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Rotterdam

Zulauf aus Beton sorgt für sauberes Wasser im Leuvekolk

Seit einer Vertiefung läuft zu viel Salzwasser aus der Nordsee in den Leuvekolk, einen Ausläufer des Flusses Rotte in Rotterdam. Ein neuer, 30 000 kg schwerer Wassereinlauf stellt nun sicher, dass der Leuvekolk mit frischem, sauberem Süßwasser versorgt wird. Hergestellt hatte das Schachtbauwerk die Firma Berding Beton in einem Werk im niedersächsischen Steinfeld. Damit das Bauwerk möglichst wenig ins Auge fällt, ist es in dunkler Farbe gefertigt worden.

Rotterdam/Niederlande (ABZ). – Der Leuvekolk, ein Ausläufer des Flusses Rotte in Rotterdam, wird neu gestaltet. Zuvor stand das Wasser im Leuvekolk meist, da ein Zufluss für das Süßwasser blockiert war. Dieser Zulauf wird nun repariert beziehungsweise saniert. Ein neuer, 30 000 kg schwerer Wassereinlauf stellt zudem sicher, dass der Flussausläufer mit frischem, sauberem Süßwasser versorgt wird. Dies ist notwendig, weil seit einer Vertiefung mehr Salzwasser aus der Nordsee in den Fluss läuft.

Die Arbeiten führte die Firma Henriks Infra B. V. unter der Leitung von Toine van Poppel aus. Ihre Mitarbeiter montierten den neuen Wasserzulauf an einer Stelle, an der sich früher eine alte Schleuse befand. In eine Abdeckplatte, an der die Schleuse überquert werden konnte, bauten sie ein 5 m hohes Schachtbauwerk ein. Hergestellt hatte das Schachtbauwerk die Firma Berding Beton in einem Werk im niedersächsischen Steinfeld. Der Kontakt entstand über die niederländische Firma LBN Betonproducten, die zur Berding Beton-Unternehmensgruppe gehört, erläutert Berding Beton.

Als Spezialist für Betonerzeugnisse im Bereich Garten- und Landschaftsbau und Straßen- und Kanalbau hat Berding Beton nach eigener Aussage viel Erfahrung mit maßgeschneiderten Sonderanfertigungen. "In diesem Fall galt es, neben hohen Ansprüchen an die Materialqualität spezielle Wünsche bei der Optik zu erfüllen", erläutert das Unternehmen. Das Bauwerk sollte möglich wenig ins Auge fallen und sich an seine Umgebung anpassen. Deshalb sei es komplett in dunkler Farbe gefertigt worden. "Dadurch hebt es sich nicht vom Wasser ab und wird lediglich als tiefer Tunnel wahrgenommen."

Die Mitarbeiter hätten für die einmalige Sonderausführung des gefärbten Bauwerks in einem speziellen Schwarz-Ton zunächst experimentiert. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten haben sie die Aufgabe jedoch zur vollen Zufriedenheit aller Beteiligten erfolgreich umsetzen können. Die besondere Farbgebung sei nicht die einzige Herausforderung gewesen. Aufgrund der Maße des 5,5 m hohen und 30 000 kg schweren Bauwerks hätten auch in Bezug auf die Logistik einige Hürden überwunden werden müssen. So sei eine Ausnahmegenehmigung nötig gewesen, um das Schachtbauwerk mit einem Schwerlastzug in den Stadtteil Coolsingel Blaak im Zentrum von Rotterdam transportieren zu dürfen. Denn der Weg führte über U-Bahn-Tunnel, Straßenbahngebiete und unterirdische Keller der umliegenden Gebäude. Und auch auf der Baustelle rund um den Leuvekolk durfte der Boden nicht zu stark belastet werden.

Das Bauwerk wurde komplett in dunkler Farbe gefertigt.

Im Zentrum von Rotterdam luden zwei Telekrane den Wasserzulauf dann um. Die Krane befanden sich auf einen speziellen Tieflader mit zusätzlichen Rädern, um die Achslast zu verringern. Um die Bevölkerung möglichst wenig zu beeinträchtigen, wurde der Wasserzulauf nachts umgeladen, vom Abladeort zum Montageort transportiert und dort entladen. Das Zentrum wurde morgens um 5 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben.

Die Projektbeteiligten waren sehr zufrieden mit dem Einbau. "Das war wirklich eine besondere Aufgabe", resümiert Toine van Poppel. Ein Bauwerk mit diesen Dimensionen und mit dieser speziellen Farbgebung sei etwas bisher Einmaliges. "Umso schöner, dass alles reibungslos geklappt hat." Bei der Zusammenarbeit mit Berding Beton habe "alles gepasst", von Ablauf und Service bis hin zur Ausführung. Auch wenn noch Restarbeiten laufen würden, sei der Leuvekolk bereits jetzt zu einem Erholungsgebiet aufgewertet. "Darüber freuen wir uns sehr!"

Mit dem neuen Süßwasserzulauf kann der Wert von Salz- und Süßwasser im Leuvekolk nun reguliert werden: Ist der Salzwasserwert zu hoch, kann der Einlass per Fernsteuerung geöffnet und frisches Süßwasser eingelassen werden. Die bessere Qualität des Wassers nutzt Pflanzen, Tiere und Menschen. Durch die optimierte Wasserversorgung gibt es auch in Trockenperioden genügend Süßwasser für den Landschafts- und Gartenbau und die Natur entlang der Rotte.

Zudem wurde eine Fischpassage eingebaut, über die Fische wie Aal und Dreispitz zwischen Rotte und Nieuwe Maas wandern können. Außerdem wird der Uferbereich neu gestaltet: Dort entstehen eine Steganlage für Kanus und eine weiträumige Liegewiese.

Die Neugestaltung des Leuvekolks wird von der Gemeinde Rotterdam als Auftraggeber, Bauherr und Planer, der Hafenbehörde Rotterdam, dem Rijkswaterstaat und der Wasserbehörde Schieland und Krimpenerwaard finanziert. Unterstützung gibt es außerdem durch LIFE-Mittel der Europäischen Union.

Im Jahr 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

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