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Rathaus-Neubau nimmt Bezug auf Altbau

Klinker wird zeitgemäß interpretiert

Eine gläserne Passage verbindet den Rathaus-Neubau mit der Gemeindeverwaltung aus dem Jahr 1963.

Son en Breugel/Niederlande (ABZ). – Die Fassade des Rathauses der niederländischen Gemeinde Son en Breugel besteht aus Klinkersteinen einer sandgelben Hagemeister-Sortierung. Eine gläserne Passage verbindet den Neubau mit der daneben liegenden Gemeindeverwaltung aus dem Jahr 1963.

Das Rathaus von Son en Breugel, nördlich von Eindhoven gelegen, war bislang in einem modernistischen Klinkerbau aus dem Jahr 1963 untergebracht. Für die Verwaltungsbeamten gibt es seit Kurzem weitere Arbeitsplätze in einem angrenzenden Neubau, der auf dem Grundstück der einstigen Bibliothek errichtet wurde. Im ersten Stock verbindet eine gläserne Passage die formelle, sachliche Ausstrahlung des Altbaus mit dem transparenten, farbenfrohen Interieur des Neubaus. "So entsteht im Inneren von Alt- und Neubau eine zeitgemäße Arbeitsumgebung. Zwei große Dachfenster lassen Licht in das Atrium fallen, was für eine ruhige Atmosphäre sorgt", sagt Inbo-Architekt Frank Zewald. Die Umgebung wirke zudem freundlich.

Rund 1200 m² an Backoffice- und Büroräumen gibt es auf der zweiten und etwas zurückliegenden dritten Etage. In dem Sockel an der Airbornestraat ist Platz für rund 1000 m² Handelsfläche, die das neue Gebäude an die Geschäfte im Dorfkern anbinden.

Die Größe des Neubaus ist nuanciert. Dadurch passe es besser in die Umgebung, wie Frank Zewald erläutert: "Das Gebäude steht nah an der umschließenden Bebauung und der Straße. Solch ein Bau ist relativ groß für ein kleines Dorf wie Son en Breugel." Aus diesem Grund liege der Neubau, verglichen mit der alten Bibliothek, etwas zurück. Dadurch sei die Straße etwas breiter geworden und die alten Bäume in der Einkaufsstraße hätten Raum bekommen. Das Zurücksetzen habe sich zudem positiv auf den Sonneneinfall an den Arbeitsplätzen ausgewirkt. Und das alte Rathaus erhalte einen prominenteren Platz in der Straße.

An den Fassaden nehme das neue Gebäude Bezug auf den Klinkermodernismus des alten Rathauses. Dieses schmücken gelbe Klinker, versehen mit besonderen Elementen wie gemauerten Pfeilern und schmalen vertikalen Kerben. Der Neubau von Inbo wurde mit Klinkern in der sandgelben Hagemeister-Sortierung Rostock GT+FU im Waalformat realisiert. "Der Hagemeister-Klinker passt farblich gut zum Altbau. Wir haben hierfür neben der glatten Vorderseite auch die charakterstarke Fußseite des Klinkers mit Nuancierungen, unregelmäßigen Kanten und Sinterung genutzt", sagt Frank Zewald. "Zugleich verleiht Ziegel dem Neubau eine robuste Gradlinigkeit, die einen Kontrast zu der Klinkerarchitektur der 60er Jahre bildet und sich in die moderne Bebauung ringsum einfügt."

Auch Klinkerdetails schließen an das Gebäude von 1963 an. Der Neubau hat im Erdgeschoss ebenfalls schmale vertikale Bänder aus zurückliegenden Klinkern, die der Gebäudehülle eine feine Struktur geben. Zugleich unterscheidet sich der Klinker aber auch. "Der Hagemeister-Stein verfügt über eine Härte, die einen Kontrast zu dem Altbau bildet und Anschluss an die modernere Bebauung rundherum sucht", schließt Frank Zewald. Die Fassaden sind im Wilden Verband gemauert, die Pfeiler in Halbsteinverband. Die mit einem Pointmaster gearbeitete Fuge ist grau und liegt 1 cm zurück.

Der Neubau wurde im März 2019 fertiggestellt. In einem zweiten Bauabschnitt wird in diesem Jahr das Rathaus renoviert.: "Den Modernismus von damals wollen wir gern aufrecht erhalten", so Zewald. Die Fassaden der Gemeindeverwaltung würden gereinigt, so dass der ursprüngliche warme, gelbe Farbton des Klinkers wieder zu sehen sei.

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