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Planen für die Zukunft

Visionärer Siegerentwurf für Hamburgs neuen Stadtteil

Hamburg (ABZ). -  Mit Oberbillwerder entwickelt die IBA Hamburg in enger Abstimmung mit der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen und dem Bezirk Bergedorf einen neuen Stadtteil, der in Hamburg, aber auch europaweit Maßstäbe für die Stadtentwicklung setzen soll: attraktiv, inklusiv und integrativ, umweltfreundlich und zukunftsbeständig und mit einer hohen Lebensqualität. Oberbillwerder soll ein Quartier für unterschiedliche, nach Herkunft, Einkommen, Alter und Lebenslage gut gemischte Bevölkerungsgruppen werden und mit Bauprojekten von privaten und städtischen Bauträgern, Genossenschaften und Baugemeinschaften eine lebendige Nachbarschaft schaffen. Dazu zählen neben Wohnungen auch vielfältige Angebote für Arbeit, Bildung und Freizeit sowie identitätsstiftende öffentliche Räume mit hoher Aufenthaltsqualität.

Besonderheiten des Siegerentwurfs von ADEPT mit Karres+Brands und Transsolar: Der Entwurf „The Connected City“ ist eine Vision, in der die neue Stadtstruktur die bestehende Landschaftsstruktur aus linearen Entwässerungsgräben aufgreift. Die blaugrünen Adern schlängeln sich durch den neuen Stadtteil und prägen die öffentlichen Räume. Das Planerteam schlägt direkt an der S-Bahnstation Allermöhe eine gläserne Markthalle, an die sich das Bahnquartier mit einem kommerziellen Zentrum anschließt, vor. Hier finden sich Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomieangebote und ein Schwimmbad, welches fußläufig von der S-Bahn erreichbar ist. Alle öffentlichen Funktionen wie Schulstandorte und Kitas sind entlang eines Grünen Loops angeordnet und können auch ohne Auto problemlos erreicht werden. Während die Bau- und Nutzungsdichte an der S-Bahnstation deutlich höher ist, nimmt sie zum landschaftlich geprägten Stadtrand deutlich ab. Hier entstehen neue Kleingartenanlagen, Townhouses und naturnahe Spielplätze, die einen behutsamen Übergang in die historische Kulturlandschaft Billwerders ermöglichen. Im Osten entstehen ein gro.zügiger Aktivitätspark als zentrale öffentliche Sportanlage, im Westen ein Blauer Sportpark, der bei Starkregenereignissen geflutet werden kann. Zur Reduzierung des Verkehrs sind an mehreren Stellen Mobilitätsstationen und City Hubs zur Anlieferung von Waren oder Paketen vorgesehen. Am S-Bahnhof Allermöhe sind neue Bike & Ride Abstellmöglichkeiten geplant. Der Kfz-Verkehr wird über eine Haupt-Ringstraße geführt und über drei Anbindungen an das vorhandene Straßennetz angeschlossen. Öffentliches und privates Parken ist in mehreren Quartiersgaragen vorgesehen. Dadurch werden das Zentrum und viele Teilquartiere vom motorisierten Verkehr deutlich entlastet. Für Fußgänger und Radfahrer sind unter dem Bahndamm Richtung Süden mehrere Durchstiche sowie eine neue Brücke zum Skatepark in Neuallermöhe vorgesehen. Die Planer schlagen zudem zahlreiche Brücken und Wegeverbindungen über die neuen Entwässerungsgräben vor.

Dr. Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen: „Die Jury hat mit dem Entwurf von „The Connected City“ des Büros ADEPT ApS mit Karres en Brands Landschaps-architecten und Transsolar Energietechnik ein zukunftsweisendes Konzept für Oberbillwerder ausgewählt. Der Wettbewerbliche Dialog ist damit abgeschlossen, wir können nun den Masterplan für Oberbillwerder entwickeln. Das Besondere an dem Entscheidungsprozess war die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, die sich mit Anregungen, Ideen und Kritik eingebracht haben. Oberbillwerder soll ein attraktiver Stadtteil für alle werden, mit bezahlbaren Wohnungen mitten im Grünen und gut angebunden. Wir wollen einen Stadtteil schaffen, der uns zeigt, wie das Hamburg der Zukunft aussehen soll. Oberbillwerder soll für die Lust am Gestalten stehen, mit der Möglichkeit, einen lebendigen und urbanen, in die Zukunft gerichteten Stadtteil im Rahmen unserer Strategie ‚Mehr Stadt an neuen Orten‘ in einer schönen Natur- und Kulturlandschaft zu entwerfen.“

Franz-Josef Höing, Oberbaudirektor: „Der jetzt ausgewählte Entwurf bietet eine exzellente planerische Grundlage. Das Konzept geht sehr präzise auf die sensible Kulturlandschaft ein und entwickelt daraus einen sehr spezifischen Beitrag für diesen Ort. Er hat ein gutes Gespür für den richtigen Maßstab, schafft ein vielfältiges Angebot unterschiedlichster Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten und macht mit den ersten Vorschlägen zu möglichen Architekturvorstellungen große Lust.“

Karen Pein, Gesch.ftsführerin IBA Hamburg GmbH: „Der Entwurf stellt nicht die Gebäude in den Mittelpunkt, sondern die Menschen und das Lebensgefühl. Gesundheit, Ernährung, Sport sind die Leitlinien für Hamburgs 105. Stadtteil, für den uns nun ein vielseitiges Grundkonzept vorliegt, welches zugleich dynamisch auf zukünftige Entwicklungstendenzen im Städtebau reagieren kann. In Oberbilllwerder werden lebendige und gemischte Quartiere unterschiedlicher Prägung und viele kleine Perlen entstehen, so dass sich jeder hier wohlfühlen kann.“

Arne Dornquast, Bezirksamtsleiter Bergedorf: „Der Siegerentwurf zeichnet für Oberbillwerder eine Vision von hoher Qualität für die Zukunft Bergedorfs. Er zeigt, dass sich der Bezirk mit Augenmaß und in all seiner Vielfalt weiterentwickeln und in die wertvolle Landschaft einbetten kann, ohne sie zu zerstören. Die Erfordernisse der besonderen Marschlandschaft wurden genauso berücksichtigt, wie die Verbindung zu den benachbarten Quartieren. Diese Vision des Siegerentwurfs zeigt, dass ein Zusammenspiel von städtischer Struktur in einem landschaftlich hochwertigen Gebiet sehr gut gelingen kann. In Oberbillwerder entsteht nun ein Quartier der Zukunft mit Strahlkraft für Bergedorf und die Stadt Hamburg.“

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