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Rundumschlag bei Caterpillar

Neuheiten für Erdbewegung und Straßenbau

Von Jennifer Schüller

Im Vergleich zum älteren Model bewegt der D7 bis zu 8 Prozent mehr Material pro Stunde, so Caterpillar.

Peoria, Illinois/USA. – Vom Dozer über den Motorgrader hin zu Doppelwalzen und Kaltfräsen – der amerikanische Baumaschinenhersteller Caterpillar nutzte erneut die Möglichkeit, Kunden und Fachpresse bei zwei Online-Präsentationen über die neuesten Entwicklungen des Unternehmens in den Bereichen Erdbewegung/Bodenbearbeitung sowie Straßenbau zu informieren. Ein Überblick über die neuesten Maschinen und Technologien.

Mittlerweile haben sich die Caterpillar-Experten im Bereich "Produktpräsentationen via Live-Stream" warm gelaufen. Nachdem in den vergangenen Monaten bereits erfolgreich Maschinenneuheiten auf diese Art und Weise vorgestellt wurden, nutzte der amerikanische Baumaschinenhersteller Mitte März erneut die Gelegenheit per Online-Live-Schalte über Neuheiten zu informieren. Und von diesen hatte der Hersteller dieses Mal aus gleich zwei Sparten – den Bereichen Erdbewegung/ Bodenbearbeitung und Straßenbau – einige im Gepäck.

Dozer

Die Präsentation eröffnete Jean-Francois Villard, Product Application Specialist Dozers bei Caterpillar, mit der Vorstellung des neuen High-Drive-Cat-7-Dozers. Dieser verspricht laut Hersteller noch mehr Leistung als sein Vorgänger, der D7E, den der D7 künftig ersetzen wird. Im Vergleich zum älteren Model bewege der D7 bis zu 8 Prozent mehr Material pro Stunde bei 6 Prozent mehr Gewicht und 12 Prozent mehr Leistung, erklärte Villard. Die knapp 29 Tonnen schwere Maschine verfügt über ein Vier-Gang-Getriebe, welches sanft schalte und auf maximale Effizienz und Leistung ausgelegt sei, so der Experte weiter. Der verbaute Motor erreicht eine Leistung von 265 PS (197 Kilowatt). Villard: "Insgesamt konnten wir das Fahrverhalten des Dozers verbessern und seine Durchschlagkraft erhöhen." Erhältlich ist der D7 als Standardausführung und als LGP-Ausführung mit geringem Bodendruck (LGP = Low Ground Pressure). Aufgrund einer Vielzahl von Schilden und Bodenplattentypen lasse sich die Maschine optimal an die gewünschte Anwendung anpassen, so Caterpillar.

Als Erkennungszeichen der Cat-Dozer ab 17 Tonnen Einsatzgewicht bekannt, verfügt der D7 über das bekannte Delta-laufwerk mit hochgesetztem Antriebsrad. Diese seit vielen Jahrzehnten bewährte und vielfach nachgefragte Laufwerkskons-truktion und klassischem Antriebsstrang per Wandler und Getriebe sorgt Caterpillar zufolge für ein besseres Fahrverhalten, eine gleichmäßigere Gewichtsverteilung und eine erhöhte Eindringkraft. Die Schildkapazität des Dozers konnte so beispielsweise um 10 Prozent erhöht werden.

Bei den Weiterentwicklungen habe Caterpillar stets den Bediener im Blick, teilte Villard mit. Deshalb sei die Kabine des Dozers komplett neu gestaltet worden. Für den Fahrer ergebe sich daraus ein höherer Komfort am Arbeitsplatz, denn er kann zahlreiche Einstellungen am Sitz und der Steuerung vornehmen, um so sein unmittelbares Arbeitsumfeld perfekt auf sich einzustellen. Unterstützt wird der Bediener außerdem durch zahlreiche von Cat entwickelte Technologien wie beispielsweise die Programme "Cat Grade" oder "Slope Assist". Zudem sorgen ein 254-Millimeter-Touchscreen sowie eine Rückfahrkamera für eine bessere Rundumsicht. Als Option ganz neu hinzugekommen ist darüber hinaus die Möglichkeit, den D7 auch per Fernbedienung zu steuern.

Die Maschine ist werkseitig zum Einbau einer Fernsteuerung vorbereitet. Die internen Komponenten sind in die Maschinensysteme integriert. So muss bei Bedarf lediglich eine leicht zu installierende Fernsteuerungseinheit auf dem Dach montiert werden. Cat Command für Dozer bietet eine Fernsteuerungslösung zur Steigerung der Sicherheit und Produktivität. Sie ist wahlweise als Command-Konsole für die Fernbedienung auf Sicht oder als Command-Station erhältlich, die die Fernsteuerung ohne Sichtkontakt ermöglicht (ab Ende 2021). Die Möglichkeit, eine Fernbedienung zu nutzen sei für den Maschinenführer immer dann hilfreich, wenn an schwierigen oder Orten mit speziellen Gefahrenstellen gearbeitet werden muss.

Motorgrader

  • Ein Standard-Deichselkreis-Formbrett, welches mit austauschbaren Verschleißstreifen eine lange Lebensdauer bietet und die Integrität des Systems gewährleistet.
  • Eine Umkehrlüfteroption, um Materialansammlungen durch das Einlasssieb der hinteren Tür zu verhindern und die Reinigungswartung für das Kühlsystem des Motorgraders zu reduzieren.
  • Ölbad-Mehrscheiben-Betriebsbremsen, die hydraulisch betätigt werden, um ein reibungsloses, vorhersehbares Bremsen und niedrigere Betriebskosten zu gewährleisten.
  • Eine Vielzahl von Cat-Anbaugeräten – einschließlich Vertikutierern, Aufreißern und Frontblättern – erhöhen die Vielseitigkeit der Maschine, wobei jedes Anbaugerät speziell auf Leistung, Sicherheit und Stabilität ausgelegt ist.
  • Die Rutschkupplungsoption mit Kreisantrieb, die den Ritzelantrieb und die Kreiszähne vor möglichen Beschädigungen schützt.
  • Die optionale Kabine mit niedrigem Profil. Sie bietet mehr Overhead für Transport- oder Baustellenanforderungen.
  • Die Option "Circle Saver", die den täglichen Schmierbedarf reduziert, den Kreis und das Ritzel schützt und das Schadenspotential erheblich verringert.
  • Die optionale Schutzvorrichtung, die den 140 GC bei anspruchsvollen Anwendungen vor Beschädigungen schützt.
  • Und ein optionales Sekundärlenksystem, welches automatisch aktiviert wird, wenn der Druck der Hauptpumpe abfällt.

Nach Villard übernahm Yaroslav Chechik das Wort. Der Product Specialist für den Bereich Motorgrader stellte den neuen Cat 140GC im Detail vor. Auch bei dieser Maschine lag bei Caterpillar zum einen der Fokus darauf, die Leistungsdaten der Maschine zu steigern und zeitgleich die Betriebskosten zu senken. Bei dem 19 Tonnen schweren Motorgrader sorgt ein Cat-C7.1-Motor mit automatischem Kraftschaltgetriebe (6F/3R) und passendem Hydrauliksystem für eine ausgewogene Leistung. Insbesondere der Eco-Mode sowie die verbauten Bedarfslüfter senkten den Kraftstoffverbrach, teilte Chechik mit. Zeitgleich könnten so die Wartungsintervalle verlängert und somit Betriebskosten weiter gesenkt werden. Ein standardmäßig verbautes No-Spin-Differential wird ohne Bedienereingabe aktiviert, um die Traktion bei schlechten Bodenverhältnissen zu erhöhen und die Antriebskomponenten vor Beschädigung zu schützen. Sollten die Bodenverhältnisse nicht länger erfordern, die Funktion zu nutzen, stellt die Maschine das No-Spin-Differential automatisch ab. Ebenso wie beim D7-Dozer sind für den Motorgrader eine Vielzahl an Technologien erhältlich, um die Arbeit des Bedieners zu vereinfachen. Auch bei dieser Maschine legte Caterpillar den Fokus darauf, dem Bediener noch eine bessere Sicht aus der Kabine zu ermöglichen. Zu den Premium-Features gehören unter anderem:

Abschließend für den Bereich Erdbewegung und Bodenbearbeitung ging Alexis Baudelot, Demonstrator and Instructor bei Caterpillar, auf das neue mastlose Cat Grade 3D für Motorgrader ein. Die Technologie ist für Motorgrader der Typen 140, 150 und 160 erhältlich. "Die mastlose Version bietet alle Funktionen, die die Version mit Masten besitzt", erklärte Baudelot. Der Vorteil der mastlosen Variante sei, dass nun das Schild besser genutzt werden könne, es aber auch zu weniger Beschädigungen und Diebstählen komme (die Masten des Systems messen rund 1,8 Meter).

Einzeltrommel-Walzen

Für den Bereich Straßenbau waren bei der Präsentation Drita Chaix, Paving Industry Territory Manager bei Caterpillar und Nathan Just, Paving Marketing Manager bei Caterpillar zuständig und gaben mit den neuen Einzeltrommelwalzen der GC-Serie (CS10-GC, CS11-GC/CP11-CG und CS12-GC/CP12-GC) sowie Doppeltrommel-Kompaktwalzen (CB2.5 GC, CB2.7 GC und CC2.7 GC) und Bodenstabilisierern (RM400) einen Einblick in das Segment Bodenverdichtung, stellten aber auch neue Kaltfräsenmodelle (PM620, PM622, PM820, PM822 und PM825) vor.

Bei dem 19 Tonnen schweren Motorgrader sorgt ein Cat-C7.1-Motor mit automatischem Kraftschaltgetriebe (6F/3R) und passendem Hydrauliksystem für eine ausgewogene Leistung.

Für einen kleinen Maschinenoverview der Einzeltrommel-Vibrationsverdichter und speziell die Einzeltrommelwalze CS11-GC wurde direkt in die USA geschaltet. Dort informierte ein Caterpillar-Experte aus Minneapolis bei einem Maschinenrundgang über die Veränderungen innerhalb der neuen Serie von Einzeltrommelwalzen. Dabei wurde zunächst hervorgehoben, dass die Vibrations-Bodenverdichter-Linie um eine Trommel mit 2134 Millimetern erweitert wird. Diese verspricht Caterpillar zufolge eine einfache Bedienung, hohe Zuverlässigkeit und niedrige Kosten pro Stunde. Grundsätzlich biete die neue Serie ein höheres Gewicht an der Trommel als die B-Serie, erklärte der amerikanische Caterpillar-Fachmann. Dadurch könne eine noch höhere statische lineare Belastung erreicht werden.

Die neuen Modelle haben alle eine Gesamthöhe von 3 Metern sind als Zehn-, Elf- und Zwölf-Tonnen-Maschinen erhältlich. Außerdem kann zwischen glatten (CS) und Padfoot (CP)-Trommelmodellen gewählt werden. Letztere eignen sich insbesondere für die Verdichtung von körnigen zusammenhängenden Böden. Zusätzliche XT-Gewichtskits und Padfoot-Shell-Kits für CS-Modelle mit glatter Trommel erhöhen laut Caterpillar die Flexibilität der Maschine weiter. Diese Gewichtssätze für die Modelle CS10-GC und CS11-GC ersetzen den vorderen Stoßfänger und fügen Gewichte unter dem Jochrohr des CS11-GC hinzu. So erreicht die Maschine die nächsthöhere Gewichtsklasse. Das gleiche Shell-Kit-Design der B-Serie wandelt glatte Trommelverdichter der GC-Serie in eine Trommelwalze um. Damit können dann zusammenhängende und körnige Böden bearbeitet werden.

Angetrieben werden die neuen Walzen der GC-Serie mit einem Cat-C3.6-Dieselmotor mit 120,7 PS (90 Kilowatt), welcher die Abgasstufe V erfüllt. Im Standard-Eco-Modus wird die Drehzahl des Motors auf 2000 Umdrehungen pro Minute reduziert. Mit diesem Kniff kann laut Caterpillar 10 Prozent Kraftstoff eingespart werden. Doch nicht nur auf eine Reduzierung des Kraftstoffs hat Caterpillar bei der Weiterentwicklung der Walzen Wert gelegt. Auch Öl- und Filterwechselintervalle konnten gesenkt werden. Dazu trage das Vibrationssystem im Pod-Stil bei, welches in allen GC-Bodenverdichtern verbaut ist, so der Baumaschinenhersteller. Wartungen müssten so erst nach drei Jahren beziehungsweise 3000 Maschinenstunden vorgenommen werden. Motoröl und Filter müssten alle 500 Stunden gewechselt werden. Wie bei allen anderen bislang erwähnten Maschinen hat Caterpillar auch bei den Einzeltrommelwalzen für eine Verbesserung des Komforts und der Sicherheit für den Bediener gesorgt. Mehr Glas und zusätzliche Kameras versprechen mehr Sichtbarkeit. Zudem sei die Steuerung dahingehend optimiert worden, dass auch unerfahrene Maschinenführer schnell die Bedienung erlernen könnten.

Kompakt-Doppeltrommelwalzen

Der Präsentation der Einzeltrommelwalzen schloss sich direkt die Vorstellung der neuen Kompaktwalzen der 2- bis 3-Tonnen-Klasse an. Die drei Modelle Cat CB2.5 GC, Cat CB2.7 GC und CC2.7 GC ersetzen ihre Vorgänger und werden alle von einem Cat-C1.7-T-Motor (18,4 Kilowatt) angetrieben, der Stage V erfüllt. Die neuen Maschinen versprechen eine höhere Produktivität, mehr Effizienz sowie eine einfach Bedienung und Wartung. Aufgrund ihrer Größe eignen sich die Walzen für Boden- und Asphaltanwendungen auf wenig Raum. So bieten sie Verdichtungsbreiten von 1000 bis 1300 Millimetern und verfügen über große Trommeldurchmesser von 720 Millimetern für eine glatte Oberfläche. 14-Millimeter-Trommelschalen sorgten dabei aufgrund des erhöhten Gewichts für noch mehr Kraft. Der 50-Millimeter-Trommelversatz verbessere darüber hinaus die Verdichtungseffizienz beim walzen nahe Bordsteinen, teilte Caterpillar mit. Da das Rahmendesign verschmälert wurde biete sich dem Bediener nun eine noch bessere Sicht auf die Arbeitsfläche und die Trommelkante. Laut Caterpillar sind die Kompaktmaschinen aufgrund niedriger Betriebskosten, vereinfachter Wartung und langfristiger Haltbarkeit primär für den Mietmarkt gedacht.

Die Verdichtungsarbeit zusätzlich versbessern kann das Fahrerassistenzsystem "Cat Command for Compaction". Die Einrichtung der Software auf der Maschine werde durch das Touch-Display vereinfacht, erklärte Caterpillar bei der Präsentation. In dem Programm kann der Fahrer mit der Maschinen die Grenzen für den zu verdichtenden Bereich kennzeichnen und trägt die Parameter für die Verdichtung ein. Sobald "Auto-Mode" aktiviert wird, steuert das System den Antrieb, die Lenkung und die Vibration der Maschine. Ein integriertes Objekterkennungssystem warnt den Fahrer darüber hinaus vor Objekten auf seinem Weg.

Bodenstabilisierer

Zu guter Letzt wurde der neue Bodenstabilisierer RM400, der den RM300 ersetzen wird, vorgestellt. Laut Caterpillar konnte nicht nur eine bessere Manövrierbarkeit, sondern auch eine Leistungssteigerung von 19 Prozent erzielt werden. Der RM400 misst 9,56 Meter bei einem Einsatzgewicht von 23 500 Kilogramm und erreicht eine Schnittbreite von 2,4 Metern. Verbaut wurde ein Stage-V-konformer Cat-Motor C9.3 mit 417 PS (311 Kilowatt). Ein Allradantrieb nutzt vier unabhängige Fahrpumpen für maximales Drehmoment. Drei verschiedene Rotordrehzahlen tragen dazu bei, die gewünschte Kornabstufung zu erreichen. Ein elektronisches Steuergerät sorgt dafür, dass Rotortiefe und Geschwindigkeit eingehalten werden, um eine optimale Mischleistung zu erreichen. Dabei wird zwischen diesen Rotoroptionen unterschieden:

  • Universalrotor: für die vollständige Rückgewinnung und Bodenstabilisierung
  • Bodenrotor: Für Misch- und Stabilisierungsanwendungen gedacht, mischt Additive mit halbbindigen oder körnigen Materialien.
  • Kombinationsrotor: Bodenstabilisierung in bindigen Materialien und die leichte Asphaltrückgewinnung.

Für eine bessere Sicht auf die Reifenkanten und Fräspfade kann die Kabine nun vollständig von links nach rechts bewegt werden. Zusätzlich sorgen Kameras für gute Sicht. Laut Drita Chaix und Nathan Just seien alle vorgestellten Maschinen bereits bei europäischen Kunden langfristig getestet worden. Die Rückmeldungen seien durchweg positiv gewesen.

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