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Psychiatrisches Zentrum Nordbaden

Neubau mit Handstrichziegeln gestaltet

Röben, Architektur

Aufgrund seiner hohen architektonischen Qualität wurde der Neubau inzwischen mit der Hugo-Häring-Auszeichnung des BDA Heidelberg bedacht.

Wiesloch (ABZ). – Das Psychiatrische Zentrum Nordbaden in Wiesloch bei Heidelberg bietet Behandlungen für unterschiedlichste Patientengruppen an. Vor kurzem wurde die Einrichtung durch drei neue Forensische Stationen für den Maßregelvollzug erweitert.

Der vom Büro Köppen Rumetsch Architekten aus Nürnberg mit rotbraunen Handstrichziegeln gestaltete Neubau fügt die drei Stationen in einem zusammenhängenden, entsprechend dem abschüssigen Gelände abgetreppten Gebäuderiegel zusammen und fasst dabei eine Parkfläche im Kern der Anlage ein.

Komplettiert wird der doppelgeschossige Entwurf durch eine anderthalbgeschossige Außenmauer aus Betonsteelen, die den gesicherten Bereich umschließt. Einzelne Abschnitte der verklinkerten Obergeschosse ragen dabei jeweils über die Mauer in den Außenraum vor. Im Inneren des Neubaus stehen auf einer Fläche von 6400 m² Therapie und Freizeiträume, medizinische Behandlungszentren sowie Wohn- und Essbereiche für insgesamt 77 Patienten zur Verfügung. Zusätzlich integriert der Gebäudekörper verschiedene Außenflächen wie einen Gartenhof, einen Wandelhof sowie mehrere Innenhöfe mit unterschiedlichen Sicherheitsstufen. Bei der Suche nach einem geeigneten Stein für die Außenmauern fiel die Wahl der Architekten auf den Röben Handstrichziegel Wiesmoor kohle-bunt im 240 x 115 x 71 mm großen Normalformat. Der Stein unterstreicht die Eigenständigkeit des erdigen Materials "Ziegel" in dieser modernen Architektur und bildet einen optischen Kontrast zum vom Beton geprägten Gesamtkomplex.

Gleichzeitig vermittelt er zwischen dem Neubau und den historischen Backsteingebäuden des bestehenden Teils des Psychiatrischen Zentrums.

Die Ausbildung der Mauerwerksflächen im Wilden Verband sorgt dabei für einen lebendigen Eindruck der großen, von vergitterten Fenstern unterbrochenen Mauerwerksflächen. Ein besonderes Detail des Entwurfes sind die als gereihte Backsteinsäulen gestalteten Außenmauern im Bereich des Wandelhofes und des Innenhofes, die den Insassen bei maximaler Sicherheit einen größtmöglichen Ausblick nach außen ermöglichen. Auch die Klinkerlamellen in den Rahmen vor den Fenstern stellten eine besondere Herausforderung dar: Einerseits sollten sie ein Öffnen der Fenster erlauben, andererseits aber auch die Sicherheit gewährleisten. Aufgrund seiner hohen architektonischen Qualität wurde der Neubau inzwischen mit der Hugo-Häring-Auszeichnung des BDA Heidelberg bedacht.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 15/2016.

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