Rüttelbohlen für die Fahrbahn eingesetzt

Neue Brücke überspannt Schlucht

Die Echelsbacher Brücke liegt im sogenannten Pfaffenwinkel im südlichen Alpenvorland und überspannt die Ammer Schlucht. Die Wieskirche, eine Wallfahrtskirche liegt westlich, der Staffelsee etwas weiter östlich.
Brückenbau
Zuerst wurden die beiden Randfelder jeweils gleichzeitig betoniert. Dabei wurde auf jedem Feld eine MSB-Rüttel-Bohle eingesetzt, die in einem Zug die Geometrie der Fahrbahnplatte verdichtet und abgezogen hat. Foto: RüMoo

Bad Bayersoien/Österreich (ABZ). – Die ursprüngliche Bogenbrücke wurde im Jahr 1929 hergestellt. Die beiden hohlen Melan-Bogen mit 130 m Spannweite und 70 m über der Talsohle war der am weitesten gespannten Brücken-Bogen seiner Zeit. Aus diesem Grund besteht auch Denkmalschutz für den Bogen und die neue Brücke überspannt somit diesen ohne Berührung.

Da der Bogen hohl ist, leben in ihm jede Menge Fledermäuse, die sich jede Nacht auf die Jagd machen. Selbst die umfangreichen Bauarbeiten behindern ihren Jagdtrieb nur wenn zum Beispiel in der Nacht mit viel Licht betoniert wird. Die Bestände an Fledermäusen sind während der Bauphase gleichgeblieben. Um den Ersatzneubau zu realisieren wurde zuerst knapp südlich der Brücke eine Stahl-Behelfsbrücke von der Firma Assner erstellt. Der neue Bogenschlag und die Bogen-Stützen wurden alle symmetrisch bewehrt, und betoniert, um dann im Sommer 2020 mit der Fahrbahnplatte ergänzt zu werden.

Für die Betonverdichtung wurden jeweils zwei Rüttelbohlen der Firma RüMoo Rütteltechnik Österreich eingesetzt. Beide Rüttel-Bohlen waren 16,6 m lang und wurden aus dem patentierten Baukastensystem zusammengebaut. Tiefpunkt und Knickpunkt konnten stufenlos eingestellt werden. Zuerst wurden die beiden Randfelder jeweils gleichzeitig betoniert. Dabei wurde auf jedem Feld eine MSB-Rüttel-Bohle eingesetzt, die in einem Zug die Geometrie der Fahrbahnplatte verdichtet und abgezogen hat.

Beim Einbau der einzelnen Fahrbahnplatten wurde der Bogen vorher mit Ballastwassertanks an genau vorgegeben Punkt vorbelastet. So wurde der Bogen gegen die auftretenden Lasten durch das Betonieren zu stabilisiert. Beim Mittelfeld wurden beide Rüttelbohlen von der Mitte aus zu den Enden des Mittelfeldes gezogen. Bei der Betonage des Mittelfelds war ein Mann der Firma Mooser vor Ort um den Betoneinbau zu begleiten, und falls nötigt unterstützend einzugreifen. Bei allen Fahrbahnplatten wurde die genaue Lage der Brücke ständig messtechnisch überwacht. So konnte auf sämtliche Verformungen der Schalung durch den eingebauten Beton reagiert werden. Falls nötig konnte das Rüttel-Bohlen-System nachgestellt werden. Das genau gewünschte Profil der Fahrbahnplatte und die Tiefpunkte für die Entwässerung wurden so exakt abgezogen. Dieses Nachjustieren wird dann nötig wenn die Schalung sich wie geplant geringfügig unter dem eingebauten Betongewicht verändert.

Die Rüttel-Bohlen-Elemente bilden ein Steifes System, und dienten somit als Lehre, zur Beton Deckungsüberprüfung. Im Spätherbst 2020 war dann die Fahrbahnplatte komplett betoniert. Im Frühjahr 2021 wurde noch eine spezielle MSB-medium-Rüttelbohle mit rund 5 m Länge für die Kappen der Brücke eingesetzt. Hier werden später großzügige Rad und Gehwege verlaufen. Im Regelbetrieb schafft das Bauteam bis zu 15 m Kappen pro Stunde, inklusive Besenstrich und abschließendem Curing-Mittel.

So wurde bis auf kurz Endstücke eine komplette Brückenkappe auf einmal betoniert.

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