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Preiswerter Naturstein-Akzent

Schieferfassade wirkt als Kontrast zu Bestandsbauten

Der 70 m lange Neubau bildet die lange Seite eines dreiseitig geschlossenen Schulhofes.

Bautzen (ABZ). – Der Erweiterungsbau des Beruflichen Schulzentrums in Bautzen setzt mit seiner prägenden Schieferfassade neben den eindrucksvollen Bestandsbauten starke Akzente. Das älteste Gebäude des Schulkomplexes ist auf 1857 datiert und wurde vom Architekten Carl August Schramm, einem Mitarbeiter von Karl Friedrich Schinkel entworfen. Schramm hat sich als Architekt von Verwaltungs-, Schul- und Kirchenbauten einen Namen gemacht. Die Bestandsbauten gelten entsprechend als historisch wertvoll und die Erweiterung des Gebäudekomplexes als eine delikate Aufgabe. Dieser nahm sich Architekt Holger Sieg von der Bauplanung Bautzen GmbH an. Der Bestand aus historischen Schulbauten mit Sporthalle musste, um die Berufsausbildung verschiedener Standorte in Bautzen zu zentralisieren, um einen großen Neubaukomplex ergänzt werden. Das ambitionierte Raumprogramm wurde zentral zwischen und hinter den historischen Bauten verwirklicht, sodass drei der vier Übereck-Blickachsen historisch geprägt sind. Der gestalterisch maßgebende Teil des Neubaus ist ein rd. 70 m langer und 17 m breiter Riegel mit Glasfassade im Erd- und Schieferfassade in den Obergeschossen. Z. T. auf Stützen stehend wirkt dieser Teil des Neubaus leicht und schwebend. Das historische Hauptgebäude der Anlage ist mit Schiefer gedeckt. So lag es nahe, im Kontext zur vorhandenen Bausubstanz, auch den neuen Kubus in Schiefer auszuführen. Architekt Sieg: "Bei öffentlichen Bauträgern ist der Einsatz von Naturstein selten, weil dieser in der öffentlichen Meinung als teuer interpretiert wird. Aber die neuen Schieferdeckarten sind keineswegs teuer, ja sogar teilweise preiswerter als Industrieware. Dazu lassen sich die einzelnen Schiefer im Schadensfall einfach und preiswert auswechseln was die Wartung erleichtert und das Material langfristig wirtschaftlich darstellt."

Eine moderne Schieferfassade als Variable Deckung mit Kreuzfugenoptik prägt den Neubau.

Waren die Auftraggeber von der kostengünstigen Natursteinfassade überzeugt, musste der Architekt eine weitere Aufgabe lösen. Die Fassaden von Schulbauten müssen nicht brennbar sein. Schiefersteine werden aber normalerweise auf Holzschalung genagelt. Spezielles Fachwissen war gefragt und Architekt Sieg ließ sich von einem der weltweit führenden Unternehmen der Branche, Rathscheck Schiefer aus Mayen bei Koblenz, beraten. Das Unternehmen hat 2012 eine neuartige Schieferfassade präsentiert, bei der Schiefersteine mit Edelstahlschrauben auf eine Aluminiumunterkonstruktion fixiert werden. Die bauaufsichtlich geprüfte Konstruktion ist damit A1 und kann mit allen nur denkbaren Schieferdeckarten nicht nur an Schulen und Hotels, sondern auch an Bauten über der Hochhausgrenze eingesetzt werden.

Im Kontext zu den historischen Bestandsbauten fiel die Entscheidung auf eine klassische Lochfassade. Passend zu geplanten Fensterteilung wählte der Architekt eine sogenannte Variable Schieferdeckung mit den Schiefermaßen 35 x 25 cm. Die Schiefer werden bei dieser Deckart mit einer Höhen- und Seitenüberdeckung von mindestens 4 cm verarbeitet, was eine Sichtfläche von 31 x 21 cm ergibt. Weil die Schiefersteine vor Ort sehr leicht mit dem Schieferhammer oder einer Schieferschere auf Maß gebracht werden können, sind leicht abweichende Größen wie 20 cm in der Höhe oder 30 cm in der Breite schnell herstellbar und kleine Maßabweichungen kaum wahrnehmbar. Sie fallen auch deshalb nicht auf, weil im Vordergrund die bruchraue, flächige Fassade mit Kreuzfugenoptik steht.

Die neue Schieferfassaden-Optik entsteht durch einen sogenannten Vorschnitt. Dieser ermöglicht eine geschlossene Deckung und damit eine überraschend flächige Wirkung der Natursteindeckung. Ein weiterer und wesentlicher Vorteil dieser Deckung ist der geringe Materialbedarf. Daraus resultiert auch der günstige Preis, der diesen Naturstein an dieser Schule erst möglich machte.

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