Relining-Verfahren

Ei-Profile bei Holzmannkanal-Sanierung verwendet

Bei der Renovierung des Holzmannkanals wurden Eiprofile DN 950/1532 aus dem Amiren GFK-Rohrsystem eingebaut.

Duisburg (ABZ). – Die Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) in Duisburg ist auf die Produktion von Stahl und Vorprodukten für die verarbeitende Industrie spezialisiert. Viele Jahrzehnte floss das in Hochöfen, Sinteranlagen und einem Kraftwerk auf dem Werksgelände zur Kühlung genutzte Prozesswasser durch den sog. Holzmannkanal in den Rhein zurück. Nachdem der alte Hauptsammler aus Ei-Profil-Betonrohren DN 1200/1800 im Laufe der Jahre zunehmend Rissbildungen aufgewiesen und seine Standfestigkeit eingebüßt hatte, wurde im Jahr 2016 die Sanierung beschlossen.

Eine Erneuerung in offener Bauweise war nicht möglich, da das Baufeld vollständig in Betrieb gehalten werden musste. Hinzu kam, dass der alte Kanal in 7 m Tiefe nur schwer zugänglich ist. Daher entschloss sich die für Kanalsanierungen zuständige Abteilung der HKM, die 350 m lange Kanalstrecke im Relining-Verfahren zu renovieren. Mit Ei-Profilen aus dem Amiren-Rohrsystem verlegte die mit den Arbeiten beauftragte Tauber Rohrbau GmbH & Co. KG dabei Sonderprofile in der Nennweite DN 950/1532 von der Amiantit Germany GmbH.

"Aufgrund der flexiblen, an die individuellen Erfordernisse angepasste Fertigung füllt das Profil des gewählten Rohres den Platz im alten Kanal optimal aus, wodurch die größtmögliche Durchflussmenge erzielt wird", erläutert Bernhard Wilke, zuständig in der Abteilung TI-M der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH. "Für die Baumaßnahme stand betriebsbedingt nur ein sehr enger Zeitrahmen zur Verfügung", unterstreicht Wilke die hohen Anforderungen an das Projekt. Das vorrangige Ziel seien die Wiederherstellung der Standsicherheit des Holzmannkanals und die Sicherstellung der weiteren dauerhaften Nutzung gewesen. "Da der Kanal in seiner Standfestigkeit stark beeinträchtigt war, wurde eine Sanierung mit einem Schlauchliner frühzeitig verworfen und die Entscheidung für den Einbau von Kurzrohrprofilen getroffen, wobei die Wahl insbesondere aufgrund der Werkstoffeigenschaften auf das Amiren GFK-Rohrsystem fiel", führt Wilke aus. Der Werkstoff biete eine lange Haltbarkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen Korrosion und besitze darüber hinaus hervorragende hydraulische Eigenschaften.

Entscheidend war in Duisburg aber etwas anderes: "Da beim Holzmannkanal keine Statik mehr vorlag, haben die für das Relining verwendeten Rohre im wahrsten Sinne des Wortes eine tragende Bedeutung", erläutert Bauingenieur Michael Rolf, Bauleiter bei Tauber Rohrbau. In dieser Hinsicht erfüllten die Amiren GFK-Profile alle gestellten Anforderungen. Die statische Auslegung des Sonderprofils halte sämtlichen Lasten stand – Erd- und Verkehrslasten ebenso wie den Lasten durch Wasserdruck von außen und innen. Auf Grundlage einer hydraulischen Berechnung sei der optimale Eiprofilquerschnitt von DN 950/1532 ermittelt worden. Vor dem Einbau der GFK-Profile wurde ein 3D-Scan des vorhandenen Kanals durchgeführt und ein Verlegeplan erstellt.

Im Werk in Danzig seien die Amiren Sonderprofile dann individuell für den Einsatz in Duisburg produziert worden. Unmittelbar nach Auftragseingang sei zunächst eine entsprechende Form hergestellt worden, auf der im Anschluss nach Maßgabe der 3D-Laser-Scan-Vermessung die benötigten Rohre gefertigt wurden. Nach dem Aushärten gab ein hydraulischer Klappmechanismus das Rohr frei. "Das Ergebnis ist ein geprüftes Qualitätsprodukt, das über hervorragende statische und hydraulische Eigenschaften verfügt und auf der Baustelle dank des niedrigen Gewichts für reibungslose Abläufe sorgt", betont Hans Jürgen Bieber, Gebietsleiter bei der Amiantit Germany GmbH.

Für die 350 m lange Haltung auf dem Krupp Mannesmann-Werksgelände kamen Amiren-Profile in Baulängen von 3 m sowie Passstücke von 1,50 m bis 2 m Länge für engere Radien zum Einsatz. In einem ersten Schritt wurde eine "Heberbaugrube" erstellt. Hierzu wurden Spundbohlen ins Erdreich gepresst. Dabei war laut Bauleiter Rolf Millimeterarbeit gefragt, da die Spundbohlen nur 10 cm neben einer Wasserhochdruckleitung mit dem Silent-Piler-Verfahren eingebracht werden mussten. Danach sei auf der Abflussseite ein für die Baumaßnahme angefertigter Plattenschieber zum Anstauen der anfallenden Wassermengen eingebaut worden. Das Ableiten des Wassers in den Rhein wurde mit einem sog. "Hamburger Heber" von der Hamburger Heber Vertriebs GmbH durchgeführt. Mit dieser Form der Wasserhaltung konnte die Sanierungsstrecke während der gesamten Bauphase völlig wasserfrei gehalten werden. "Nach Starkregen mussten auch schon mal bis zu 2500 m³ Wasser pro Stunde bewältigt werden", erinnert sich Wilke. Zur Verlegung der Rohre wurde im Sanierungsabschnitt zusätzlich eine "Einziehgrube" angelegt. In diese Baugrube sind dann durch einen Bagger die GFK-Eiprofile zum Einbau abgesenkt worden. Die Kurzrohrprofile wurden von dort aus in zwei Richtungen bis an die Endpunkte der Sanierungsstrecke eingebracht. Die Arbeit erledigte eine eigens von Tauber entwickelte Verlegemaschine. Das bemannte Rohrshuttle nimmt das Rohr auf und fährt es bis ans Ende des bereits verlegten Relining-Strangs, wo es mithilfe einer Steckmuffenverbindung angekoppelt wird. Bei freier Fahrt konnten auf diese Weise täglich bis zu zehn Rohre eingebaut werden. Abschließend sei der verbleibende Hohlraum zwischen den neuen GFK-Rohren und dem altem Betonprofil fachgerecht verdämmt worden. Die Sanierung des Holzmannkanals konnte in dreieinhalb Monaten Bauzeit planmäßig umgesetzt werden.

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