Prognose für 2016

Firmengruppe Liebherr bleibt auf Rekordkurs

Liebherr Unternehmen
Informierten die Fachjournalisten aus dem In- und Ausland über die Entwicklung der Liebherr-Firmengruppe (v. l.): Stefan Heissler, Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG, Dominique Tasch, Vertriebsgeschäftsführer bei der Liebherr-Werk Biberach GmbH, Danyel Temizkan, Geschäftsführer der türkischen Vertriebs- und Servicegesellschaft, der Liebherr Makine Ticaret Servis Limited S¸irketi und Günther Hardock, Produktionsgeschäftsführer bei der Liebherr-Werk Biberach GmbH. Foto: Oschütz

Biberach/Riss (rai). – Die Firmengruppe Liebherr rechnet 2016 mit einem Gesamtumsatz in der Größenordnung des Vorjahres. Das war ein Rekordwert in der Firmengeschichte von mehr als 9,2 Mrd. Euro. Der Baumaschinenbereich entwickelt sich nach den gegenwärtigen Schätzungen in diesem Jahr "leicht positiv". Das verkündete zum Start der diesjährigen internationalen Pressefahrt am Unternehmensstammsitz in Biberach Stefan Heissler, Mitglied des Direktoriums der Liebherr-International AG, Bulle/Schweiz, und unter anderem für die Unternehmenskommunikation der Firmengruppe zuständig. Auf das weltweite Wirtschaftswachstum eingehend verwies Heissler darauf, dass die Weltwirtschaft voraussichtlich mit einer ähnlichen Rate wie im Jahr 2015 wachsen werde. So erwarte der Internationale Währungsfonds (IWF) derzeit eine Zunahme von 3,1 %. Für das kommende Jahr rechne der IWF mit einem leichten Plus der Wachstumsdynamik (+ 3,4 %). Im laufenden Jahr dürfte sich die Wirtschaft in den Schwellen- und Entwicklungsländern etwas stärker entwickeln als bisher. Dagegen sei für die Industrieländer insgesamt mit einer niedrigeren Wachstumsrate als im vergangenen Jahr zu rechnen. Auch in der Eurozone werde das Wachstum mit + 1,6 % voraussichtlich etwas geringer ausfallen.An Dynamik gewinnen werden aller Voraussicht nach die Bauaktivitäten der Mitgliedsländer der Organisation Euroconstruct: Die Aktivitäten werden Euroconstruct zufolge um 2,6 % zunehmen. Im kommenden Jahr soll die Entwicklung nochmals geringfügig anziehen. Für die Firmengruppe Liebherr sieht Heissler 2016 eine ähnliche Geschäftstätigkeit wie im vergangenen Jahr: "Mit unseren elf Produktsparten haben wir 2015 mehr als 9,2 Mrd. Euro erwirtschaftet – das ist ein Rekordwert in unserer Firmengeschichte. Im Vergleich zum Vorjahr war dies eine Steigerung um 414 Mio. Euro oder 4,7 %. Wir haben außerdem mehr als 750 Mio. Euro in unsere Produktion sowie in Vertrieb und Service investiert, so beschäftigten wir gegenwärtig mehr als 43.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."In den ersten sechs Monaten von 2016 sei ein Umsatz von mehr als 4,5 Mrd. Euro erwirtschaftet worden – 115 Mio. Euro oder 2,6 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Sowohl der Baumaschinenbereich als auch der Bereich für andere Anwendungen entwickele sich gesamthaft leicht positiv – betrachtet man aber die einzelnen Sparten, sei die Entwicklung durchaus unterschiedlich gewesen.Heissler: "Hinsichtlich der verschiedenen Absatzregionen haben sich die Erlöse im ersten Halbjahr ebenfalls unterschiedlich entwickelt: Im Nahen und Mittleren Osten sowie in Afrika ist der Umsatz deutlich zurückgegangen." In der Größenordnung des Vorjahreswertes läge der Umsatz in Amerika sowie in der Region Fernost/Australien. Sehr erfreulich würden sich dagegen die Erlöse in der umsatzstärksten Region Westeuropa, aber auch in Osteuropa entwickeln. Die Firmengruppe investiere seit jeher enorme Summen in ihre Produktionsstätten und in Vertrieb und Service weltweit: 2015 seien es mehr als 750 Mio. Euro. Rund 795 Mio. Euro sollen in diesem Jahr investiert werden.Auf technologische Trends in der Firmengruppe eingehend verwies Heissler auf den Anspruch der Firmengruppe den Fortschritt in verschiedenen Branchen maßgeblich zu gestalten. "Unsere Innovationskraft hat schon immer zum andauernden Erfolg von Liebherr beigetragen – und zwar über eine große Bandbreite von Produkten hinweg: Von den Baumaschinen über Komponenten für die Luftfahrt bis hin zu Kühlschränken – und es gibt noch einige Produktbereiche mehr. Alle diese Bereiche arbeiten an außergewöhnlichen Technologien." Dazu zähle er Digitalisierung, Automatisierung, Leichtbau und Energieeffizienz. So sei die Digitalisierung wohl einer der umfassendsten Megatrends. Kaum eine Branche, die nicht wesentlich davon betroffen sei. Das gelte auch für Liebherr. Über alle Sparten hinweg müsse diese Entwicklung vorangetrieben werden.Heissler: "Im Baubereich geht es bei der Digitalisierung z. B. um die Planung und Überwachung von Baustellen durch unsere Kunden. Wir arbeiten hier als Systemanbieter daran, die einzelnen Prozesse am Bau über passende IT-Tools zu unterstützen. Heutzutage können zum Beispiel Baufirmen das Gelände automatisch vermessen. Wir können diese Vermessungsdaten wiederum für unsere Planungstools nutzen und darauf basierend die optimale Maschine für den jeweiligen Einsatz ermitteln." Gleichzeitig gebe es für Kunden die Möglichkeit, die ausgewählte Maschine unter sehr realen Bedingungen zu testen – ähnlich wie in einem Flugsimulator. "Darüber hinaus können wir Systeme zur Positionierung und Prozessdatenerfassung von Baumaschinen miteinander kombinieren", so der Manager. Dies gebe Antwort auf Fragen, wie: Wo steht die Maschine, und wo genau müssen die nächsten Arbeitsschritte erfolgen?Nicht nur im Bereich Digitalisierung treibe Liebherr neue Entwicklungen voran. Auch die Automatisierung werde stetig weiterentwickelt. Zum Beispiel seien selbstfahrende Trucks ein Ziel in der Automatisierung. Liebherr Mining Equipment Newport News Co mache aktuell Fortschritte in der Entwicklung eines Autonomie-Bausatzes für große Muldenkipper." Heissler: "Der Prototyp eines mit der notwendigen Technologie und den Steuerungs-Komponenten ausgestatteten Muldenkipper wird 2016 getestet. Bis 2018 sollen Feldversuche beim Kunden unternommen werden."Eine weitere wegweisende Innovation sei der Leichtbau von Produkten. Das bringe in vielen Bereichen eine direkte Effizienzsteigerung mit sich. Ein Beispiel dafür sei ein neues Faserseil, eine bahnbrechende Innovation für den Kranbetrieb: "Das Faserseil ist um bis zu 80 % leichter als ein übliches Stahlseil. Dies wird sich neben dem Einsatz in Mobil-, Raupen- und Turmdrehkranen auch im maritimen Bereich auszahlen, da hier Seillängen bis zu drei km keine Seltenheit sind", informierte Heissler.Außerdem stellt er zwei Beispiele aus dem Bereich Energieeffizienz vor. Bei Liebherr-Radladern, -Baggern und -Umschlagmaschinen sei es mit zahlreichen Innovationen und Weiterentwicklungen gelungen, deren Energieverbrauch um bis zu 30 % zu reduzieren. "Zwei Innovationen, die dazu beitragen, sind das Energierückgewinnungssystem ERC und das Energiespeichersystem Liduro." ERC ermögliche höhere Leistungen bei gleichzeitig geringerem Verbrauch. Es werde beispielsweise in Liebherr-Umschlagmaschinen ab der Größenklasse LH 40 eingesetzt.

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