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Prognose für 2018

Liebherr steuert auf erneuten Umsatzrekord zu

Im kommenden Jahr beginnt Liebherr mit der Einführung der neuen Generation 8-Raupenbagger. Der Liebherr R 924 wird eines von zunächst sechs neuen Modellen zwischen 22 und 45 t Einsatzgewicht sein.

Toronto/Kanada (rb). – Für die internationale Pressefahrt hatte die Firmengruppe Liebherr in diesem Jahr nach Kanada, dem Partnerland der kommenden bauma 2019 geladen. Vor Ort gab das Unternehmen nicht nur einen Einblick in die Arbeit der ortsansässigen Liebherr Canada Ltd., sondern auch einen Ausblick auf die neue Raupenbagger-Generation 8 sowie die sehr positive Geschäftsentwicklung 2018. Die Firmengruppe Liebherr rechnet in diesem Jahr mit einem Rekordumsatz von mehr als 10 Mrd. Euro. Das verkündete Kristian Koch, Geschäftsführer der Liebherr-International Deutschland GmbH, Biberach/Riß, zum Start der diesjährigen internationalen Pressefahrt am Unternehmenssitz der Liebherr-Canada Ltd. in Burlington, Kanada. Vor dem Hintergrund einer weiter voranschreitenden Erholung der globalen Wirtschaft habe das Unternehmen in fast allen Regionen des Weltmarkts – insbesondere in Fernost, Australien und Amerika – ein Wachstum verzeichnen können. Trotz sinkender Umsätze in Osteuropa habe Liebherr damit im ersten Halbjahr 2018 Auftragseingänge von mehr als 5,1 Mrd. Euro sowie eine Umsatzsteigerung von 6,3 % erreicht. Nachdem die Firmengruppe mit 9,845 Mrd. Euro bereits 2017 den bisher größten Umsatz in der Firmengeschichte erzielen konnte, zeigt sich Liebherr zuversichtlich, bis zum Ende des Jahres erstmals die 10-Mrd.-Euro-Marke knacken zu können, so Koch. Kristian Koch war im Rahmen der Pressekonferenz kurzfristig für Stefan Heissler eingesprungen, der als Mitglied des Vorstands der Liebherr-International AG wenige Wochen zuvor aus privaten Gründen zurückgetreten war.

Liebherr erwartet Verbesserungen in nahezu allen Produktbereichen. Als wesentliche Treiber des Wachstums nannte Koch die Sparten Mining, Fahrzeugkrane und Erdbewegung. Um das künftige Wachstum sicherzustellen, werde weiterhin ein großer Teil der Gewinne reinvestiert – sowohl in Forschung und Entwicklung als auch die weltweiten Standorte des Unternehmens, und nicht zuletzt in die Mitarbeiter. Bis Ende 2018 will Liebherr seine Personalstärke mit mehr als 3000 neuen Mitarbeitern auf insgesamt über 47 000 erhöhen.

Das gesamte Investitionsvolumen im Jahr 2018 beträgt laut Koch 834 Mio. Euro. Das entspreche einer Investitionsquote von 7,2 %. Rückblickend auf die vergangenen vier Jahre habe Liebherr mehr als 3 Mrd. Euro in die Firmengruppe reinvestiert.

Kristian Koch, Geschäftsführer der Liebherr-International Deutschland GmbH, informierte in Kanada über die aktuelle Geschäftsentwicklung bei Liebherr.

Martin Schickel, Geschäftsführer Vertrieb der Liebherr-France SAS, gab einen Ausblick auf die neue Generation 8 der Raupenbagger bei Liebherr.

Tim Petersen, Geschäftsführer der 1973 gegründeten Liebherr-Canada Ltd., informierte über das Produkt- und Dienstleistungsangebot von Liebherr in Kanada.

Als eines der aktuellen Investment-Highlights nannte Koch den Neubau des Logistikzentrums für die Produktion der Liebherr-Hydraulikbagger GmbH am Gründungsstandort der Firmengruppe Liebherr in Kirchdorf. Das seit Juni dieses Jahres im Bau befindliche Logistikzentrum soll Ende 2020 fertiggestellt sein. Ganz in der Nähe, in Oberopfingen bei Kirchdorf, eröffnete die Liebherr-Components Kirchdorf GmbH zudem eine neue Produktionsstätte für die Montage von Hydraulikzylindern. Mit dem neuen Standort will Liebherr seine Produktionsfläche für Hydraulikzylinder, Dämpfer und Systemlösungen verdoppeln und so das Wachstum im Bereich Hydraulikzylinder vorantreiben. Anlässlich des Veranstaltungsortes verwies Koch zudem auf USA-Vertretung von Liebherr mit Sitz in Newport News in Virgina. Nach fast 50 Jahren, die das Unternehmen bereits mit einer Fertigung vor Ort tätig ist, sei dort nun ein 45 Mio. Dollar teures Expansionsprojekt angelaufen. Die neue Anlage soll als Hauptsitz für Liebherr USA, Co. dienen und umfasse den Bau von drei neuen Gebäuden.

Als wichtige Schlüssel für den Geschäftserfolg bezeichnete Koch die Unabhängigkeit und langfristige strategische Ausrichtung des Unternehmens, die in nunmehr dritter Generation durch das familiengeführte Management getragen werde. Koch freute sich daher ebenfalls darüber, dass Anfang des Jahres Johanna Platt und Philipp Liebherr dem Verwaltungsrat der Liebherr-International AG beigetreten sind – beide Enkel des Firmengründers Dr. Hans Liebherr.

Kurz vor der anstehenden bauma durfte natürlich auch ein Ausblick auf eines der Highlights nicht fehlen, die im kommenden Jahr auf die Messebesucher in München warten. Für 2019 kündigte Martin Schickel, Geschäftsführer Vertrieb der Liebherr-France SAS, Colmar, eine komplett neue Generation Raupenbagger für die Erdbewegung an. In der Einführungsphase umfasse die Generation 8 sechs Modelle: R 922, R 924, R 926, R 930, R 934 und R 938. Bei den Modellen R 922 und R 924 handle es sich um Maschinen, die für stark emissionsregulierte Länder konzipiert worden seien.

Die anderen vier Modelle seien mit entsprechenden Motoren für stark und weniger regulierte Länder konzipiert worden. Mit einem Einsatzgewicht zwischen 22 und 45 t – je nach Ausstattung – decke die neue Reihe der Raupenbagger einen Motorleistungsbereich von 120 kW/163 PS bis 220 kW/299 PS ab. Die Raupenbagger R 922 und R 924 mit Einsatzgewichten von 22 bzw. 24 t sind mit Liebherr-Motoren der Abgasstufe 5 ausgestattet und verfügen nach Herstellerangaben über rd. 10 % mehr Leistung als ihre gleichnamigen Vorgängermodelle, die im Jahr 2013 mit Abgasstufe IIIB eingeführt wurden.

Die Motoren des R 922 und des R 924 sind mit Dieseloxidationskatalysator (DOC), SCR-System und einem Partikelfilter ausgestattet, wodurch gegenüber einem Abgasrückführungsventil (AGR) der Verbrauch verringert und die Produktivität gesteigert werde. Weitere Effizienzvorteile ergeben sich dem Hersteller zufolge aus der Kombination eines schweren Standardballastgewichts und der bei den neuen Modellen vergrößerten Löffelkapazität (0,55 m³–1,65 m³).

Den ersten sechs Modellen liegen drei unterschiedliche Modulplattformen zugrunde, erklärte Schickel. Dieses Konzept ermögliche gemeinsame Strukturen und eine Bündelung von Komponenten bei der Produktion. Als weitere Besonderheit nannte Schickel u. a. ein neues Auslegerkonzept mit einem Hohlformstück an der Spitze des Auslegers. Dies führe zu einer höheren Leistung und verbesserten Auslegerkräften bei einem verringerten Einsatzgewicht der Maschine. Neu sei auch eine optimierte Lastkurve, die einen verringerten Kraftstoffverbrauch ermögliche. Darüber hinaus wurden die neuen Raupenbagger mit einer Lebensdauer-Schmierung beim wartungsfreien Fahrgetriebe und bei den Laufrollen am Unterwagen ausgestattet. Die Anordnung der Stufen sei ebenfalls optimiert worden, um eine einfachere Reinigung der Seitenholme zu ermöglichen.

Neben diversen Komfort-Optimierungen bei der Ausstattung der Fahrerkabine wurde auch das Beleuchtungskonzept bei der Generation 8 überarbeitet. So wurden die bisher üblichen Halogenleuchten durch moderne LED-Technologie ersetzt, erklärte Schickel. Damit soll nicht nur die Lebensdauer verlängert werden, sondern auch der Stromverbrauch bei einer gleichzeitig leistungsstärkeren Beleuchtung verringert werden.

Detaillierte Informationen zur Generation 8 können am Liebherr-Stand auf der kommenden bauma eingeholt werden, wo die neuen Raupenbagger eines der Highlights darstellen werden, so Schickel.

Mit seinen Maschinen ist Liebherr in Kanada u. a. am XXL-Ausbauprojekt der Toronto Transit Commission beteiligt. Im Rahmen dieses Projekts werden die Schnellbahnstrecken Torontos um 43 dringend benötigte Kilometer erweitert.

Die bauma war auch das Stichwort für das diesjährige Ziel der Liebherr-Pressefahrt. Kanada ist 2019 das Partnerland der Weltleitmesse für Baumaschinen. Mit der Pressefahrt nach Nordamerika unterstrich Liebherr die hohe Bedeutung des Landes als wichtiger Rohstoffproduzent und einer der weltweit wichtigsten Märkte für die internationale Baumaschinen-, Baustoff- und Miningbranche.

In Kanada ist die Firmengruppe Liebherr seit fast 45 Jahren aktiv, wie Tim Petersen, Geschäftsführer der 1973 gegründeten Liebherr-Canada Ltd., vor Ort erklärte. Angefangen mit einer kleinen Vertriebs- und Serviceniederlassung für Hydraulikbagger sei das Unternehmen in der Zwischenzeit zu einer gemischten Vertriebsgesellschaft für fast alle Produktbereiche der Firmengruppe mit aktuell über 350 Mitarbeitern gewachsen. Die besonderen Herausforderungen für Liebherr in Kanada liegen laut Petersen v. a. in den Dimensionen des Landes. Liebherr arbeite in Kanada mittlerweile an neun Standorten über sechs Zeitzonen hinweg.

Die kanadische Vertretung der Firmengruppe Liebherr zeichne sich u. a. dadurch aus, dass er einer neben Russland und Brasilien einer von weltweit vier Standorten ist, die nach dem Vorbild des "Reman"-Hauptquartiers im deutschen Ettlingen eine Wiederaufbereitungsanlage für Baumaschinen-Komponenten betreiben.

Im Rahmen des Schnellbahnstrecken-Ausbauprojekts in Toronto unterstützen Liebherr-Maschinen sowohl oberhalb als auch unterhalb der Erde die Arbeiten.

Die Wiederaufbereitungsabteilung bietet den Kunden von Liebherr unterschiedliche Dienstleistungsoptionen an: Austausch, Überholung, Erneuerung oder Reparatur. Neben dem Kostenfaktor gebe es zunehmend mehr Kunden, die auch aus Gründen der Umweltfreundlichkeit auf Wiederaufbereitung von Komponenten setzen, so Petersen. Erst kürzlich wurde die Reman-Abteilung in Burlington mit einer speziellen kontaminationsfreien Ausstattung aufgerüstet.

Mit ihrem breiten Produktspektrum sind die Liebherr-Maschinen in ganz Kanada aktiv. Darunter auch Mega-Projekte wie der 50 Mrd. Dollar schwere und auf 25 Jahre angelegte Ausbau des U-Bahn-Systems in Toronto, dass ebenfalls auf der Agenda der Pressefahrt stand.

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