recycling aktiv & TiefbauLive

Demo-Messen ist der Standortwechsel gelungen

Vom Minidumper über Radlader bis hin zum Prallbrecher gibt es auf der recycling aktiv/TiefbauLive stets das komplette Maschinenprogramm rund um die eng verzahnten Themenbereiche der Doppelmesse zu sehen.

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Karlsruhe (mm). – Die internationale Recycling- und Tiefbauwirtschaft hat sich kürzlich erstmals in der Messe Karlsruhe getroffen. Am neuen Schauplatz für die recycling aktiv und die TiefbauLive trafen nach Informationen des Veranstalters 7500 Fachbesucher auf 600 Berater der ausstellenden Unternehmen. 202 Aussteller aus 14 Ländern präsentierten auf 76 500 m² neueste Tiefbaumaschinen und Recyclinganlagen. Marktführende Unternehmen wie Doppstadt, JCB, Wacker Neuson und Zeppelin haben sich nach Angaben der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH von dem neuen Standort im wirtschaftsstarken Südwesten überzeugt gezeigt und ihre Teilnahme als erfolgreich beurteilt. "Die hohe Zufriedenheit der Aussteller und Besucher ist für uns Auftrag und Ermutigung, die Messe 2019 mit ihrem Alleinstellungsmerkmal – den Live-Demonstrationen – weiterzuentwickeln", resümiert Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH. Dass die Fachmesse bundesweiten Charakter und internationale Anknüpfungspunkte besitzt, zeige auch die Besucherbefragung: Danach hatte ein Viertel der Messeteilnehmer einen Anreiseweg von mehr als 300 km auf sich genommen. 9 % der Besucher seien aus dem Ausland gekommen.

Insgesamt 47 von den Ausstellern haben die Möglichkeit genutzt, ihre Produkte am eigenen Stand live zu demonstrieren. Darunter befand sich auch das niederländische Unternehmen Goudsmit. "Wir haben unseren 27 t schweren Nicht-Eisenscheider mit nach Karlsruhe gebracht. Das Gelände hier ist ideal dafür geeignet, die Separation der NE-Metalle und FE-Metalle zu zeigen", sagt Roland Metsemakers, Sales Manager Recycling Deutschland, Goudsmit Magnetic Systems BV. Zudem brachten zahlreiche Bundesverbände ihre Kompetenz bei den vier Aktionsflächen des Messe-Duos ein. Z. B. stand der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e. V. (VDMA) Pate für die neu konzipierte Aktionsfläche "Holz & Biomasse". Komptech aus Österreich hat sich daran mit dem Zweiwellen-Zerkleinerer und einem neuen Sternensieb mit Überlängenrückführung beteiligt. "Ich mag solche Messen, bei denen sich was bewegt. Deshalb war uns das Mitwirken bei Holz & Biomasse besonders wichtig und absolut erfolgreich: Länge, Moderation und Häufigkeit der Vorführungen waren top", urteilt Ewald Konrad, Sales Director.

Der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) hatte mit der Sonderschau "Kunststoffrecycling" in Halle 2 ein weiteres neues Element für die Messe zusammengestellt. Die Sonderschau zeigte auf, was aus Kunststoffabfällen neu entstehen kann: Besucher konnten durch eine Gartenlandschaft mit Teich, Steg und Parkbänken schlendern sowie Spielgeräte aus recycelten Kunststoffen ausprobieren, bekamen aber auch Gegenstände für die Baustelle wie Bauzaunfüße, Lärmschutzeinrichtungen, Ladungsträger bis hin zu ganzen Kanalschächten aus Kunststoff-Recyclaten zu sehen.

Neben diesen Neukonzeptionen war die Aktionsfläche "Schrott & Metall" auch in diesem Jahr ein Besuchermagnet. Auf 2000 m² wurden alle typischen Arbeitsschritte eines modernen Schrottplatzes wie Lagern, Zerkleinern, Umschlagen und Verwerten demonstriert.

Auf den vom Verband der Baubranche, Umwelt und Maschinentechnik e. V. (VDBUM) initiierten Musterbaustellen für Straßen- und Kanalbau führte der Schweizer Tiefbauspezialist Ammann eine Asphaltwalze und weitere Geräte im praktischen Einsatz vor. Für die Aussteller-Zufriedenheit habe auch die Gesamtorganisation gesorgt: "Wir haben gespürt, dass das Karlsruher Messeteam eine eingeschworene Truppe ist, die auf jeden Wunsch eingeht und alles möglich macht – das schafft nicht jeder", lobt Gudrun Oestern, Marketing und Sales, Ammann Verdichtung GmbH. Des Weiteren hoben die Aussteller Anzahl und Qualität der Besucher hervor: "Unser Fazit ist sehr, sehr positiv. Wir waren überrascht, dass gleich morgens so viele Besucher, vor allem Entscheider, da waren, die sich wirklich interessiert haben. Kurz vor der Mittagspause waren meine Jungs schon richtig außer Atem – das war toll", bestätigt Lars Holzhey, Geschäftsführer, Schwab GmbH. Seinen Eindruck belegen Angaben der Karlsruher Messe zufolge auch Daten der Besucherumfrage: 96,2 % waren Fachbesucher und 80 % der Besucher haben maßgeblichen Anteil an Investitionsentscheidungen ihrer Unternehmen. Für Steffen Hanus, Geschäftsführer Wirtgen Augsburg, war und ist die Synthese beider Branchen ein Erfolgsfaktor: "Das Messekonzept gefällt mir sehr gut. Beide Messen miteinander vereint sind perfekt für uns." Dr. Friedhelm Rese, Geschäftsführer der Geoplan GmbH sowie bisheriger Veranstalter und jetziger Kooperationspartner des Messe-Duos, bilanziert: "Der Geländewechsel ist optimal gelungen. Ideal sind die Hallenflächen, auf denen auch das Fachforum und die erstmalig gezeigte Sonderschau Kunststoffrecycling, die vom bvse gestaltet wurde, zu sehen waren. Insgesamt bin ich glücklich über unsere tolle Kooperation."

Manche Aussteller hatten echte Neuheiten mitgebracht: Z. B. stellte die Riedlberger GmbH einen neuen, vollhydraulischen Schnellwechsler vor, der in Sachen Verriegelung und Sicherheit neue Maßstäbe setzen soll. Die Aufnahme am Schnellwechsler wurde so konzipiert, dass das Anbaugerät selbst bei Nicht-Verriegelung nicht herunterfallen kann. Das biete Schutz für das Baustellenpersonal. Durch die Integration der optischen Verriegelungsanzeige in das Anbaugerät erhalte der Anwender das optische Signal nur, wenn der Schnellwechsler in der richtigen Position und korrekt mit dem Anbaugerät gekuppelt ist. Beim Automatisierungs-Spezialisten MTS Maschinentechnik Schrode ging es ebenfalls um das sichere Arbeiten mit Anbaugeräten. Das Unternehmen präsentierte ein neues Control-Panel für seine Tiltrotatoren, das dem Fahrer in der Kabine die einzelnen Bedienschritte beim Wechsel von Anbaugeräten am Tiltrotator anzeigt und diesem so die Kontrolle über eine sichere Verriegelung bietet. Das Panel, das auf der bauma vor einem Jahr noch als Studie gezeigt worden war, konnte nun auf der TiefbauLive als marktreifes Serienprodukt im praktischen Einsatz am Bagger vorgeführt werden. Komptech, Anbieter von Maschinen für die Aufbereitung holziger Biomasse als erneuerbarem Energieträger, zeigte auf der Aktionsfläche "Holz & Biomasse" erstmals seine neue mobile Sternsiebanlage "Multistar One". Damit können Holz und Biomasse nach Herstellerangaben noch effektiver aufbereitet werden. Bei der Abtrennung der Nutzfraktion werde überlanges Material nicht ausgeworfen, sondern über ein Rückführband mit 220° Schwenkradius automatisch wieder in den Zerkleinerer zurückgeführt. Ausgerüstet mit einem großdimensionierten Siebdeck, kann die Anlage eine Durchsatzleistung von bis zu 200 m³/h meistern. Der Sortier- und Separationsspezialist Steinert präsentierte seinen neuen Abscheider für Nichteisenmetalle wie Aluminium, Kupfer oder Zink, den "EddyC Fines". Sein Trennscheitel lasse sich millimetergenau einstellen und ermögliche eine wesentlich höhere Trennschärfe, sodass sich auch sehr feines Material erfolgreich abscheiden lässt. Mit der offenen Konstruktion seines neuen C-Rahmens sei der Abscheider besonders wartungsfreundlich. Ein Bandwechsel lasse sich in 10 Min. ohne schwere Geräte von zwei Mitarbeitern mit Schraubenschlüssel erledigen. Das soll mehr Flexibilität in der ausbringungsoptimierten Gurtauswahl ermöglichen.

"Wenn wir beim nächsten Mal wieder dieselben super Abschlüsse hätten, wäre das ein unglaublicher Erfolg. Unser Auftragseingang ist sogar besser als auf der bauma. Für 2019 habe ich deshalb denselben Stand schon reserviert", betont Hermann Schoch, Geschäftsführer und Gesellschafter, HS-Schoch GmbH & Co. KG. "Gegenüber dem Gelände am Baden Airpark ist das hier eine deutliche Verbesserung", unterstrich Dr. Martin Thelen, Marketingleiter der JCB Deutschland GmbH.

Die nächste recycling aktiv und TiefbauLive findet vom 5. bis 7. September 2019 in der Messe Karlsruhe statt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 19/2017.

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