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Preisgekrönt

Ziegelarchitektur als Vorzeigeobjekt hochwertiger Wohnbebauung

Zwei- und dreigeschossige Kuben markieren die Räume des Quartiers und schaffen somit Privatsphäre und Gemeinschaft gleichermaßen. Alle Wohnungen werden von den jeweiligen Wohnhöfen aus erschlossen.

Ingolstadt (ABZ). – Die Donauauen zwischen Ingolstadt und Neuburg zählen mit ihrem rd. 2500 ha großen, zusammenhängenden Auwald zu den bedeutendsten Flusslandschaften in Mitteleuropa. Ausläufer des Auwaldes ziehen sich als Grünzug bis in das stark wachsende Ingolstadt hinein. Dort konnte durch die Konversion eines Kasernengeländes dringend benötigter Wohnraum erschlossen werden. Öffentliche und private Grünräume in Verbindung mit einem langgestreckten Park in der Mitte des Quartiers schaffen es, den grünen Charakter weiterzuführen. Die Wohnbebauung "Wohnen am Auwald" von su und z Architekten aus München erstreckt sich auf zwei der ausgewiesenen 18 Baufelder. Dafür erhielt das Quartier mit 36 Wohneinheiten neben einer Anerkennung der Jury des Deutschen Ziegelpreises 2017 aktuell den "Preis für Qualität im Wohnungsbau" des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V. (BFW) Landesverband Bayern und des Deutschen Werkbunds Bayern e. V. Die Architekten entschieden sich bei der Außenwandkonstruktion für die hoch wärmedämmenden, perlitgefüllten Ziegel Poroton-S9 von Schlagmann Poroton. Der Baustoff sowie die Ausführung als monolithische, verputzte Baukörper erfüllen so deren Anspruch an Nachhaltigkeit.

Die Auto- und Universitätsstadt Ingolstadt gehört zu den am schnellsten wachsenden Städten in Deutschland. Mit rd. 1000 Einwohnern mehr pro Jahr hat sie sich in den vergangenen 40 Jahren nahezu verdoppelt. Mit dem Wachstum stieg auch der Bedarf an neuem Wohnraum stetig. Diesem versuchten die Stadtplaner in den vergangenen Jahren mit einer Nachverdichtung der Innenstadt sowie der Umwandlung von bis dato anderweitig genutzten Flächen entgegen zu steuern. Erfolgreich, laut Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel würden zwischen 1000 und 1500 neue Baugenehmigungen pro Jahr erteilt werden; auch dies sei ein deutschlandweiter Spitzenwert.

Eines der neuen Wohngebiete ist die seit 2011 betriebene Bebauung des knapp 14 ha großen Geländes der umgesiedelten Pionierkaserne im Südosten der Stadt. Drei Baufelder mit unterschiedlicher Nutzung wurden in den zurückliegenden Jahren bebaut. Neben Studentenwohnungen und Flächen für meist kleinere Gewerbe nahm die Wohnbebauung im nördlichen Baufeld, das an den Auwald-Grünzug grenzt, den Großteil ein. Auf einer Fläche von 40 300 m² wurde hochwertiger Wohnungsbau mit unterschiedlichen, zwei- bis dreigeschossigen Haustypen für insgesamt rd. 500 Wohneinheiten verwirklicht. Dafür wurde das Bauland in Mindestparzellen von 3000 bis 5000 m² eingeteilt.

Großzügige quadratische Fensteröffnungen gliedern die Lochfassade und lassen Tageslicht ins Rauminnere fluten.

Auf den gleichartigen Parzellen WA 13 und 14 wurde das Quartier "Wohnen am Auwald" zwischen 2014 und 2016 auf insgesamt knapp 4600 m² realisiert. Vier Baukörper mit 36 Wohneinheiten gruppieren sich dort in windmühlenartiger Anordnung um jeweils einen Innenhof. Dieser dient in erster Linie dem Kontakt der Bewohner untereinander. Jeder Baukörper besteht aus einem zwei- und einem dreigeschossigen Kubus. Die dreigeschossigen Kuben definieren den Straßenraum und grenzen das Baufeld nach außen ab. Die zweigeschossigen Kuben stecken den gemeinsamen Innenhof ab. Von diesem zentralen, grünen Wohnhof aus erschließen sich alle Wohnungen. Tiefgaragen unter den jeweiligen Baufeldern schaffen mehr Raum für das grüne Wohnen im Außenbereich.

Innerhalb der dichten kleinteiligen Struktur werden zwei komplett unterschiedliche Wohntypologien realisiert: Wohnungen, deren Räume sich zu ruhigen unbefahrbaren Außenräumen hin orientieren, sind als barrierefreie Geschosswohnungen ausgebildet. Die Gebäude an den Straßen sind als Stadthäuser konzipiert. Durch ihre vertikale Struktur in den oberen Etagen entstanden private und gänzlich uneinsehbare Räume. Beiden Typen sind unterschiedliche private Freiräume zugeordnet, den Stadthäusern in Form von Dachterrassen, den barrierefreien Wohnungen jeweils als Balkon oder Loggia. Großzügige quadratische Fensteröffnungen gliedern die Lochfassade und lassen Tageslicht ins Rauminnere fluten. Tiefe metallische Rahmen fassen die Fenster und bilden zusammen mit den Fensterfaschen einen Kontrast zum rauen Untergrund der Putzoberfläche. Die glatten Putzfaschen heben sich vom rauen Untergrund ab und geben der Fassadenoberfläche zudem Tiefe. Textur und Farbe rhythmisieren die Fassaden und verleihen den Häusern eine eigene Identität.

Alle Gebäude sind in massiver, einschaliger Ziegelbauweise errichtet und entsprechen den Anforderungen der EnEV 2009. Die Kompaktheit der Baukörper, eine CO2-neutrale Fernwärme-Energieversorgung sowie eine konstante Vermeidung von Wärmebrücken ermöglichten die Erreichung des KfW-Effizienzhaus70-Standards der Gebäude. Entscheidend tragen die hochwärmedämmenden Außenwände aus Poroton-S9-Planziegeln in 36,5 cm Wanddicke dazu bei, den energieeffizienten Gebäudestandard einzuhalten. Der Planziegel mit einem U-Wert der Wand von 0,23 W/(m²K) hält mit einer innenliegenden Dämmung aus natürlichem Vulkangestein (Perlit) die Wohnräume im Winter warm und im Sommer kühl. Dafür sorgen seine klimaregulierenden Eigenschaften. Zahlreiche Zertifizierungen unterschiedlichster Umwelt-Labels von natureplus, über eco-Institut bis Blauer Engel (Poroton-Perlit-Dämmstoff) belegen die wohngesunden Eigenschaften perlitgefüllter Ziegel von Schlagmann Poroton.

Der neue Poroton-S9 verleiht noch mehr Stabilität im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Der massive Ziegelkörper gibt statische Sicherheit und hält hohen Belastungen stand. Auch beim Wärmeschutz leistet er Hervorragendes. Dafür sorgt die Perlitfüllung in den Ziegelkammern. Die Wohnanlage in Ingolstadt erreicht mit dem Poroton-S9 und einem Lambda-Wert von 0,09 W/mK einen KfW-Effizienzhausstandard 70 nach EnEV 2009. Und das in rein monolithischer Ausführung, ohne Zusatzdämmung.

Für Architekt Reinhard Unger von su und z Architekten aus München stand die Nachhaltigkeit der Gebäudehülle klar im Vordergrund: "Wir schlossen eine zusätzliche Wärmedämmung der Fassade von vorneherein aus, präferierten dafür ein hochwertig ausgeführtes, monolithisches Ziegelmauerwerk mit handwerklich anspruchsvollem Putz als Finish."

Ein neues Lochbild beschert dem Poroton-S9 eine fast 50 % höhere Tragfähigkeit als bisher. Der massive Ziegelkörper gibt statische Sicherheit und meistert hohe Belastungen im mehrgeschossigen Wohnungsbau. Gebäude von bis zu neun Stockwerken in monolithischer Ausführung können damit realisiert werden. Mit der hohen Druckfestigkeitsklasse 12 sowie einer charakteristischen Mauerwerksdruckfestigkeit fk nach DIN EN 1996 (EC6) von 5,3 MN/m² hält der Objektziegel sogar einer Belastung von bis zu 530 t/m² Wand Stand. Mit einer geprüften Feuerwiderstandsdauer von 90 Min. (F90-AB) erreicht er zudem die geforderten Brandschutzvorgaben im Wohnungsbau. Das korrigierte, bewertete Schalldämmmaß des Poroton-S9 beträgt bei einer Wanddicke von 36,5 cm ? 48 dB. Damit lassen sich auch erhöhte Schallschutzanforderungen im Objektbau realisieren.

"Wohnen am Auwald" ist eine von Grün durchzogene Wohnbebauung in unmittelbarer Nähe zum Erholungsgebiet am Auwald. Als Teil des Gesamtkonzepts entwickelte studio B Landschaftsarchitektur hier die Außenanlagen über den Grünordnungsplan für das Gelände der ehemaligen Pionierkaserne hinaus und schuf mit unterschiedlich farblicher Gestaltung der Baufelder, blühenden Bäumen und eingefassten Blumenbeeten eine perfekte Analogie zu den verputzen, schlichten Kuben.

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