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Rundungen als Stilelemente

Technologiecampus entsteht

Drei Paschal-Systeme im Einsatz: Paschal Deck für die Decke über dem Sockelgeschoss, kombiniert mit der neuen Absturzsicherung, die Stützen-Schalung Grip und dahinter die Logo.3 zum Schalen eines kurzen Wandabschnittes.

Karlsruhe (ABZ). – Demnächst wird im Technologiepark Karlsruhe der Linder Technologie Campus (LTC), ein Unternehmenscampus für Entwicklung und Produktion, fertiggestellt. Die Architekten von essari + lequime gmbh haben dafür fünf "Häuser" mit vielen Rundungen entworfen. Organisch geformte Konstruktionen und Räume sollen für rund 250 Beschäftigte eine positive Arbeitsatmosphäre schaffen. Erdbau und Rohbauarbeiten wurden von der Bauunternehmung Peter Gross Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG verantwortet. Auf einer Fläche von mehr als 11 000 m² und rund 15 000 m² Bruttogrundrissfläche entstand eine Stahlbaukonstruktion mit einem Bruttorauminhalt von in etwa 52 000 m³. Nicht tragende Gebäudeteile wurden flexibel gestaltet, um den Campus den Bedürfnissen der Mieter anpassen zu können. Alle fünf Einzelhäuser stehen auf dem gemeinsamen Sockelgeschoss, das als Parkebene dient und in dem die Medienver- und -entsorgung untergebracht werden. Gemeinschaftliche Einrichtungen wie Empfang, Kantine, Kindertagesstätte, Café und Großraumbereiche für Konferenzen, Meetings und Sport sind zentral in den Häusern A und D eingeplant.

Ab dem Sockelgeschoss sind die aufgehenden Baukörper im Wesentlichen dreigeschossig mit darüber liegendem Staffelgeschoss geplant, was die Baumasse auflockert. Die Freifläche im ersten Obergeschoss ist durch runde und geschwungene Öffnungen unterbrochen. Um die vorgegebene Architektur, außen wie innen, maß- und formengenau umzusetzen, setzt die Bauunternehmung auf Schal- und Rüstsysteme von Paschal. Alle Betonkonstruktionen wurden damit geformt. Es kamen Logo.3, Raster, Grip, TTR und Paschal Deck zum Einsatz. Zu den gerundeten und winkligen Raum- und Gebäudeformen hatte die Bau-unternehmung noch die Besonderheit zu meistern, dass gleichzeitig an den fünf "Häusern" parallel gebaut wurde.

Da der Rohbau zu 98 % eine Stahlbetonkonstruktion ist, kam der Zusammenarbeit mit Paschal eine besondere Bedeutung zu. Die Betondecken einschließlich Tiefgaragenrampe addieren sich auf 14 900 m². Die 45 cm dicke Stahlbetondecke über dem Untergeschoss wird durch die Betonkernaktivierung als Energiespeicher genutzt. Die sonstigen Stahlbetondecken sind dafür vorgesehen, dass einbetonierte Rohrsysteme die Räume klimatisieren (Heizen wie Kühlen). Die Stahlbetongeschossdecken in den Häusern A bis F werden mit Paschal Deck ausgeführt. Die Dachdecken der Obergeschosse werden ebenfalls in Stahlbeton als Warmdach ausgeführt und nach der Abdichtung begrünt.

Die Stahlbetonwandflächen sind mit 19000 m² angegeben. Dazu kommen noch die Stahlbetonstützen und zahlreiche Brüstungskonstruktionen aus Beton. Die Aufzugsschächte wurden mit zwei Schalsätzen Logo.3 als Schachtschalungen mit Ausschalinnenecken einfach und schnell geschalt. Alle vertikalen Stahlbetonkonstruktionen wurden mit rund 700m² Logo.3, in etwa 100 m² TTR, drei Schalsätzen Grip-Stützenschalung ausgeführt. 150 m² Raster-Schalung genügten, um Streifen und Einzelfundamente herzustellen. Für die Stahlbetondecken werden rund 6400 m² Paschal Deck (H-20-Träger und Baustützen) eingesetzt. Die geplanten Rundungen addierten sich auf mehr als 55 unterschiedliche Radien. Die TTR wurde beim Schalen der gerundeten Wände und der gerundeten Deckenränder eingesetzt.

Für die sehr kleinen Radien und Einlagen für runde Deckenöffnungen und Wandabschnitte haben die Schalungsexperten von Paschal Sonderschalungen konstruiert, Diese harmonierten sowohl mit der TTR wie auch der Logo.3, was für saubere Übergänge sorgte. Zwar waren keine Sichtbetonanforderungen bei Wänden und Pfeilern gefordert. Dennoch haben die bereits ausgeschalten Betonkonstruktionen ein symmetrisch angeordnetes Rahmenbild durch die Logo.3. Die Baustelle wurde fast vollständig systemisch geschalt. Möglich sei dies, weil die Paschal-Systeme untereinander kompatibel seien und die Elementsortierung kleingliedrig sei, so der Hersteller. Basis dafür sei zudem die exakte Schalungsplanung der Schalungsexperten von Paschal. Durch sie müssen bauseits keine Ergänzungen erstellt und eingebaut werden. Mit einem optischen Messgerät wurden die Entwurfs- und Schalplanungsdaten auf die Baustelle übertragen und nach dem Einschalen kontrolliert. Je kleiner der Radius, desto mehr Fixpunkte für die Rundschalung wurden übernommen und markiert. Gleiches gilt für die Winkelkonstruktionen bei den Wänden. Durch die gute Elementierung der Paschal-Schalsysteme lassen sich die gewünschten Geometrien nach Angaben von Paschal ohne bauseitige Holzausgleiche exakt einschalen und betonieren.

An den Deckenrändern sicherte das neue Seitenschutzsystem Secuset von Paschal gegen Absturz. Auch das neue Seitenschutzsystem beinhaltet umfassende Systembauteile. So kann es auf unterschiedliche Geometrien, Bauformen und Sicherheitsvorgaben angepasst werden. Die Bauunternehmung Peter Gross Hoch- und Tiefbau GmbH & Co. KG bezeichnete die Zusammenarbeit mit Paschal als sehr partnerschaftlich und gewinnbringend für alle Beteiligten – den Bauherrn, die Baustellenmannschaften und für die Bauunternehmung. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Paschal betreuen die Baustelle mit den logistischen Besonderheiten vorbildlich", loben die Bauleiter Dimitro Huppert und Junior Talla Todem die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Das Material und die Schalpläne von Paschal seien immer zur Stelle, wenn sie benötigt würden. So ließen sich die zahlreichen parallellaufenden Arbeiten – Einschalen, Betonieren, Ausschalen – an fünf verschiedenen Bauabschnitten gut aufeinander abstimmen. "Auf diese Art und Weise kommen wir mit überschaubaren Mengen an Schal- und Rüstmaterial aus", so die beiden jungen Bauingenieure der Bauunternehmung Peter Gross Hoch- und Tiefbau. Dies mache die Baustelle übersichtlich und senke die Baukosten für den Bauherrn.

Die Baustellenmannschaften wie auch die Bauunternehmung Peter Gross Hoch- und Tiefbau arbeiten erstmals direkt mit Paschal zusammen. Alle seien auf Anhieb mit den Paschal-Systemen bestens klargekommen, so Paschal. Das liege daran, dass diese einfach zu handhaben seien. Die Bauleiter und Poliere waren nach Angaben von Paschal immer wieder davon überrascht, wie vielseitig die Schalungssysteme von Paschal sind und wie exakt der Entwurf und die Planungsvorgaben der Tragwerksplaner im System umgesetzt werden kann.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 03/2020.

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