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Runder Fels im flachen Land

Schieferfassade für großes soziales Wohnprojekt in der Nähe von Kopenhagen eingesetzt

Außen monolithisch und felsenhaft wirkend erwartet den Bewohner im Innenhof eine private Welt.

Køge/Dänemark (ABZ). – Das Cirkelhuset in Køge unweit von Kopenhagen ist eine Referenz für den sozialen Wohnungsbau in Dänemark. In dem ringförmigen Gebäude wohnen 132 Mietparteien. Robuster wetterbeständiger Schiefer von Rathscheck prägt die dunkle in der Sonne seidig glänzende Außenhülle. Die lebhaft strukturierten Schiefersteine schaffen Flächen mit massiver Anmutung. In der überwiegend flachen Küstenlandschaft erscheint das Bauwerk der Wohnungsbaugesellschaft Lejerbo damit mächtig und monolithisch wie ein Fels. Die runde Konstruktion bietet auf Seeland, der größten Insel Dänemarks, einen sinnvollen Windschutz, für den farbigen Innenhof ein interessantes Mikroklima und den Schutz vor Lärm. Viel Licht und ein Energieverbrauch von nur 50 kWh/m² und Jahr prägen dieses umweltfreundliche Gebäude.

Architekt Lars Aaris von den Architekten BSAA aus Kopenhagen sieht das Bauwerk in der Tradition der skandinavischen Moderne und betont die Prinzipien der Einfachheit und Klarheit. Dazu gehören viel Licht und natürliche Materialien. Aaris: "Wir konzentrieren uns auf innovative Designs und arbeiten immer an nachhaltigen Lösungen, die der Umwelt zugutekommen."

Das ringförmige Gebäude (Ø 65 m, Ringstärke: 11 m) steigt in Richtung Norden von drei auf sieben Geschosse an. Alle 132 Wohnungen, insgesamt 24 Wohnungstypen, durchdringen den Ring und besitzen Fenster zu beiden Seiten des Ringes. Jede Wohnung hat einen Balkon, viele sogar zwei. Die unteren Wohnungen blicken ins Grüne, die höher liegenden im Norden des Ringes bieten darüber hinaus Aussichten auch über den Ring hinweg Richtung Süden bis zur Ostsee.

Punktuell stark verdichtet: Das runde Bauwerk schafft Freiräume.

Die verbaute vorgehängte hinterlüftete Fassade ist eine bewährte Lösung. Während die Wetterschale für eine hohe Feuchtebelastung z. B. aus Schlagregen konzipiert ist, wurde die Wandkonstruktion dahinter auf einen optimalen Wärme- und Schallschutz ausgelegt. Beim Cirkelhuset sind die massiven Betonwände zweilagig mit insgesamt 25mm Mineralwolle gedämmt. Die 2200 m² große Schiefer-Vorhangfassade baut als sog. Horizontale Deckung auf einer Holz-Unterkonstruktion auf. Die Deckart auf Basis von 60 x 30 cm großen Schiefern gilt als eine der günstigsten Schieferfassaden überhaupt. Es mag im sozialen Wohnungsbau überraschen, aber beginnend ab ca. 45 Euro/m² inkl. Verarbeitung schlägt der Jahrmillionen alte Naturstein so manchen industriellen Wettbewerber. Dabei handelt es sich hier um einen Naturstein, der unbrennbar, äußerst haltbar, UV-beständig, komplett recyclingfähig und baubiologisch unbedenklich ist und der als Naturstein von den Bewohnern sehr geschätzt wird. Vandalismus ist an Schieferfassaden folglich weitgehend unbekannt. Etwaige Reparaturen gelingen in Køge besonders einfach, denn die großen Schiefer sind jeweils mit zwei glänzenden Edelstahlblechen eingehängt.

Bereits 1288 erhielt die Stadt Koge, 45km südwestlich von Kopenhagen entfernt, die Stadtrechte. Die heute rd. 60000 Einwohner zählende Hafenstadt hat sich am sandigen Ostseestrand entlang nordöstlich auch in Richtung Kopenhagen entwickelt. Im Norden stoßen die Wohngebiete der Stadt an ein dort gelegenes Industriegebiet. Im Westen liegen die Eisenbahnlinie nach Kopenhagen und die Autobahn E 20. Beide zusammen bilden eine hörbare westliche Stadtgrenze. Genau dort, zwischen Industriegebiet, Bahngleisen und Autobahn, wo auch ein Bahnhof entsteht, liegen die aktuell verfügbaren Grundstücksressourcen der Stadt. Das grüne, leicht bewaldete Grundstück wurde mit dem Rundbau punktuell stark verdichtet. So konnte der Erholungscharakter des rd. 17000m² großen Grundstücks erhalten bleiben. Angeschlossen an einen grünen durch die Stadt führenden Gürtel ist das größte Wohnhaus der Stadt auch per Fahrrad gut in die Infrastruktur des Ortes eingebunden.

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