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Relineeurope feierte 10-jähriges Gründungsjubiläum

Rohrbach (ABZ). - Die jährlichen „Geburtstagsfeiern“ haben sich bei dem noch jungen Unternehmen Relineeurope zu einer schönen Tradition entwickelt. Bereits seit Gründung vor zehn Jahren lädt der Systemanbieter für UV-lichthärtende Linertechnologien Anwender und Partner nach Rohrbach in der Südpfalz ein, um gemeinsam zu feiern und bei der Relineconference über neue Entwicklungen zu informieren und Erfahrungen auszutauschen. Die Feier des ersten runden Geburtstags in diesem Jahr fiel etwas größer aus. Auf dem Firmengelände waren eine Bühne und ein großes Zeltdach aufgebaut. Staatssekretär Andy Becht aus dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau des Landes Rheinland-Pfalz gratulierte dem jungen Unternehmen ebenso wie Landrat Dietmar Seefeld und die Bürgermeisterin der Verbands- und Ortsgemeinde Herxheim, Hedi Braun und der Ortsbürgermeister von Rohrbach, Peter Feser. Gefeiert wurde mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie vielen Kunden und Partnern aus Deutschland und Europa, Japan, China, Indien sowie den USA.

Relineeurope Vorstand Ludwig Allmann erinnerte daran, dass die Gründung im Jahr 2009 „mitten in die größte Wirtschaftskrise der jüngeren Geschichte“ fiel. Die Bereitschaft der Banken, das „Start Up“ mit Krediten zu unterstützen, tendierte gegen Null. Nur die örtliche Sparkasse und später auch die Investitions- und Strukturbank des Landes Rheinland-Pfalz glaubten an das Unternehmen und die Unternehmer, so Allmann. „Diese zehn Jahre waren dynamisch, ereignisreich und vor allem erfolgreich, deshalb blicken wir gerne darauf zurück“, sagte sein Vorstandskollege Christian Noll, „und wir haben Lust auf die Zukunft!“. ?Gefeiert wurde auf dem Firmengelände im Gewerbegebiet Große Ahlmühle in Rohrbach, denn „hier haben wir von Null an gestartet und alles aus eigener Kraft aufgebaut“, blickte Ludwig Allmann zurück. Zehn Mitarbeiter waren 2009 dabei, daraus sind in zehn Jahren zusammen mit temporären Arbeitskräften fast 200 Arbeitsplätze geworden. Bevor man die Büros beziehen konnte, hat man selbst gestrichen, tapeziert und Böden verlegt. Gearbeitet wurde anfangs an gebrauchten Büromöbeln, die man günstig aus Insolvenzen erworben hatte. Innerhalb von nur einem halben Jahr baute man in den Hallen, die zuvor eine Spedition genutzt hatte, die Produktionsanlagen auf, so dass man zum 1. Januar 2010 mit der Serienproduktion des GFK-Schlauchliner Alphaliner starten konnte. Das alles funktionierte „nicht einfach so“, sondern war eine „fulminante Leistung aller Mitarbeiter, die seinesgleichen sucht“, wie Christian Noll betonte.

Der Mut der Unternehmensgründer und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollte sich auszahlen. Im ersten Produktionsjahr fertigte Relineeurope 180 000 m des Schlauchliners Alphaliner. Im zweiten war man bereits an den Wettbewerbern mengenmäßig vorbeigezogen und wurde „vom Jäger zum Gejagten“. Mit dem Wachstum brauchte man weiteren Büroraum. Da die finanziellen Mittel in erster Linie in den weiteren Ausbau der Produktion und die Weiterentwicklung der Produkte und Systeme gesteckt werden sollte, verzichtete die Relineeurope zunächst auf den kostenintensiven Bau eines Bürogebäudes. So wuchs auf dem Firmengelände zunächst einmal eine "Bürocontainer-Landschaft", in der das Arbeiten an heißen Sommertagen fast unmöglich und im Winter bei Schnee und Regen mehr als ungemütlich war. Erst nach vier Jahren gönnte man sich dann einen Neubau und im Jahr 2014 konnten dann die Büros im derzeitigen Verwaltungsgebäude bezogen werden.

Das stetige Marktwachstum und die steigende weltweite Nachfrage nach UV-lichthärtenden Linertechnologien halfen dabei, Produktion und Umsätze kontinuierlich auszuweiten. Im Jahr 2018 liefen 650 000 m Alphaliner über insgesamt drei Fertigungsstraßen. Seit Januar 2010 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Rohrbach fast 5 Mio. m Alphaliner in unterschiedlichsten Varianten und Durchmessern produziert, fachgerecht in Transportkisten aus Holz verpackt und zu Baustellen in weltweit 53 Ländern der Erde ausgeliefert, um dort marode Abwasserkanäle zu sanieren. Das Unternehmen beliefert heute rund 120 Anwender weltweit, den weitesten Weg legen die Alphaliner-Kisten aus Rohrbach zu den Baustellen in Neuseeland zurück. Unzählige Flugkilometer haben auch die Servicetechniker zurückgelegt, um auf allen Kontinenten die Anwender zu schulen und bei ihren Projekten zu unterstützen. Über 3800 Mitarbeiter von Anwendern hat man in bei Fortbildungen der Relineacademy geschult, um so die Qualität der Sanierungen zu sichern. Von Anfang an war das Total Quality Management TQM ein zentraler Baustein des Erfolgs. Heute arbeitet man bei Relineeurope im Dreischichtbetrieb an der Kapazitätsgrenze. „Wir müssen unsere Anlagen in Zukunft sicher noch einmal erweitern“, sagte Christian Noll bei dem Festakt.

Neben dem Schlauchliner Alphaliner entwickelte und fertigte Relineeurope von Anfang an auch die Technologie für die UV-Aushärtung. Mit der UV-Aushärteanlage REE4000 bietet das Unternehmen heute auch die leistungsstärkste und effizienteste Technologie insbesondere für die Sanierung von großen Durchmessern bis DN 1800 an. Im ersten Jahrzehnt wurden fast 100 UV-Aushärteanlagen ausgeliefert. Von der mobilen Version bis zum Ausbau von kompletten Sanierungs- und Servicefahrzeugen, die in Rohrbach individuell nach den Vorstellungen der Kunden gefertigt werden. Investiert wurde auch in neue Geschäftsfelder. Zusammen mit der Pipetronics GmbH und Co. KG bietet Relineeurope intelligente Kanalrobotersysteme an. Mit der Reline Aptec GmbH ist man auch auf dem Gebiet der Sanierung von Druckleitungen und Trinkwasserleitungen aktiv.

„Wir haben in zehn Jahren hervorragende Produktentwicklungen geschaffen und sind stolz darauf, eine hohe Innovationskraft zu haben. Damit sind wir sicher, mit allem Respekt aber auch stolz gesagt, führend in dieser Branche“, sagte Noll. Auf dem Erreichten werde man sich aber nicht ausruhen. „Wir sind Perfektionisten, detailvernarrt, wir glauben, dass eine gute Idee alles verändern kann“. Mit mehreren Universitäten arbeite man an Forschungsprojekten und fördere Studenten bei der Masterthesis. Auch in Zukunft lege man großen Wert auf Innovation und werde weiter in neue Märkte und Geschäftsfelder investieren, um so neue Potentiale anzugehen und die Unternehmen für die Zukunft abzusichern. Die Gründung in Zeiten der Krise hat man bei Relineeurope nicht vergessen.

Der nächste Schritt, den das Unternehmen gehen will, ist der weitere Ausbau der Marke Reline UV zu einer Weltmarke für die grabenlose Kanalsanierung. Mit Partnern aus Japan, China, Indien und den USA wurden in den vergangenen Jahren Kooperationsverträge geschlossen und Joint Ventures gegründet. Neben dem Standort Rohrbach werden GFK Schlauchliner vom Typ Alphaliner bereits in Japan und den USA produziert. Noch in diesem Jahr wird in Neu Delhi der erste Alphaliner vom Band laufen. Die Produktionsanlagen dafür wurden von Rohrbach nach Indien verschifft.

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