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Prozesssicherheit

Asphalteinbau vollständig vernetzt und transparent

GP Papenburg, IT im Bauwesen, Straßenbautechnik

Im linken Bildrand die PxKonsole für das Praxis-LeanManagement. Herzstück für transparentes und automatisiertes Arbeiten auf der Asphalt-Baustelle.

Pferdingsleben (ABZ). – Mit dem Einbau von Kompaktasphalt auf der L228 zwischen Welbsleben und Westdorf im Landkreis Mansfeld-Südharz hat GP Verkehrswegebau die dritte Baustelle mit dem Praxis-LeanManagement realisiert. Zwei Asphaltmischwerke haben ihre Produktion von Tragschicht AC 22 TS50/70 für diese Baustelle ausgerichtet. Die Werke Trotha und Ammendorf waren für die Anfahrt mit je ca. 90 min geplant. Das Werk Ermselben hat die Deckschicht AC 11 DS S45-80-50 produziert und ist 15 min zur Baustelle entfernt. Zum Einsatz kamen 36 Sattel und zehn 3-Achser aus dem hauseigenen Fuhrpark. Mit einer Einbaulänge von 2600 m und einer geplanten Einbauzeit von drei Tagen ein realistisches Projekt.

Wie so oft im Leben wird die Planung durch denkbare und undenkbare Vorkommnisse durcheinander gebracht. Bedingt durch eine andere Baustelle hat sich die Anfahrt am Vorabend des ersten Baustellentages zum Werk Ermsleben auf 45 min verlängert. Dieser Umstand wurde in die Planung eingefügt – ganz einfach und per Knopfdruck wurde die Fahrtzeit neu berechnet und damit die Taktung für alle Lkw angepasst. Auch das betreffende Mischwerk hat dies sofort in seine Planung integriert und konnte so das Material bei Eintreffen der Lkw zur Verfügung stellen. Ein vergleichsweise harmloser Umstand. Nicht so am Nachmittag des ersten Einbautages. Hier hatte der Fertiger einen Defekt zu verzeichnen, der Einbau musste für den Rest des Tages abgebrochen werden. Am Nachmittag des zweiten Einbautages vermeldete eine Mischanlage eine Störung in der Produktion. Die beiden anderen Werke mussten und haben dies abgefangen.

GP Papenburg, IT im Bauwesen, Straßenbautechnik

Agieren statt Reagieren. Auf der PxKonsole sind alle Daten automatisiert erfasst einzusehen.

Das Bauteam plant die Baustelle über das Portal Bau-ELSE.de Das firmApp 'Lieferschein & LeanManagement mit Taktkarte' kommen zur Anwendung. Die Parameter zur Einbaulänge, den Trag- und Deckschichten inklusive Dicke, die geographischen Angaben zu den Werken, das Modell des Fertigers sowie die verfügbare Anzahl an Lkw je Typ werden zur Berechnung der Taktkarte herangezogen. Es wird nichts dem Zufall überlassen, alle verfügbaren Daten werden zur Berechnung herangezogen – je feingliedriger die Planung umso erfolgreicher der Baustellenverlauf. Die Taktkarte ist sogleich per Mouseclick errechnet. Ein enormer Zeitfaktor zur manuellen Berechnung via Kalkulationshilfen wie MS Excel.

Die für die L228 geplanten Lkw sind bereits mit der PxOrtungsbox für die Ortung und dem PxRFID-Tags zur Identifizierung an der Heckklappe ausgestattet. Der für den Einbau vorgesehene Fertiger ist mit dem PxRFID-Reader an der A-Säule ausgestattet. Die Nutzung der RFID-Technologie ermöglicht während dem Baustellenverlauf die Aufzeichnung und das zeitliche Zuordnen zum Abladevorgang der Lkw am Fertiger. In Kombination mit der Lkw-Ortung kann im Anschluss jede Lieferung bzw. jeder Lieferschein metergenau zugeordnet werden. Das Anlegen der virtuellen Zäune, das sogenannte Geofencing, ermöglicht das Unterscheiden des Status zur Anfahrt auf die Baustelle, Eintreffen auf der Baustelle bzw. Warten bis zum Anfahren und Abladen am Fertiger. Die Dauer aller Vorgänge wird damit automatisiert erfasst und dokumentiert. Das ist besonders wichtig für den weiteren Baustellenverlauf. Wartezeiten bzw. Leerläufe zu filtern, zu analysieren und mit den Fahrern/Mischmeistern/Disponenten zu erörtern. Jeder Vorgang wird automatisiert und transparent im Portal Bau-ELSE für jeden Lkw dokumentiert.

Den Verantwortlichen bei GP Verkehrswegebau sind verlässliche Zahlen und Fakten insbesondere zu den Lkw sehr wichtig. Wie viele Lkw sind geplant – wie viele wurden tatsächlich eingebunden. Wo befinden sich die Lkw und haben welchen Status zur Beladung, Anfahrt zur Baustelle, Abladen am Fertiger sowie Rückfahrt zum Werk. Dazu sind die jeweiligen Zeiten von enormer Bedeutung hinsichtlich Controlling und anschließendem Auswerten. Die sekundengenaue Abrechnung zu den Umläufen und detaillierten Zeitintervallen eines jeden Lkw ist per Auswertung zu jeder Zeit – auch während dem Einbau – möglich. Das ist ein elementarer Unterschied zu anderen am Markt erhältlichen Systemen. Die Unterscheidung zwischen dem Status Beladen im Werk, Anfahrt zur Baustelle, Eintreffen (und ggf. Warten bis zum Abladen) auf der Baustelle, Abladen am Fertiger, Saubermachen und Plane aufrollen sowie Rückfahrt zum Werk ermöglichen diese Auswertung. Die Zeitstempel des jeweiligen Status werden vollkommen automatisiert erfasst. Weder der Lkw-Fahrer noch der Polier auf der Baustelle erfassen dies manuell auf Papier, im Smartphone oder anderen Endgeräten. Jeder kann sich vollkommen auf seine Kernkompetenzen konzentrieren. Der Polier sieht jede Ankunftszeit inklusive Tonnage im Zulauf an der PxKonsole in Echtzeit.

Die Mischanlagen sind über Bau-ELSE.de vollständig in das Baustellengeschehen eingebunden und untereinander vernetzt. In Echtzeit, und damit völlig transparent, sieht der Mischmeister die Lkw im Zulauf zum eigenen Werk mit minutengenauer Ankunftszeit. Das ermöglicht die just-in-time-Bereitstellung des Materials. Bevorzugte Abfertigung ist selbstverständlich. Der Ausfall eines Mischwerkes konnte durch die einfachen und direkten Kommunikationswege der Werke miteinander sofort abgefangen werden. Auch für die Lkw ist das Einbinden in die Abläufe besonders wichtig. Gerade bei weiten Anfahrtswegen müssen unnötige Strecken vermieden werden. Mit dem Praxis-LeanManagement ist dies im Standard gewährleistet. Die betreffenden Lkw im geplanten Zulauf zum ausgefallenen Werk wurden sofort umgeleitet, die anderen Werke haben ihre Produktion neu ausgerichtet und angepasst.

Dreh- und Angelpunkt und damit Informationszentrale ist die PxKonsole. Das Touchpad ist am Fertiger angebracht und liefert sekundengenau alle aktuellen Daten zum Baustellenverlauf. Der Polier sieht auf einen Blick, wie viel Mischgut bzw. Strecke bereits verbaut ist. Wie viel Tonnage im Zulauf zur Baustelle ist – und zwar je Lkw – mit jeweiliger geplanter Ankunftszeit (errechnet via Ortung und GPS) und dazugehöriger Lieferscheinnummer. Muss die Geschwindigkeit des Fertigers angepasst werden – gibt es Verzögerungen die im Vorfeld ausgeglichen werden können. Welche beauftragte und damit noch disponierte Restmenge halten die Mischwerke vor – ist der Einbau zu schaffen oder wird der Einbau am Folgetag fortgesetzt. Der Polier sieht außerdem ob Störungen vorliegen. Seien es defekte Lkw im Zulauf zur Baustelle bzw. zum Werk oder Störungen bei der Produktion im Werk selbst. Agieren statt Reagieren. Mit der BaustellenApp kann sich der Bauleiter/Oberbauleiter jederzeit einen Einblick verschaffen – egal ob sie sich im Büro oder auf einer anderen Baustelle befinden. Die App zeigt am Smartphone alle Informationen analog zur PxKonsole am Fertiger zur Baustelle an.

Mit dieser Baustelle hat die GP-Verkehrswegebau nunmehr das dritte Einbauprojekt realisiert und konnte sich nun auch von der Leistungsfähigkeit des Systems beim Kompaktasphalt-Einbau überzeugen. Das Team war vom Leistungsspektrum begeistert. 

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=327++173&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 22/2016.

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