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Regenwassermanagement

Funke zeigt erweitertes Lösungsangebot

Präsentation der neuen Sedimentationsanlage von Funke.

Hamm-Uentrop. – Zum Jahresende hatte die Funke Kunststoffe GmbH einmal mehr zum traditionellen Pressetreff am Unternehmenssitz in Hamm-Uentrop eingeladen. Gezeigt wurden Neu- und Weiterentwicklungen für die Regenwasser-Bewirtschaftung. Infratech, IFAT, GaLaBau . . . Anlässe, um der breiten Öffentlichkeit Neuheiten für den Tiefbau vorzustellen, gibt es im kommenden Jahr viele. Grund genug, sich als Hersteller in puncto Produktvorstellungen jetzt bedeckt zu halten. Nicht so bei Funke. Pünktlich zur nass-kalten Jahreszeit hatten die Kunststoffspezialisten im Oktober noch einmal in die Unternehmenszentrale im Münsterland geladen, um der Fachpresse einige Neu- und Weiterentwicklungen für die Regenwasser-Bewirtschaftung vorzustellen.

Begrüßt wurden die Teilnehmer von Dieter Jungmann, Leiter des Geschäftsbereichs Tiefbau. Angefangen als Hersteller von Kunststoffrohren zur Abwasserentsorgung biete Funke heute ein komplettes Lösungsangebot vom Haus bis zum Sammler, erklärte er. Dazu gehören heute nicht mehr nur hochwertige Kanalrohrsysteme, sondern auch Spezialprodukte wie Rohrverbindungen, Anschlusssysteme oder Bodenbefestigungen. Derzeit stehe vor allem das Thema Niederschlagswasser verstärkt im Fokus.

Regenwasser speichern

In diesen Bereich fällt auch der D-Raintank 3000, den Funke auf der IFAT 2018 erstmals vorgestellt hatte. Dabei handelt es sich um ein Rigolensystem aus PVC, welches für den ökologisch sinnvollen Umgang mit Regenwasser entwickelt wurde.

Dieter Jungmann, Leiter des Geschäftsbereichs Tiefbau bei Funke, begrüßt die Teilnehmer des diesjährigen Pressetreffs.

Nach dem fachgerechten Einbau kann es Niederschlagswasser speichern und sukzessive dreidimensional an das umliegende Erdreich abgeben. Die Speicherfähigkeit für das System liegt nach Angaben des Herstellers bei nahezu 97 Prozent. Eine übliche Kies- oder Schotterrigole erreiche hingegen nur ungefähr 30 bis 35 Prozent. Aufgrund seiner Konstruktion und seiner Materialeigenschaften zeichne sich der D-Raintank 3000 darüber hinaus durch ein besonders geringes Gewicht bei einer hohen statischen Belastbarkeit (Verkehrslasten bis SLW 60) aus.

Aktuell hat Funke das System um sogenannte Smallbox-Elemente erweitert, wie Rudolf Töws, Leiter Technik im Geschäftsbereich Tiefbau, erklärte. Die Smallbox ist mit einer Bauhöhe von 33 Zentimetern in etwa halb so hoch wie die herkömmlichen Rigolenelemente des D-Raintank 3000. Ansonsten entsprächen die bautechnischen Eigenschaften des neuen Elementes denen der Standardausführung. Der Vorteil der Smallbox: Dank der geringeren Bauhöhe kann sie auch bei hohen Grundwasser-Ständen verbaut werden, ohne dabei den nach DWA-A 138 geforderten Mindestabstand von 1 Meter zu verletzen.

Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass das Rigolensystem jetzt auch mit einer Inspektionskamera befahren werden kann, wie Funke in Zusammenarbeit mit dem Hersteller Ibak aus Kiel, in einer Live-Präsentation vor Ort demonstrierte. In der Praxis werde diese Möglichkeit zwar kaum genutzt, wie Jungmann erklärte. In Ausschreibungen werde sie jedoch häufig gefordert.

Regenwasser nutzen

Noch einen Schritt weiter geht Funke mit der KS-Bluebox. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit, ein vormontiertes Rigolensystem werksseitig mit Kunststoff ummanteln zu lassen. Auf diese Weise lasse sich der D-Raintank 3000 auch zur dauerhaften Speicherung von Regenwasser nutzen. Daraus ergeben sich neue Anwendungsfelder für das System, so Töws, beispielsweise als Löschwassertank.

Ummantelte Rigolensysteme sind keine Funke-Erfindung. Neu ist die Vorfertigung im Werk als Alternative zum Einschweißen des Rigolensystems vor Ort. Hierfür sei auf der Baustelle nicht immer ausreichend Platz gegeben, erläuterte Töws einen Vorteil der KS-Bluebox. Durch die Vorfertigung sei man zudem unabhängig von Witterungsverhältnissen. Derzeit biete Funke vier Varianten der KS-Bluebox ab Lager an. Auf Anfrage könnten jedoch weitere Formate umgesetzt werden. Der limitierende Faktor sei lediglich das Transportvolumen des Lkw, der das System zur Baustelle bringe. Jedoch könnten auch mehrere Boxen miteinander verbunden werden.

Das Rigolensystem von Funke ist so konstruiert, dass es auch mit einer Inspektionskamera befahren werden kann.

Die Stabilität der KS-Bluebox entspreche der des D-Raintank 3000: Ab einer Überdeckung von 40 Zentimetern Höhe sei eine Pkw-Befahrung möglich. Die zwingend erforderlichen Entlüftungen sind bereits ab Werk montiert. Zur Spülung und Kamerabefahrung könne zudem auf Wunsch ein Inspektionsblock integriert werden.

Regenwasser behandeln

Nicht zum Speichern, sondern zur Behandlung von Regenwasser dient die neue Sedimentationsanlage von Funke, die Töws ebenfalls vorstellte. Fließt Niederschlagswasser über Dach- oder Verkehrsflächen ab, nimmt es dabei verschiedene Schadstoffe wie Reifenabrieb, Mikroplastik, Feinstaub, Öltropfverluste oder Schwermetalle auf. Mit einer Sedimentationsanlage können diese Schmutzpartikel abgefangen werden, bevor das Wasser in den Vorfluter gelangt.

Die Anlage von Funke zeichnet sich dem Hersteller zufolge durch eine sehr gute Reinigungsleistung bei geringem Wartungsaufwand aus. Sie wurde für den Einsatz in den Flächenkategorien I und II nach Gelbdruck des DWA-A 102 konzipiert. Mit ihren kompakten Abmessungen von 2,2 Metern Höhe und 4,2 Metern Länge lasse sie sich ohne übermäßigen Erdaushub verbauen. Dabei eigne sie sich für eine Anschlussfläche von bis zu 5000 Quadratmetern. Funke weist darauf hin, dass auf Wunsch auch größere Anschlussflächen realisiert werden können.

Die Sedimentationsanlage ist so ausgelegt, dass bei einem Zufluss von 0 bis 8 Litern pro Sekunde beide Absetzräume durchflutet werden. Das entspricht der Durchflussstufe 1 (DS1). Steigt der Zufluss über diesen Wert, wird der Sedimentationsraum durch eine von einem Schwimmer gesteuerte Klappe verschlossen. Diese Durchflusssteuerungsklappe sorgt dafür, dass Starkregenereignisse an dem Sedimentationsraum vorbei geleitet werden. Auf diese Weise bleiben die bereits gesammelten Sedimente in der Anlage und werden bei Starkregen nicht wieder hinaus gespült.

Präsentation der KS-Bluebox. Auf Wunsch ummantelt Funke werksseitig D-Raintank-3000-Anlagen zur dauerhaften Speicherung von Regenwasser.

Sinkt die Niederschlagsmenge, öffnet auch die Klappe wieder automatisch. Zusätzlich zur durchflussabhängigen Durchströmungsmethodik werden durch das Tauchrohr im Ablauf Schwimmstoffe wie Öl zurückgehalten. Größere Schwimmstoffe wie Laub und Blätter werden beim Übergang vom Schlammfang in den Sedimentationsraum durch ein dazwischen angeordnetes Edelstahlsieb herausgefiltert.

Rundes Jubiläum

Abschließend ging Dieter Jungmann auf das nunmehr 25-jährige Jubiläum des HS-Kanalrohrsystems ein. Mit ihm habe Funke vor einem Vierteljahrhundert ein Produkt auf den Markt gebracht, das aufgrund seiner Leistungsparameter und seiner Anwendungsvielfalt eine wahre Erfolgsgeschichte für das Unternehmen darstelle.

HS-Rohre sind wandverstärkte Vollwandrohre aus PVC-U mit erhöhter Wanddicke und einer Mindestringsteifigkeit von 12 Kilonewton pro Quadratmeter (SN 12) beziehungsweise 16 Kilonewton pro Quadratmeter (SN 16). Damit können sie bei Einbautiefen von 0,5 bis 6 Metern unter Schwerlastflächen bis 60 Tonnen eingesetzt werden.

Das HS-Kanalrohr steht laut Funke beispielhaft für den Systemgedanken, den das Unternehmen seit jeher pflegt. Wurden bei der Markteinführung lediglich Rohre in den Nennweiten DN/OD 160 und 200 produziert, kamen später Abzweige und Doppelmuffen für die Verbindung der Rohre hinzu. Heute stehe den Anwendern ein komplettes System in den Nennweiten DN/OD 110 bis 800 zur Verfügung. Enthalten sind darin auch Formteile, Vario-Muffen, eine Abwasserkontrolle, ein sohlengleicher Anschluss, eine Reinigungsöffnung, diverse Bögen und Schächte sowie ein Rohr-Schneid- und Anfasgerät.

Bis heute sind die Rohre durch ihre Farbgebung in blau (Regenwasser) und braun (Schmutzwasser) leicht nach Anwendungsfeldern zu unterscheiden.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 51/2020.

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