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Produktionserweiterung

Stahlkonstruktion nach Maß

Freyler, Baustellen, Hallenbau, Stahlbau

Die WST Präzisionstechnik GmbH verdoppelt in Löffingen ihre Produktion: Zwei neue Hallen werden an den Bestand angebaut.

Löffingen (ABZ). – Die WST Präzisionstechnik GmbH in Löffingen expandiert: Etwa 20 000 m² soll die Erweiterung in mehreren Bauabschnitten insgesamt ausmachen, das Unternehmen verdoppelt damit seine Produktionsfläche. Im ersten Bauabschnitt erfolgen ein 2300 m² Anbau an der Südseite sowie eine Erweiterung gen Osten mit einer Produktionsfläche von 6600 m².

An diese Halle wird noch ein Massivbau für die Verwaltung sowie Sozialräume angeschlossen. Architekt Jürgen Köpfler plante die Neubauten und zog für die Statikberechnung, die Stahlkonstruktion sowie die Ausführung der Gebäudehüllen Freyler Stahlbau hinzu. Aus gutem Grund: Freyler hat bereits die bestehenden Hallen realisiert. Die Erfahrung vor Ort sowie das gesammelte Projektwissen kommen dem Bauherrn und seiner Investition zugute.

Die neuen Gebäude sind autark konstruiert, werden aber direkt an die bestehende Produktionshalle angebunden. Um die laufende Produktion nur minimal zu stören, werden die Durchbrüche erst vorgenommen, sobald die Gebäudehüllen geschlossen sind. In die Statikberechnungen von Freyler Stahlbau ist auch der Bestand mit seinen vorhandenen Fundamenten eingeflossen. "Wenn ein neues Gebäude unmittelbar neben einem anderen entsteht, muss zunächst untersucht werden, welche Auswirkungen dies auf den Bestand hat", erklärt der verantwortliche Projektleiter Patrick Schweinle vom Stahlbauspezialisten Freyler. "In der Regel ragen die Fundamente im Boden über den Baukörper. Sitzt das neue Tragwerk bzw. dessen Stützen jetzt nur wenige Zentimeter entfernt, muss analysiert werden, ob die Fundamente im Weg sind und eventuell rückgebaut werden müssen oder verstärkt und wieder mitgenutzt werden können."

In das Konzept von Stahl-Tragwerk und Gebäudehülle wurden auch künftige Gebäudeerweiterungen integriert: Die Osthalle ließe sich bspw. nach hintenöffnen. "Wir analysieren zudem vor der Konzeption gemeinsam mit den Bauherren, ob etwa die Option bestehen sollte, eine Kranbahn in Zukunft zu verlängern. Denn dann lassen sich Stahl- und Betonstützen, also das tragende Skelett, gleich entsprechend vorbereiten. Macht man dies nicht und möchte nachträglich doch ausbauen, wird es deutlich aufwändiger und teuer." Eine fundierte Planung im Vorfeld macht sich immer bezahlt.

Die Osthalle ist giebelseitig an die Produktionshalle angedockt, sie ist 110 m lang und 60 m breit. Die kleinere Südhalle schließt über ihre Länge von 88 m an den Bestand an und hat eine Breite von 26 m. Die Stahlkonstruktionen bestehen aus Stahlfachwerkträgern, auf denen wiederum Stahlpfetten montiert sind. Auf diesen erfolgt später die Befestigung der Dachtrapezbleche. Die Attikahöhe der Osthalle beträgt 9,22 m, die der Südhalle 9,46 m.

Der Baustoff Stahl zeigt seine Stärke insbesondere bei großen stützenfreien Räumen, denn mit Stahl lassen sich große Lasten mit vergleichsweise schlanken Elementen abtragen. Zudem können die Haustechnikleitungen und Rohe zwischen den Fachwerkträgern und somit platzsparend geplant und daran befestigt werden. Knapp 60 m betragen die Spannweiten der Fachwerkträger der Osthalle, nach 30 m werden diese nochmals an den Fachwerkträgern, welche sich zwischen den Mittelstützen befinden, montiert. Diese Mittelstützen stehen in einem Abstand von 15 m, so dass sich dazwischen in der Halle Freiflächen in Größe von 15 x 60 m ergeben. Bedingt durch die riesige Dachfläche und die damit verbundene große Schneemenge muss die Stahlkonstruktion sehr hohe Lasten aufnehmen und in die Fundamente ableiten. Die Stützen an den Seiten sind größtenteils als Betonfertigteilstützen konzipiert auf denen die Fachwerkträger dann aufgelagert bzw. verschweißt werden.

Ein weiterer Vorzug von Stahl-Tragwerken ist die millimetergenaue Vorfertigung einzelner Montageeinheiten, die auf der Baustelle nur noch verschraubt und verschweißt werden müssen. So wurden auch für die Hallen in Löffingen sämtliche Stahlteile von Freyler im badischen Kenzingen gefertigt und vormontiert. Um Korrosionsschäden zu vermeiden, werden alle Konstruktionsteile durch Kugelstrahlen entzundert, entrostet und gereinigt. Anschließend wird ein äußerst umweltschonendes Freyler-Beschichtungssystem auf Basis einer wasserverdünnbaren Acryl-Kombination aufgetragen, deren Pigmentierung blei- und chromatfrei ist. Ist die Tragkonstruktion später fertiggestellt und die Halle geschlossen, werden Transport- und Montageschäden ausgebessert und die sichtbare Konstruktion mit einer Fertigbeschichtung auf Kunstharzbasis versehen.

Freyler Stahlbau hat die Fachwerkträger so konstruiert, dass sie als komplett verschweißte Elemente transportiert werden konnten. Für die Fachwerkträger der Osthalle entstanden etwa Einzelteile von 15 x 2,10 m – jeweils vier dieser Elemente haben die Freyler-Monteure dann auf der Baustelle zu einem 60 m langen Träger verschraubt. Für die Südhalle ergaben sich Montageeinheiten von 13 x 2,10 m. Mit diesen Maßen lassen sich die Komponenten noch auf normalen Lkw transportieren, es ist kein Sondertransport nötig. Etwa 610 t Stahl wurden in Summe mit 31 Lkw nach Löffingen transportiert. Um die Logistik kümmerte sich Freyler dabei auch. Auf der Baustelle hat das Freyler-Montageteam dann mit Hilfe eines 80-t-Autokrans die Konstruktionsteile an Ort und Stelle gehoben, verschraubt, geschweißt und montiert. Für beide Hallen wird das Team etwa 60 Tage vor Ort benötigen.

Freyler, Baustellen, Hallenbau, Stahlbau

Teils in luftiger Höhe montiert und verschraubt das Freyler-Team die im Werk in Kenzingen vorgefertigten Teile der Stahlkonstruktion.

Neben dem Tragwerk zeichnete Freyler Stahlbau auch für die kompletten Gebäudehüllen verantwortlich. Aus dem Zusammenführen der einzelnen Komponenten, wie Dach, Fassade, Türen und Tore, Oberlichtbänder und Fenster, sowie die Planung und Umsetzung aus einer Hand resultierten der reibungslose Bauablauf und die Erstellung in kürzester Zeit. Freyler hat dabei auch die bauseitigen Vorgaben hinsichtlich des Brandschutzes, der EnEV und TGA-Planungen abgefragt und einfließen lassen. Für die Fassade wurden Stahl-Sandwichelemente mit 80 mm PU-Hartschaumdämmung an die Stahl- und Betonstützen geschraubt. Dabei verschwinden die Edelstahlschrauben in der Nut unter dem jeweils nächsten Element. In Teilbereichen sind zudem Stahlblechkassetten mit 100 mm Mineralfaser-Dämmung und einer Vorsatzschale aus Trapezblech angebracht.

Die umlaufende gleich hohe Attika sorgt für eine gleichmäßige Optik. Das Dach besteht klassisch aus Trapezblechen, einer Mineralfaser-Dämmung und einer Dachfolie. Letztere lässt sich sauber abdichten, ein wichtiges Argument bei vielen Dachdurchdringungen wie Oberlichtern oder RWA. Das Dach und Tragwerk hat Freyler gleich so dimensioniert, dass die Statik in Zukunft auch eine PV-Anlage trägt.

Über der Dachfläche ist eine Stahlbühne für technische Geräte, wie Kompressoren oder Lüftungsgeräte, angebracht. Stahlträgerrohre führen durch das Dach hindurch, an ihnen sind die 200 bzw. 210 m² großen Stahlträger-Bühnen angebracht. Freyler Stahlbau hat diese Konstruktion für den Korrosionsschutz feuerverzinkt, da sie im Freien steht. Feuerverzinkt heißt, dass die Teile erst metallisch blank gebeizt werden. Nach dem Neutralisieren erhalten sie einen dünnen Überzug von Zinkchlorid und Ammoniumchlorid, anschließend kommen sie in einen Trockenofen. Zum Schluss werden die Stahlteile in das Zinkbad getaucht und auf ca. 450 °C erhitzt. So sind sie bestens gegen die Witterung geschützt.

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