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Podestblock aus Leichtbeton

Übergangslösung auf Burg Eltz gefunden

Die Wehrmauer der Burg Eltz ist zum Elzbach hin ausgerichtet. Unten an der Mauer ist die temporäre Abstützung am Wandfuß zu sehen. Rechts an der Mauer ist der geschädigte Wandabschnitt zu sehen, der händisch abgetragen wird.

Wierschem (ABZ). – Um den gastronomischen Betrieb der Burg Eltz in Wierschem ungehindert starten zu können, wurde ein Leichtbeton-Podestblock mit dem Leichtzuschlag Bisorock als provisorischer Küchenzugang vor Ort hergestellt.

Die Burg ist eine der bekanntesten Burgen Deutschlands und von Anfang April bis Anfang November Jahr für Jahr ein beliebtes Ausflugsziel. Daher musste der Restaurationsbetrieb während der Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten ungehindert weitergehen.

Seit November 2018 führt die Bauunternehmung Claessen GmbH & Co. KG an der zum Elzbach hin gelegenen Wehrmauer behutsam Sanierungsarbeiten aus. Diese sind notwendig, da sich in der Mauer aus Schiefer und Grauwacke vertikale und horizontale Fugen zeigten.

Die Bauunternehmung trägt dazu händisch die Natursteine ab und führte zusätzlich Ausschachtungen aus, um diesen Mauerabschnitt soweit notwendig zurückzubauen. Die Arbeiten erfolgen in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde, dem Architekten Thomas Gläßer vom Architekturbüro Heinrich + Steinhardt, Bendorf-Sayn, und den Auftraggebern Dr. Karl und Jakob Grafen zu Eltz, um die Mauer wieder standsicher zu gründen.

Anschließend wird die Wehrmauer in traditioneller Handwerkskunst mit den gleichen Steinmaterialien wieder aufgebaut. Dazu werden die ausgebauten Steinbrocken und Schieferplatten, soweit wieder verwendbar, zwischengelagert.

Alle Arbeiten müssen weitestgehend von Hand ausgeführt werden, da die Burg nur über eine schmale und sehr steile Zufahrt, max. mit 3,5-t-Fahrzeugen, angefahren werden kann. Außerdem werden die Arbeiten bei laufendem Burgbetrieb, also Besichtigungen, Führungen und Restauration, vorgenommen. Um diesen Ablauf möglichst ungestört zu gewährleisten, wurde ein vorläufiger Küchenzugang mit einem rd. 7 m³ umfassenden Podestblock in nur vier Arbeitstagen hergestellt. Die Bauunternehmung entschied sich aus Zeit-, Kosten- und Logistikgründen gegen eine Stahl- oder Holzkonstruktion und für den Einsatz eines möglichst mageren und einfach rückbaubaren Leichtbetons.

Als Zuschlag wurde ein regionaler Baustoff, der Naturbims, verwendet. Zur Sicherung der Homogenität setzte die Bauunternehmung ausschließlich auf aufbereiteten Naturbims der Marke Bisorock. Hierbei handelt es sich um ein luftporenreiches, kiesförmiges Mineral aus rein silikatischen Grundstoffen. Andreas Claessen entschied sich für eine Mischung aus Bisorock Edelbims mit der Körnung 10 bis 14 mm und als Feinanteil für den Bisorock Siebbims in der Körnung 0 bis 4 mm, um keinen Sand einsetzen zu müssen.

Vor Ort wurde mit einem handelsüblichen "Betonmischer" der Leichtzuschlag aus dem Hause Bisotherm mit Zement und Wasser gemischt.

Durch die Eigenfeuchte des Leichtzuschlages musste relativ wenig Wasser zugegeben werden, um die leicht zu verarbeitende Leichtbetonmischung herzustellen. Auf diese Art und Weise konnte die Bauunternehmung einen völlig homogenen Leichtbeton-Podestblock gießen. Lediglich für die Geländerbefestigung wurden in zwei Ebenen Verankerungseisen einbetoniert. Verdichtet wurde der Leichtbeton durch leichtes Stampfen und Stochern mit Kanthölzern. Der Podestblock sollte zusätzlich bergseitige Staunässe hinter dem Block vermeiden, weshalb eine gewisse Wasserdurchlässigkeit des Leichtbetons erwünscht ist.

Aus Gewichtsgründen ist bei der Herstellung wie auch während der laufenden Sanierungsarbeiten an der Wehrmauer nach Vorgaben der statischen Beurteilung darauf zu achten, möglichst wenig Gewicht und somit Druck auf die geschädigte Wehrmauer auszuüben, weshalb das rd. 7 m³ umfassende Podest wie auch das Arbeitsmaterial möglichst leichtgewichtig sein musste. Vorsorglich wurde Aushub und nicht zu verwendendes Steinmaterial am Fuße der Wehrmauer in Gitterkästen als "Gegengewicht" gefüllt. Um sie im Landschaftsbild möglichst verschwinden zu lassen, entschied sich der Graf zur Abdeckung der Interimsabstützung mit Tarnnetzen.

Bei der letzten Vulkanaktivität in Deutschland vor 11 000 bis 12 500 Jahren lagerte sich dicht unter der Erdoberfläche luftporenreiches, kiesförmiges Mineral aus rein silikatischen Grundstoffen – dem Naturbims – ab. Nach dem Abbau und der Veredelung durch Bisotherm wird dieser ökologisch Rohstoff zu einem innovativen Leichtzuschlag und einem ökologisch wertvollen Substrat.

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