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RC im Gegenstrom

Ausbauasphalt indirekt erhitzen

Benninghofen Mühlheim, Baustoffe

RC im Gegenstrom: Der Heißgaserzeuger, eine im Hause Benninghoven seit Jahrzehnten im Einsatz befindliche Technik, wurde überabeitet und die RC-Trommel entsprechend angepasst.

Mülheim an der Mosel (ABZ). - Die Asphaltindustrie sucht immer wieder nach besseren Lösungen, die Prozesse innerhalb der Asphaltmischanlage zu optimieren. Ein wesentlicher Ansatz ist die Erhöhung der Zugabemenge von Ausbauasphalt in allen Rezepturen. Recycling-Paralleltrommeln im Gleichstromverfahren arbeiten heute weltweit in allen Größen und Leistungsstufen, heißt es vonseiten der Benninghoven GmbH & Co. KG. Diese Technik habe sich über Jahrzehnte bewährt und wurde fortlaufend von den Anlagenherstellern weiter entwickelt. Doch jedes noch so gute Konzept, gerate irgendwann an seine Grenzen, so auch die Erhitzung von Ausbauasphalt im Gleichstromverfahren. Die physikalische Eigenschaften der Gleichstromtrocknung, sowie die damit verbundenen negativen Eigenschaften, wie die höhere Abgastemperatur zur Produkttemperatur, als auch die dadurch resultierenden hohen Abgaswerte, habe Benninghoven nach eigenen Angaben veranlasst, in Kooperation mit den langjährigen Geschäftspartnern, den Bayerischen Asphalt-Mischwerken, einen neuen Weg zu gehen.

Der Heißgaserzeuger, eine im Hause Benninghoven seit Jahrzehnten im Einsatz befindliche Technik, wurde dazu überabeitet und die RC-Trommel entsprechend angepasst. Eine echte Herausforderung stellte sich an die Benninghoven-Verfahrenstechniker, die mit der Auslegung der Umluft- und Abluft-Ventilatoren sowie der Volumenströme innerhalb des Systems erstmals die Betriebszustände theoretisch ermittelten. Eine Herausforderung für das Entwicklungsteam war der Umgang mit den Feinanteilen im Abgasstrom. Es wurde eine Lösung erarbeitet, die sich als ebenso einfach wie genial darstellt, heißt es weiter: Die Schwebeteile werden mit dem Mischgas in einen großzügig ausgelegten Beruhigungsraum geleitet, in dem die Schwebeteilchen nach unten fallen. Diese werden im weiteren Prozess über eine Schnecke, eine Doppelpendelklappe, auf ein Förderband aufgebracht und dem RC-Pufferbehälter zugeführt.

Nach all der Theorie war es dann im späten Frühjahr 2013 soweit, die Testphase konnte beginnen. Ein Ingenieurteam, bestehend aus Benninghoven und BAM-Mitarbeiter, konnte sich nun davon überzeugen, dass die theoretischen Werte erreicht und sogar übertroffen wurden. Gemeinsam wurden Messungen durchgeführt, Leistungsversuche jeglicher Art gefahren, Proben entnommen, Rezepte angepasst, Prozesse optimiert, all dies mit dem Ergebnis: Die Anlage erfüllt zu 100 % den gestellten Anforderungen und hat damit ihre Serienreife erhalten. Die Filtereingangstemperatur beträgt 90 °C bei einer Produkttemperatur von 172 °C. Die C-Gesamt-Messung lag unter 50 mg bei diesen Werten. Die derzeitigen TA-Luft-Werte werden alle erheblich unterschritten. In Begleitung des Forschungs- und Entwicklungsteams wurde mit der Anlage eine Saison lang produziert. Durch kleinere Modifikationen konnte der Optimierungsgrad weiterhin gesteigert werden.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 02-2016.

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