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Bauaussichten 2018

Rund 1500 neue Arbeitsplätze geschaffen

Von Stefan Heissler, Mitglied des Direktoriums von Liebherr-International, Bulle (Schweiz)

Mit dem Verlauf des vergangenen Geschäftsjahres sind wir rundum zufrieden. Zum Jahresende verbucht unsere Firmengruppe aller Voraussicht nach einen Umsatz in der Größenordnung von 9,7 Mrd. Euro. Das entspricht einem kräftigen Umsatzplus von über 7 % im Vergleich zu 2016. Eine solche Umsatzmarke haben wir in der Geschichte der Firmengruppe Liebherr in noch keinem Jahr erreicht. Zweistellig fielen die Zuwächse in Osteuropa, in Fernost/Australien und im Nahen und Mittleren Osten aus. Lediglich leichte Rückgänge waren dagegen in Amerika und Afrika zu verzeichnen. In unserer umsatzstärksten Absatzregion Westeuropa haben wir ein Wachstum im hohen einstelligen Bereich realisiert. Hier konnten wir insbesondere in einigen unserer Kernmärkte punkten, darunter in Deutschland und in Frankreich. Erfreulich entwickelten sich die Geschäfte in weiteren Ländern wie z. B. in Russland.

2017 war in unserer Firmengruppe in erster Linie ein Jahr der Baumaschinen, der Mining-Bagger und -Trucks. Das macht ein Vergleich der Wachstumsraten unserer elf Sparten deutlich. Unsere beiden umsatzstärksten Sparten Erdbewegung und Fahrzeugkrane konnten auf hohem Niveau erneut kräftig zulegen. Der Bereich Mining profitierte vom allgemeinen Branchentrend und wuchs deutlich, ebenso wie unsere Sparte Turmdrehkrane. Einzig in der Betontechnik haben wir unser Vorjahresniveau knapp verfehlt. Auch in unseren anderen Bereichen haben wir insgesamt ein sehr erfreuliches Umsatzplus erwirtschaftet. Das Wachstum des vergangenen Jahres spiegelt sich in den Beschäftigtenzahlen. In unserer Firmengruppe haben wir ca. 1500 neue Arbeitsplätze geschaffen. Die neuen Kolleginnen und Kollegen eingerechnet, beschäftigen wir jetzt weltweit rd. 44 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das entspricht einem Zuwachs von rd. 4 %, für unsere Firmengruppe ebenfalls ein Wert deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Hinsichtlich der Investitionsquote bildete 2017 keine Ausnahme. Insgesamt flossen rd. 750 Mio. Euro unter anderem in unsere internationalen Fertigungsstätten, unser Vertriebs- und Servicenetz und unsere Mietflotte.

2017 war für Liebherr nicht nur ein Jahr des Wachstums, sondern auch ein Jahr der Innovationen. Zu den Neuheiten in der Sparte Erdbewegung zählte eine komplette Teleskoplader-Baureihe, die acht Modelle in 26 Ausführungsvarianten umfasst. Sie verfügt über eine überarbeitete Arbeitshydraulik, die den Anwendern eine höhere Leistung zur Verfügung stellt. Anspruchsvolle Erdbewegungs- und Mining-Einsätze sind die Domäne unserer neuen Planierraupe PR 766. Sie hat alle Voraussetzungen, die Liebherr-Erfolgsgeschichte in der 50-t-Klasse fortzuschreiben. Ihr Motor erfüllt die Abgasnormen Stufe IV/Tier 4 ausschließlich durch selektive katalytische Reduktion ohne Verwendung eines Dieselpartikelfilters. Der hydrostatische Liebherr-Fahrantrieb sorgt für die stets optimale Drehzahl und sichert höchste Energieeffizienz. Unsere Sparte Turmdrehkrane hat das Jahr über gleich an einer ganzen Reihe von Entwicklungsprojekten gearbeitet. In den Markt eingeführt wurden u. a. zwei neue Turmsysteme sowie die Flat-Top-Krane der NC-B-Baureihe, die speziell für Einsätze in urbanen Ballungsräumen von Schwellenländern entwickelt wurden. Im Bereich Fahrzeugkrane entwickelten unsere Ingenieure das SX-Auslegersystem. Es befähigt Gittermastkrane der 750-t-Klasse zur Montage der neuesten Generation von Windkraftanlagen – Einsätze, für die bislang nur größere Krane in Frage kamen. Mit dem HTM 905 feierte die Fahrmischer-Generation 05 unserer Sparte Betontechnik ihren Verkaufsstart. Wir haben die neuen Fahrmischer grundlegend überarbeitet und bieten unseren Kunden jetzt gesteigerte Wirtschaftlichkeit, eine verbesserte Ergonomie und noch mehr Sicherheit. Die Mining-Sparte ist mit dem neuen T 236 erstmals in das Segment der 100-t-Muldenkipper vorgedrungen. Der Truck weist u. a. dank der Elektroantriebsinnovation Litronic-Plus-Generation-2 eine besonders gute Bilanz bei den Kosten pro Tonne auf. Erste Feldeinsätze im Eisenerzbergwerk Erzberg in Österreich absolvierte er überzeugend. Zu den Innovationen unserer Komponenten-Sparte zählte LiView®, ein intelligentes Wegmess-System für Hydraulikzylinder, das sich dank einzigartigem Messprinzip für alle Hydraulikzylinder unabhängig von Länge und Durchmesser eignet.

Für 2018 rechnen wir mit einem erneuten Umsatzanstieg, wenn auch weniger markant als in 2017. Auf Wachstum deuten die Prognosen einschlägiger Wirtschaftsinstitute und Verbände sowie die Entwicklungen am Rohstoffmarkt einerseits, andererseits die gefüllten Auftragsbücher innerhalb unserer Firmengruppe. Selbstverständlich stehen unsere Erwartungen für das neue Jahr unter Vorbehalt. Viel hängt von der politischen Großwetterlage ab. Als 100%-iges Familienunternehmen messen wir uns jedoch weniger an kurzfristigen Wachstumszielen. Viel wichtiger ist, unser Unternehmen und unsere Produkte auf die verschiedenen technologischen, ökologischen und sozio-ökonomischen Megatrends auszurichten. Der langfristige Erfolg unserer Firmengruppe hängt ab von den Lösungen, die wir in Bereichen wie Digitalisierung und Automation, Leichtbau und Energieeffizienz oder Urbanisierung und Mobilität zur Verfügung stellen können. In dieser Hinsicht ist viel passiert; noch mehr wird passieren. Vergessen wir jedoch nicht: Die begriffliche Definition von Trends ist nützlich, um Entwicklungen in unserer Umwelt fassbar zu machen. Jedoch gibt es immer auch Gegentrends, die wir nicht aus den Augen verlieren sollten. Man denke zum Beispiel an "Tiny Houses". Man denke aber auch an Übermorgen: In 2017 hat Künstliche Intelligenz eigene Intuition entwickelt und spielt das 2000 Jahre alte chinesische Brettspiel "Go" jetzt mit übermenschlicher Perfektion – selbst menschliche Großmeister haben nicht den Hauch einer Chance. Bald schon könnten auch wir in unserer Branche Lösungen gegenüber stehen, die nicht von Menschen ersonnen wurden.

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