Anzeige

Premiere auf der bauma

Avant Tecno stellt 800er-Serie in Finnland vor

Von Jennifer Schüller

Vertriebs-Geschäftsführer Jani Käkelä erklärte beim Werksbesuch alle Stationen, die die Avant-Maschinen bei der Fertigung durchlaufen.

Ylöjärvi/Finnland. – Auf der diesjährigen bauma wird das finnische Familienunternehmen Avant Tecno eine Vielzahl neuer Produkte vorstellen. Dazu zählt u. a. die brandneue 800er-Serie – die bisher größte Maschinen-Klasse im Portfolio des skandinavischen Kompaktmaschinen-Herstellers. Bereits im Februar hatte die Fachpresse die Gelegenheit, den Radlader vor Ort in der Avant-Zentrale in Ylöjärvi, Finnland ausgiebig zu testen. Mitte Februar in Finnland. Das Thermometer zeigt eisige -5 °C an, der Boden ist mit Schnee bedeckt, und wenn die Sonnenstrahlen im richtigen Winkel auftreffen, glitzert er wie tausende kleine Diamanten. Von dieser weißen Kulisse heben sich die hellgrünen Avant Tecno-Maschinen besonders gut ab, als das Unternehmen der Fachpresse bereits zwei Monate vor bauma-Beginn die zahlreichen neuen Produkte erstmals präsentiert. Das Highlight dabei: die neue Avant 800er-Serie, die im Spätsommer in Produktion gehen soll.

Am Unternehmenssitz in Ylöjärvi gewährten Risto (Gründer und Geschäftsführer) und Sohn Jani Käkelä einige Einblicke in die Zukunftspläne des finnischen Unternehmens. Man wachse weiterhin stark, so der Vertriebs-Geschäftsführer Jani Käkelä. Im vergangenen Jahr habe man erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Mio. Euro erwirtschaftet – ein Wachstum von 17 % zum Vorjahr. Die Hauptgründe für diesen Erfolg sieht das Unternehmen in einem großen Marktbereich mit mehreren Kundensegmenten sowie einer sich ständig weiterentwickelnden modularen Produktpalette.

Im Anschluss an eine Werksführung ließ es sich der skandinavische Hersteller nicht nehmen, die neue 800er-Serie angemessen – nämlich mit ordentlich Rauch, passender Musik und ausgeklügelter Licht-Show – in Szene zu setzen und nach der Präsentation auf dem Werksgelände zu Testfahrten bereitzustellen. Sie bilde die bislang größte und leistungsstärkste Lader-Reihe des 1991 gegründeten Unternehmens, so Avant Tecno. Mit einer Hubkraft von 1900 kg und einer Hubhöhe von 3,5 m stoße sie an die Grenzen der Leistungsfähigkeit von Kompaktladern. Dank der Abmessungen von 1,5 m Breite, 3,4 m Länge und 2,2 m Höhe sowie seiner gelenkigen Bauweise stelle die Serie aber dennoch einen "äußerst vielseitigen und leistungsstarken Kompaktlader" bereit.

Bei der Hubarbeitsbühne 135 Neo von Leguan Lifts – das Unternehmen ist Teil der Avant-Gruppe – können alle wichtigen Funktionen mit einem einzigen Joystick durchgeführt werden.

"Mehr Hubkraft und mehr Hubhöhe" – so bewirbt das finnische Unternehmen die 800er-Serie, die zunächst in zwei Ausführungen erhältlich sein wird. Variante 1 nennt sich Avant 860i und ist mit einem Kohler KDI 1903 TCR 42 kW/57 PS Common-Rail-Turbodieselmotor ausgestattet. Dieses Modell ist konform mit EU Stufe 5 und US Tier 4 Final. Die zweite Variante – der Avant 850 – ist mit einem Kubota V2403 36 kW/49 PS Dieselmotor ausgestattet und wurde für Märkte außerhalb des Anwendungsbereichs der Abgasnormen EU Stufe 5 und US Tier 4 konzipiert.

Auch bei der gesamten 800er-Serie ist der Teleskophubarm des Laders serienmäßig. Er kann hydraulisch bis auf 825 mm ausfahren (rd. 35 cm mehr als die 700er-Serie) und ermöglicht am Drehpunkt eine max. Hubhöhe von 3,5 m. Somit könne der Kompakte einerseits Lkw mit hohen Seitenteilen beladen und andererseits von großen Höhen aus entladen, so das Unternehmen. Dabei sorge die hydraulische Paralellführung dafür, dass die Last beim Anheben und Absenken des Hubarms automatisch waagerecht bleibt. Insgesamt schafft die 800er-Serie Avant-Informationen zufolge ausgestattet mit einer Palettengabel eine Palette von rd. 1,9 t zu stemmen. 1600 kg können bei einer Distanz von 650 mm von der Schnellwechselplatte mit einer Schaufel gehoben werden – das sind etwa 45 % mehr als bei der 700er-Serie.

Etwa zwei Jahre Entwicklungszeit stecken in den neuen Maschinen der 800-Serie, erklärte Jani Käkelä bei der Präsentation. Die 800er-Serie ist zudem standardmäßig mit dem Avant-Schnellkupplungssystem für Anbaugeräte ausgestattet (andere Systeme wie Euro 3 sollen als Option erhältlich sein) – so können auch die mehr als 200 Anbaugeräte von Avant mit der 800er-Serie genutzt werden. Die Hydraulikschläuche der Anbaugeräte sind mit dem Mehrfachstecker verbunden, was ein einfaches Anschließen mit einer einzigen Handbewegung ermögliche.

Ebenfalls standardmäßig ist bei der Serie 800 die zertifizierte offene Rops/ Fops-Kabine. Sie ist auch als geschlossene beheizte Kabine erhältlich. Diese DLX-Kabine (sie kann auch mit einer Klimaanlage ausgestattet werden) wird am Chassis des Laders mit schwingungsdämpfenden Halterungen montiert, was eine hervorragende Lärm- und Vibrationsdämpfung gewährleiste, so das Unternehmen. Eine effiziente Heizung und Lüftung sowie große Fenster verbesserten die Benutzerfreundlichkeit zusätzlich.

Der Avant 860i kann laut Avant Tecno mit einer Palettengabel eine Palette von rd. 1,9 t stemmen.

Neben der 800er-Serie stellte Avant bei der Pressekonferenz in Finnland auch die neuen Features des Avant e6 vor, der mit einer Lithium-Ionen-Batterie betrieben wird. Das Thema Elektromaschinen spiele angesichts der zukünftigen Emissionsstandards für Avant eine immer größere Rolle, sagte Jani Käkelä bei der Präsentation. Dabei räumte er aber auch ein, dass man die Kunden immer erst von der Technik überzeugen müsse, bevor sie angenommen werde. Viele stünden den e-Maschinen noch ein wenig skeptisch gegenüber. Wenn ein Kunde allerdings erst einmal eine Elektromaschine im Einsatz gehabt habe, gebe es für die meisten kein zurück mehr, so der Junior-Chef.

Und die Leistungsdaten des e6 können sich durchaus sehen lassen. Er verfügt über zwei Elektromotoren – einen 7,2-kW-Motor zum Fahren der Maschine und einen 2-kW-Motor für die Bedienung des Hubarms des Laders und der Zusatzhydraulik. Ein Ladegerät, das das Aufladen über jede 230-V-/16-A-Steckdose ermöglicht, ist in der Maschine ebenfalls integriert.

Die Lithium-Ionen-Batterietechnologie sorgt laut Avant Tecno im Vergleich zu Blei-Säure-Batterien für eine bessere Leistung. Bei leichten Anwendungen sei die Leistung einer Lithiumbatterie um etwa 30 % höher als jene einer Blei-Säure-Batterie. Bei schweren Anwendungen falle die Betriebszeit um bis zu drei Mal länger aus als bei einer Blei-Säure-Batterie. Bei einer typischen Anwendung wie dem Transport von Schutt auf einer Abbruchstelle könne der Arbeitszyklus bis zu 4 Std. betragen.

Ein noch bedeutsameres Merkmal von Lithium-Ionen-Batterien ist laut Avant Tecno jedoch die Möglichkeit eines schnellen Aufladens. Der Batteriesatz des Avant e6 kann Unternehmensangaben zufolge mit dem 400-V-/32-A-Schnellladegerät in nur 30 Min. von 20 auf 80 % und in 1 Std. von 0 auf 100 % aufgeladen werden. Dies ermögliche bspw. das Aufladen der Batterie während der Mittagspause. Damit könne mit dem e6 bei einer kurzen 30-minütigen und einer langen einstündigen Ladepause rd. 6 Std. eines 8-Std.-Arbeitstages gearbeitet werden. Mit dem e5, der eine AGM-Batterie verbaut hat, könne im Vergleich nur etwa 3 Std. pro Tag gearbeitet werden, da eine Ladung auf 100 % rd. 5 Std. in Anspruch nimmt.

Blick in die Produktion. Derzeit fertigt das finnische Unternehmen etwa 110 Maschinen pro Woche.

Im Bereich Anbaugeräte konzentrierte sich das finnische Familienunternehmen bei der Pressekonferenz auf den Bereich Straßen- und Wegebau und stellte diese als Teil seines "Asphalt Konzeptes" vor. Dabei betonte der Kompaktmaschinen-Hersteller, dass die Avant-Lader dank der zahlreichen Anbaugeräte auf vielfältige Weise auf Straßenbaustellen zum Einsatz kommen können. So könnten mit dem Equipment etwa kleinere oder schwer zu erreichende Bereiche abgeschliffen werden, der Boden mit Bürsten gekehrt werden, bevor neuer Asphalt aufgebracht werde, aber auch Guss-Asphalt gleichmäßig verteilt sowie Sand auf den eingebauten Steingussasphalt verteilt werden. Die entsprechenden Geräte wird Avant auf der bauma ausstellen.

Als letzte Neuheit im Bunde stellte Avant schließlich die joystickgesteuerte Hubarbeitsbühne 135 Neo von Leguan Lifts vor – das Unternehmen ist Teil der Avant-Gruppe. Bei dieser Maschine können alle wichtigen Funktionen mit einem einzigen Joystick durchgeführt werden, sodass mehrere Hubarmfunktionen gleichzeitig ausgeführt werden können.

Die Hubarbeitsbühne ist sowohl mit automatischer als auch mit manueller Nivellierung ausgestattet. Bei der automatischen Nivellierung muss lediglich ein Knopf gedrückt werden – sie funktioniert auch auf abschüssigem Gelände reibungslos. Der 135 Neo wurde niedriger und schmaler gebaut als seine Vorgänger. Bei den erstklassigen Offroad-Fähigkeiten ging man jedoch keine Kompromisse ein.

Angetrieben wird die Bühne von einem Honda-GX390-Benzinmotor, der mit einer automatischen Drehzahlregelung ausgestattet ist. Angesichts des wachsenden Interesses an umweltfreundlicheren Maschinen wird im Laufe des Jahres 2019 auch eine Maschine mit Batteriebetrieb verfügbar sein.

Zum Abschluss der Maschinenpräsentation betonte Käkelä nochmals die Rolle, die die Kunden für das finnische Unternehmen spielen. "Die Kundenbedürfnisse sind die Basis unserer Forschung und Entwicklung. Auf diese Weise können wir Produkte entwickeln, die auf dem Markt gefragt sind. Bisher haben wir unsere Ziele erreicht, doch wir müssen bei den Produkten, der Produktion und unserem Betrieb als Ganzes am Puls der Zeit bleiben", sagte er.

Aus diesem Grund hat Avant Tecno auch einen Investitionsplan über 10 Mio. Euro erstellt. Bis 2020 möchte das Unternehmen wöchentlich rd. 150 Maschinen fertigen können (derzeit sind es etwa 110). Und um das zu ermöglichen hat es weitere Hallenflächen dazugekauft, eine neue Lackieranlage angeschafft und auch in Robotertechnik und Lasermaschinen investiert. Wer nun denkt, dass die Arbeit hauptsächlich von Maschinen übernommen werden soll, der irrt. Wie Jani Käkelä betonte, werden diese lediglich zur Entlastung und Unterstützung der Angestellten eingesetzt. Der Investitionsplan sehe auch ein Mitarbeiterwachstum von 200 auf rd. 250 Personen vor.

Avant Tecno stellt sich auf der bauma im Freigelände am Stand FN 1020/5 vor.

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=166++129&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 12/2019.

Anzeige

Weitere Artikel