesamt ca. 8200 kg des Clean Air Granulats in die Asphaltdeckschicht eingewalzt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 17/2019.

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