Bauaussichten 2018

Positive Aussichten für den Gerüstbau

Von Wolf Christian Behrbohm, Geschäftsführer Wilhelm Layher, Güglingen-Eibensbach

Das Jahr 2017 war ein sehr erfreuliches Jahr für die deutsche Wirtschaft und die Wachstumsaussichten für das kommende Jahr werden ebenfalls sehr positiv eingeschätzt. Die Kapazitäten sind gut ausgelastet, die Beschäftigung steigt weiter. Dies hat auch positive Auswirkungen auf die Baubranche, denn die gute Lage am Arbeitsmarkt und steigende Einkommen kurbeln nicht nur den privaten Konsum an, sondern sorgen auch für eine anhaltende Neubautätigkeit im Wohnungsbau – derzeit einer der Hauptmotoren im Baugewerbe. Gleichzeitig wirkt sich die gute Konjunktur positiv auf die Bereiche Sanierung und Renovierung sowie den Wirtschaftsbau aus. Aber auch die teilweise dringend notwendigen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur geben deutliche Impulse. Dementsprechend gut war und ist die Auftragslage im Gerüstbau – egal ob im Industriegerüstbau oder bei Neubau und Sanierung. Und die Tendenz ist weiterhin erfreulich: Bereits jetzt sind die Auftragsbücher unserer Kunden für das erste Quartal 2018 teilweise gut gefüllt.

Dies gibt Unternehmern natürlich erst einmal ein gewisses Maß an Planungssicherheit. Allerdings steht der Gerüstbau vor nicht unerheblichen Herausforderungen. Zum einen steht dem merklich gestiegenen Auftragsvolumen ein Mangel an Fach- und Nachwuchskräften gegenüber. Neben einer gezielten Nachwuchsförderung wird es für Gerüstbauunternehmen aus diesem Grund immer wichtiger Systeme einzusetzen, mit denen sich die Leistung und Effizienz im Gerüstbau steigern lassen. Hier setzt unsere Philosophie Layher Lightweight an – mit der Entwicklung leichterer und zugleich tragfähigerer Gerüstbauteile.

Auf der anderen Seite wird derzeit in Fachkreisen das Thema Absturzsicherheit wieder verstärkt diskutiert. Dabei muss das Ziel sein, Maßnahmen zu finden, welche die Sicherheit tatsächlich erhöhen und zugleich wirtschaftlich eingesetzt werden können. Fraglich ist, ob mit der Vorgabe einer bestimmten Sicherungsmaßnahme Unfallzahlen reduziert werden könnten, denn bei allen Überlegungen darf der Faktor Mensch nicht außer Acht gelassen werden. Hält sich der Gerüstbauer auf der Baustelle nicht an die vorgegebenen Sicherungsmaßnahmen, nützen schließlich die besten Maßnahmen nichts.

Für die Erhöhung des Sicherheitsniveaus ist es vielmehr entscheidend, Mitarbeiter für das Thema Sicherheit zu sensibilisieren, Akzeptanz für notwendige Maßnahmen zu schaffen, regelmäßig zu schulen und zu unterweisen, aber auch zu kontrollieren – also zusammengefasst eine Sicherheitskultur im Unternehmen zu implementieren und weiterzuentwickeln.

Der Aus- und Weiterbildung kommt in den nächsten Jahren folglich eine zentrale Rolle zu. Im Handwerk und insbesondere im Gerüstbau wird es jedoch immer schwieriger, Jugendliche für eine Ausbildung zu begeistern. Es gibt viele offene Lehrstellen, obwohl der Gerüstbau mit vielseitigen Aufgaben sowie interessanten Einsatzgebieten punktet und Karrierechancen bietet. Hier ist die Gerüstbaubranche gemeinschaftlich gefragt, denn nur durch eine flächendeckende und kontinuierliche Kommunikation lassen sich die Bekanntheit steigern und Einstellungen dauerhaft verändern: bei Kindern und Jugendlichen – aber auch bei Eltern, Lehrern und Arbeitsämtern. Als Unterstützung im geschäftigen Arbeitsalltag stellt Layher seinen Kunden Marketingunterlagen für die Nachwuchsgewinnung zur Verfügung – mit personalisierbaren und zielgruppengerecht gestalteten Anzeigen, Flyern und Postern sowie Werbeplanen. Darüber hinaus haben Gerüstbauunternehmer die Möglichkeit, sich und ihrer Mitarbeiter im Rahmen der Layher Technik-Seminare oder kundenindividuellen Schulungen fundiert weiterzubilden und damit das Sicherheitsniveau zu erhöhen.

Dem kommenden Jahr sehen wir positiv entgegen. Dabei stehen für uns als verlässlichen Partner zwei Aufgabenstellungen im Fokus. Angesichts der gestiegenen Nachfrage nach Systemgerüsten gehört dazu die Sicherstellung von Lieferbereitschaft und Qualität. Wir investieren deshalb kontinuierlich in unsere hochautomatisierte und durchgängig kontrollierte Fertigung, um Produktionskapazitäten zu erhöhen. In diesem Jahr allein haben wir fünf neue Fertigungsanlagen in Betrieb genommen – darunter eine zweite Rohrstauchanlage für Allround-Stiele LW mit angeformtem Rohrverbinder.

Weitere Maschinen sind bereits bestellt und werden in 2018 in Betrieb genommen. Zudem erweitern wir derzeit unseren Stammsitz in Eibensbach sowie unser Werk 2 im benachbarten Güglingen um 8000 bzw. 6000m² Hallenfläche und schaffen damit Platz für zusätzliche Robotertechnik. Weitere Investitionen sind bereits in Planung – und zwar ganz bewusst in die Erweiterung unserer Fertigungskapazitäten und nicht in Gerüstbaudienstleistung, denn das ist das Geschäft unserer Kunden. Wir stellen her, aber nicht hin.

Darüber hinaus gilt es unsere Kunden bei gewohnten aber auch neuen Aufgabenstellungen durch ein breites Produktprogramm zu unterstützen – ein wichtiger Entwicklungsschwerpunkt im Hause Layher. Ergänzend zu unseren Grundsystemen Blitz und Allround bieten wir daher passende Ausbauteile für verschiedenste Anforderungen. Aktuell zu nennen wäre u. a. das Thema Baustellenschutz – vom Schutz der Umwelt vor Baustellenemissionen wie Staub, Dreck und Lärm bis hin zum Witterungsschutz für die bereits erwähnten Straßenbau- und -sanierungsarbeiten.

Mit den Layher Schutz-Systemen Protect-System für die Einhausung von Baustellen und den Dachsystemen Kassettendach und Kederdach XL für wetterunabhängiges Arbeiten lassen sich Baustellen in den kalten und nassen Monaten schnell und termingerecht abschließen und damit mögliche negative Auswirkungen verhindern oder zumindest reduzieren – wie Staus in Städten und Metropolregionen, Verärgerung der Autofahrer und Anwohner, erhöhte Unfallgefahr auf Baustellen und nicht zuletzt Verzögerungen von Transporten und damit erhöhte Kosten für Unternehmen. So ist gemeinsam mehr möglich.

Gerne möchten wir uns an dieser Stelle bei unseren Kunden aus dem In- und Ausland für das erneut entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Wir freuen uns auf eine weiterhin erfolgreiche Zusammenarbeit.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2018.

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