RWE setzt auf natürliche Ressourcen

Rein mineralische Schüttung für Abdichtung verwendet

Mühlheim-Kärlich (ABZ). – In regelmäßigen Abständen müssen die Kaplanturbinen, die in den Moselkraftwerken von RWE kontinuierlich elektrische Energie erzeugen, gewartet werden. Hierzu, erklärt das Unternehmen Bisotherm, muss die Turbinenkammer trockengelegt werden.
Bisotherm Baustoffe
Konfektioniert wurde die ausgewählte mineralische Schüttung in Bigbags, um sie an den Moselkraftwerken besser handhaben zu können. Foto:Bisotherm/Thomas Eßer

Um dies zu ermöglichen, werden die etwa 10 x 10 m großen Öffnungen im Oberwasser mit waagerechten Dammbalken und im Unterwasser mit sogenannten stählernen Nadeln abgeschottet. Über die gesamte Öffnung werden Dammbalken beziehungsweise Nadeln mit einem Kran senkrecht herabgelassen.

Taucher im Einsatz

Ein Taucher sorgt dafür, dass die Stahlprofile am Fußpunkt sauber in einem U-Profil sitzen und knirsch aneinander anliegen. Sind alle Dammbalken beziehungsweise Nadeln abgelassen, wird der Turbineninnenraum leergepumpt. Dadurch entsteht ein höherer Druck auf die Stahlprofile.

Da die Stahlprofile nicht zu 100 % abdichten, wird nun die rein mineralische Schüttung von Bisotherm mit einer bestimmten Sieblinie portionsweise vor die Stahlprofile ins Ober- und Unterwasser eingestreut und gegen die Profile gedrückt, erläutert der Hersteller das Verfahren weiter. Aufgrund der getesteten Zusammensetzung schwebe die mineralische Schüttung beim Absinken gegen die Stahlprofile, setze sich in die verbliebenen Öffnungen und dichte so zusätzlich ab.

Bis vor kurzem wurde als Abdichtung Flug- und Kesselasche verwendet. RWE Generation SE war nach eigener Aussage auf der Suche nach einer umweltfreundlicheren Alternative und wurde bei Bisotherm fündig. Der zuständige Bisotherm Außendienst-Mitarbeiter Thomas Eßer habe sich den Vorstellungen und Wünschen der RWE Generation SE angenommen.

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Das Längenprofil der Wasserkraftwerke an der Mosel. Abb.: RWE

Einsatz verlief reibungslos

Daraufhin seien im Versuchsbecken in Bernkastel einige Tests mit unterschiedlichen Mineralschüttungen und Sieblinien vorgenommen worden. Bedingt durch die vom Hersteller hervorgehobenen positiven Eigenschaften der Bisorock-Produkte sei schnell das passende Material und die dazugehörige Sieblinie gefunden worden. Auch der erste "Feldeinsatz" am Moselkraftwerk in Wintrich verlief hinsichtlich des Absinkverhaltens wie auch der homogenen Dichtigkeit reibungslos und zur vollen Zufriedenheit der gesamten RWE Generation SE-Mannschaft inklusive Taucher, teilt der Energieversorger mit.

In jedem Moselkraftwerk sind vier laut RWE Kaplanturbinen installiert, diese liefern zwischen 14 bis 24 MW elektrische Energie. Damit dies permanent funktioniert, wartet RWE pro Jahr an der Mosel zwischen fünf und sieben Turbinenanlagen, die dazu jeweils trockengelegt werden müssen.

Die "Trockenzeit" erstreckt sich laut Energieversorger von einem bis zu vier Monaten, je nachdem welche Arbeiten an der Turbine auszuführen sind. So lange müsse auch "gedichtet" werden. Nach Abschluss der Revisionsarbeiten werden die Stahlprofile wieder mit dem Kran angehoben und ausgebaut. Die rein mineralische Schüttung schwimmt mit dem Flusswasser bedenkenlos ab.

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