Polizeiinspektion auf Leichtbetonbasis gebaut

Dienstgebäude mit monolithischem Sockelgeschoss realisiert

Wasserburg (ABZ). – Besonderes Kennzeichen der neuen Polizeistation in Wasserburg ist das monolithische Sockelgeschoss aus Liapor-Leichtbeton in 57 cm Stärke. Es ist robust, hochwärmedämmend sowie feuchte-regulierend und punktet durch Langlebigkeit und Recyclingfähigkeit auch unter ökologischen Gesichtspunkten, versichert der Hersteller.
Beton
Auf der Ostseite ziert ein Reliefbild die Polizeistation, deren Sockelgeschoss aus Liapor-Leichtbeton besteht. Foto: Sabine Straub

Mehr als 45 Jahre war die Wasserburger Polizei in einem angemieteten Gebäude aus dem Jahr 1913 in der Wasserburger Innenstadt untergebracht. Da dieses jedoch nicht mehr zeit- und zweckmäßig war, wurde 2015 der Neubau einer modernen Station im Stadtteil Burgau westlich der Altstadt beschlossen. Die Planungsleistung wurde durch das Staatliche Bauamt Rosenheim ausgelobt. Den entsprechenden Wettbewerb entschieden Krug Grossmann Architekten mit Sitz in München und Rosenheim für sich. Ihr Konzept beinhaltete ein zweihüftiges, zweigeschossiges Hauptgebäude sowie die zum Innenhof orientierten Nebengebäude und Garagen mit insgesamt mehr als 700 m² Nutzfläche. Im leicht abgewinkelten Hauptgebäude befinden sich Büro- und Verwaltungsräume, während im Nebengebäude unter anderem ein Kfz-Wasch-und-Pflegeraum untergebracht ist. Im rückwärtigen Teil befinden sich die zahlreichen Garagen und Carports, die den zugehörigen großen Polizeihof umgrenzen.

Beständiger Baustoff

Das besondere Element der neuen Polizeistation Wasserburg ist das in Liapor-Leichtbeton ausgeführte Erdgeschoss. "Der Baustoff bietet ein hohes Maß an Beständigkeit und Dauerhaftigkeit und passt damit sehr gut zur Polizeistation", erläutert Architekt Sven Grossmann. "Der Liapor-Leichtbeton sorgt dank der enthaltenen diffusionsoffenen Blähtonkugeln außerdem für ein sehr gutes, ausgeglichenes Innenraumklima. Seine feuchtigkeitsregulierende Wirkung und Trägheit gegenüber Temperaturschwankungen beugen Kondensatproblemen insbesondere an den technischen Einrichtungen der Polizeistation vor." Daneben erfüllt die monolithische Gebäudehülle in 57 cm Stärke auch die für derartige Dienstgebäude geltenden Sicherheitsvorschriften. Die Entscheidung für den Liapor-Leichtbeton fiel bei der Polizeistation aber auch aus ökologischen Gründen. Denn die Gebäudehülle bietet dank sehr guter Wärmedämmeigenschaften die erforderliche Energieeffizienz, und zwar ganz ohne zusätzliches Wärmedämmverbundsystem. "Unser Ziel ist es, nachhaltig zu bauen und der nächsten Generation keine Schadstoffe zu hinterlassen. Auch deswegen haben wir uns für Liapor-Leichtbeton als recyclingfähiges und wiederverwertbares Material entschieden – zumal der Baustoff sehr robust ist und eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren aufweist", betont Grossmann.

"Das Bauen mit Leichtbeton stellte natürlich eine Herausforderung dar, die sich aber durch den Einsatz aller Beteiligten gut meistern ließ", fährt der Fachmann fort. Zur Sicherstellung der gewünschten Qualität wurden vorab mehrere Musterwände erstellt. 2021 erfolgte dann innerhalb weniger Monate der Rohbau des Erdgeschosses. Den Liapor-Leichtbeton mit der Betongüte LC12/13D1.2 mit Liapor F3,5 und K-Sand erstellte nach Liapor-Rezeptur die Raab Schornsteintechnik GmbH in Eiselfing, als Lieferant fungierten die Union Beton Werke GmbH in Söchtenau. Die Bauausführung übernahm die Rudolf Mayer GmbH in Griesstätt.

Sichtbetonoptik direkt nach dem Schalen

Sämtliche Außen- und Innenflächen des Erdgeschosses erscheinen in natürlicher Sichtbetonoptik überwiegend so, wie sie direkt nach dem Ausschalen zutage traten. Auf größere Nachbesserungen und Kosmetik wurde bewusst verzichtet. Sie bilden in ihrer ganz eigenen Unregelmäßigkeit gerade im Inneren einen reizvollen Kontrast zur weitgehend hellen Ausstattung der Diensträume. "Die Sichtbetonflächen wirken in den Büros fast wie Bilder. Sie sind sehr lebhaft, aber eben auch sehr strapazierfähig", erklärt der Architekt.

Nach knapp zweijähriger Gesamtbauzeit erfolgte Ende September 2022 die Übergabe des rund 6,4 Millionen Euro teuren Objekts, das den rund 40 Polizeibeschäftigten vor Ort beste Arbeitsbedingungen bietet. Die Stirnseite der Ostfassade des Gebäudes ziert mittlerweile ein Reliefbild der Künstlerin Sabine Straub, das sich im Vorbeigehen wandelt und die Bergsilhouette im Inntal aufgreift. "Wir sind sehr zufrieden mit dem Gebäude", resümiert Grossmann, der aktuell mit Liapor-Leichtbeton auch die Polizeidienststelle in Traunreut errichtet. "Es ist ein solider und funktionaler Sonderbau, dessen Charakter sich in seiner Materialität und Ausformung widerspiegelt und der die Ansprüche an eine zeitgemäße Polizeidienststelle sehr gut erfüllt."

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