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Revitalisierung statt Entvölkerung

Neues Bahnhofsquartier in Schwedt schafft Wohnraum

Poroton, Stadtentwicklung, Baustellen, Wohnungsbau

Die drei Stadthäuser in Schwedt wurden mit Perlit verfüllten Poroton-Ziegeln errichtet. Dies macht zusätzliche, kostenintensive Dämmmaßnahmen überflüssig und hält die Wartungskosten niedrig.

SCHWEDT/ODER (ABZ). - In Deutschlands wachsenden Ballungsgebieten fehlt bezahlbarer Wohnraum. Mit zahlreichen Initiativen versuchen Politik, Bau und Immobilienwirtschaft diesen Missstand zu beseitigen. Doch was passiert, wenn eine Stadt nicht wächst, sondern schrumpft und Wohnraum nicht mehr genutzt wird?

Die brandenburgische Stadt Schwedt/Oder muss seit der politischen Wende 1990 mit einem massiven Rückgang der Bevölkerungszahl um etwa 20 000 auf heute knapp 31 000 Einwohner fertig werden. Der traditionelle Chemie-Standort steht vor der Herausforderung, den Gebäudebestand zu modernisieren und für attraktiven Ersatz zu sorgen, um dringend benötige Arbeitskräfte zurück in die Stadt zu locken. Dabei geht es nicht nur um Architektur oder Raumplanung, sondern um einen praktischen Aspekt: Ersatz- oder Neubauten müssen für das Gros der Bevölkerung bezahlbar sein. Das Bahnhofsquartier in Schwedt ist ein typisches Beispiel. Das an die Innenstadt grenzende, heterogene Quartier lag aufgrund von Leerstand brach. Der bisherige Hauptnutzer, die Polizei, beschloss den Standort zu verlagern. Die zurückgelassenen Flächen wären komplett ohne Nutzung gewesen.

Deshalb beauftragte die Stadt Schwedt unter anderem das Architekturbüro Uwe Fohmann aus Potsdam mit einem ganzheitlichen Konzept zur Revitalisierung des Bahnhofquartiers. Die Herausforderung besteht darin, das Wohnquartier in die Stadtstruktur zu integrieren und trotzdem ein vielfältiges Angebot differenzierter und preiswerter Wohnformen bereitzustellen, wie altersgerechten Geschosswohnungsbau, Reihenhäuser und Einfamilienhäuser.

Planer Uwe Fohmann betont: "Was sonst eher auf der grünen Wiese entsteht, holen wir mit diesem Konzept in die Stadt."

Nach Veräußerung der Grundstücke durch die Stadt beginnt die Umsetzung des Projektes. Realisiert werden die Gebäude durch die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Schwedter Wohnbauten GmbH, die gemeinsam mit Fohmann und seinem Team an der Verfeinerung des Konzepts arbeitet. Erste Projekte sind realisiert.

So entstanden in der Karl-Marx-Straße bspw. drei Stadthäuser in Massivbauweise, deren 33 Wohnungen bereits kurz nach Fertigstellung im Sommer 2014 vermietet waren. Um qualitativ hochwertigen und wohngesunden, dennoch bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, entschieden sich die Planer beim Wandbaustoff für Poroton-Zie-gel. "Er ist einer der langlebigsten Baustoffe, wohngesund, wertbeständig, wartungsarm – und genau deshalb wirtschaftlich", erläutert Uwe Fohmann. Die Außenwände wurden, je nach statischer Anforderung, monolithisch mit dem Poroton-S9-P oder -S11-P errichtet. Beide Ziegel der Stärke 36,5 cm gehören zur Poroton-S-Klasse, die für den mehrgeschossigen Wohnungsbau entwickelt wurde. Mit der innenliegenden Perlitfüllung ist bei diesen Ziegeln mit der Wärmeleitfähigkeit 0,09 W/mK (S9-P) und 0,11 W/mK (S11-P) die Wärmedämmung inklusive und macht zusätzliche kosten-intensive Dämmmaßnahmen überflüssig. Im Verbund mit den sehr guten statischen Eigenschaften mit Mauerwerksdruckfestigkeiten von fk ? 3,1 MN/m² (S9-P) und fk ? 4,2 MN/m² (S11-P) sowie schall-dämmenden Eigenschaften mit Direkt-Schalldämmmaßen Rw,Bau,ref von 49,2 dB (S9-P) und Rw,Bau,ref von 50,7 (S11-P) garantieren beide Poroton-Ziegel Qualität, Dauerhaftigkeit und Wertbeständigkeit im Geschosswohnungsbau.

"Hinzu kommt, dass moderne Ziegel diffusionsoffen sind und eine hohe thermische Speichermasse besitzen. Sie regulieren also Feuchte und Temperatur sehr gut und sorgen ganzjährig für Wohlfühlklima", ergänzt Uwe Fohmann. Konsequent setzte der Architekt auch bei den Innenwänden auf Ziegel. Schalltechnisch sensible Treppenhaus- und Wohnungstrennwände sind mit Poroton-Planfüllziegeln in der Stärke 24 cm errichtet, die aufgrund ihrer hohen Rohdichte ein Schalldämmmaß R'w,R von 55 dB (verfüllt, beidseitig verputzt) erreichen und Schallübertragung wirksam reduzieren.

Für tragende Innenwände wurden Poroton-Hochlochziegel in der Stärke 24 cm verarbeitet. Alle 33 Wohnungen mit Kaltmieten von knapp 7 Euro und Nebenkosten von 2 Euro/m² waren schneller als geplant vermietet. "Unser Konzept einer gemischten und bezahlbaren Wohnbebauung am Rande der Innenstadt scheint also aufzugehen", freut sich Architekt Uwe Fohmann. "Bewohner aller Altersgruppen wohnen idyllisch, erreichen dennoch die städtische Infrastruktur wie Geschäfte, Ärzte, Apotheken oder Schule und Kita, bei Bedarf auch fußläufig."

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