Plan für die kommenden Jahre

Industrie 4.0 wird Herausforderung für die Zukunft

von: Jennifer Schüller
bema Unternehmen
Sonja Koopmann arbeitet seit 1999 bei bema, nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters, ist sie seit 2012 Geschäftsführerin des Familienunternehmens. Foto: Schüller

Voltlage-Weese . – Von der kleinen Schmiede zu einem international agierenden Familienunternehmen – in knapp 80 Jahren Firmengeschichte hat sich bema zu einem der bekanntesten Kehrmaschinen-Anbieter am Markt entwickelt. Gut die Hälfte des Umsatzes des Reinigungs-Spezialisten generiert sich heute aus dem Export-Geschäft. Um die Produktionskapazitäten noch weiter zu verbessern, hat sich bema-Geschäftsführerin Sonja Koopmann das Thema Industrie 4.0 auf die Fahne geschrieben und will damit das Unternehmen in eine erfolgreiche Zukunft führen. Angefangen hat für bema alles im Jahr 1940 mit Heinrich Berens. Er wagte damals mit einer Schmiede den Schritt in die Selbstständigkeit. Begleiteten den gelernten Schmied bei seiner Arbeit zunächst die klassischen handwerklichen Tätigkeiten wie Huf- und Ackerwagenbeschlag sowie Metallarbeiten, änderte sich seine Ausrichtung in den 50er-Jahren, als die ersten Traktoren begannen, das Pferd in der Landwirtschaft zu ersetzen. Berens erkannte früh das Potential und konzentrierte sich zunehmend auf Dreharbeiten, Reparaturen und Umbauten der Landmaschinen und baute sich zusätzlich als Zwischenverkäufer ein zweites Standbein auf. "Mein Opa hat sich damals recht schnell eine elektrische Drehmaschine gekauft, um für Landwirte auch Dreharbeiten erledigen zu können", sagt Sonja Koopmann im Gespräch mit der ABZ. Sie leitet das Familienunternehmen seit 2012.Ende der 60er-, Anfang der 70er-Jahre stieg Berens' Sohn Günther in das Geschäft mit ein, fortan positionierte sich das Familienunternehmen unter dem Namen "Berens Landmaschinen" am Markt und zeigte damit deutlich die Ausrichtung des Betriebs. Günther Berens, gelernter Landmaschinenmechaniker-Meister baute die Landmaschinenreparatur über die Jahre weiter aus und begann zudem, als Zulieferer zu arbeiten. "U. a. wurde damals neben der Deutschen Bahn auch ein Hersteller von Landtechnik beliefert, für deren Mischstreuer die rotierenden Walzen geschweißt wurden", sagt Koopmann. Doch die Veränderungen in der Landwirtschaft zwangen auch Berens Landmaschinen zu einer Neuausrichtung. Das Geschäft mit Landmaschinen ging zurück. "Dadurch, dass im Umkreis viele andere kleine Schmieden ebenfalls Landmaschinen verkauft haben, wurde es immer schwieriger. In der Zeit hat mein Vater im Jahr eine große Anzahl Schlepper verkauft und am Ende ist dabei kaum etwas übrig geblieben", beschreibt Koopmann die nicht ganz einfache Zeit für das Unternehmen.

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Blick zurück: Im Jahr 1940 startete Sonja Koopmanns Großvater, Heinrich Berens, mit einer eigenen Schmiede in die Selbstständigkeit. Foto: Bema

Doch Ende der 80er-Jahre tat sich für Günther Berens eine Chance auf, die er am Schopfe packte – und die bema zu dem macht, was es heute ist: Spezialist für Anbaukehrmaschinen. Wie es der Zufall so wollte, erreichte Günther Berens die Anfrage nach einer Kehrmaschine und der "Tüftler", wie ihn seine Tochter Sonja beschreibt, begann sein Werk: "Er hat sich dann mit der Thematik näher beschäftigt, hat geguckt, was es bereits gibt und was noch verbessert werden könnte und war sich dann relativ schnell sicher, dass man daraus mehr machen kann." Und so entwickelte Berens und bewies Anfang der 90er-Jahre Risikobereitschaft, als er eine Bestellung von 400 Rohteilen in Auftrag gibt – ohne ein Händlernetz für den Vertrieb in der Hinterhand zu haben.Doch die Rechnung ging auf. Berens gelang es, die Kehrmaschinen an den Mann zu bringen und das sogar so gut, dass die Zuliefertätigkeiten sowie die Landmaschinenreparatur nicht viel später komplett eingestellt wurden und man sich ausschließlich auf das neue Geschäftsfeld konzentrierte. Passend dazu änderte sich auch der Firmenname. "Berens Landmaschinen" wurde zur "Berens GmbH & Co. KG Maschinenfabrik", kurz bema. "Am Anfang bedeutete das für uns natürlich Klinkenputzen", sagt Koopmann, die im Jahr 1999 in das Geschäft mit einstieg. Schließlich habe man sich Anfang der 90er-Jahre erst einen Markt erschließen müssen. Eine der größten Herausforderungen sei deshalb gewesen, das Produkt Kehrmaschine bekannt zu machen. Früh stellte man sich denn auch auf der Agritechnica und der bauma vor und machte sich langsam aber sicher einen Namen und erweiterte das Anbaukehrmaschinen-Sortiment um Schneeschilder und Wildkrautbürsten.

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Moderne Architektur: Das bema-Gelände ist am Ortsteingang von Voltlage-Weese nicht zu verfehlen. Foto: Schüller

Heute gehört bema zu den bekanntesten und erfolgreichsten Anbau-Kehrmaschinenherstellern (jährlich werden bis zu 4500 Maschinen rein auftragsbezogen produziert) und das zeigt sich nicht nur an der Größe des Werksgeländes – welches sich auch nach 80 Jahren noch am selben Standort befindet – sondern auch der Mitarbeiterzahl. Zählte bema Anfang der 90er-Jahre noch um die 15 Personen, beschäftigt das Familienunternehmen heute rd. 50. Und auch wenn der Standort noch derselbe ist, auf dem Werksgelände hat sich Vieles verändert. "Die ersten 2000er-Jahre haben wir fast jedes zweite Jahr eine neue Halle gebaut, weil sich alles so rasant entwickelt hat", erinnert sich Koopmann zurück. Das Ergebnis: Heute erstreckt sich das gesamte Firmenareal über 6 ha mit einer überdachten Fläche von ca. 17.000 m².Und auch das Vertriebsgebiet ist über die Jahre beständig gewachsen – rd. 55 bis 60 % beträgt der Exportanteil. "Im Grunde sind wir fast überall auf der Welt vertreten außer den USA und Kanada", sagt Koopmann. Den Löwenanteil bilden dabei die Kehrmaschinen. Schneeschilder machten etwa 10 % aus. Bei dieser Sparte komme neben den milden Wintern das Problem hinzu, dass speziell im Winterräumbereich günstige Hersteller verstärkt auf den Markt drängten.

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Blick auf das Portfolio: bema fertigt neben Kehrmaschinen auch Schneeschilder und Wildkrautbürsten an. Foto: bema

Nach dem Tod von Günther Berens, leitet seit 2012 seine Tochter Sonja Koopmann die Geschäfte und mit ihr an der Spitze wappnet sich bema für die Zukunft. Eines der wichtigsten Themen stellt für sie dabei das Thema "Industrie 4.0" dar, bei der sich die Produktion mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik verbindet. Treibende Kraft dieser Entwicklung ist die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. "Für uns heißt das konkret, dass wir versuchen wollen die Produktion zu steigern und Prozessoptimierung betreiben", erklärt Koopmann. "Für uns geht es dabei eher um Steuerungsprozesse." Viele hätten wenn sie den Begriff "Industrie 4.0" hören gleich eine Produktionshalle nur mit Robotern und ohne Menschen vor Augen, für ein kleineres Unternehmen, könne "Industrie 4.0" aber ebenso bedeuten die eigene EDV auf- oder umzurüsten und Prozesse weiter zu digitalisieren.Abgesehen vom Aspekt der Digitalisierung, die Einzug in den Produktionsprozess bei bema gehalten hat, konzentriert sich das Unternehmen mit Koopmann auch auf andere Weise auf die Zukunft: mit dem Thema Nachwuchs, denn bema bildet aus: "Zwei unserer letzten Auszubildenden – ein Konstruktionsmechaniker und eine Industriekauffrau – haben wir übernommen. Seit August bilden wir zudem das erste Mal einen dualen Studenten in technischer BWL aus."bema wird auf der GaLaBau in Nürnberg eine Auswahl seiner Produktpalette präsentieren. In Halle 9 am Stand 330 haben Besucher die Möglichkeit, sich über das vielfältige Angebot des niedersächsischen Unternehmens zu informieren.

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