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S-Bahnbrücke saniert

Hydraulikstützen sparten Zeit

Die Steifen können schnell installiert werden. "Einsetzen, hydraulisch verspannen und fertig", verspricht Hersteller Groundforce.

Hamburg (ABZ). – Bei der Erneuerung einer S-Bahnbrücke in Hamburg wurden Groundforce-Komponenten eingesetzt. Die vier Steifen vom Typ MP150 HD mit einer Einbaulänge zwischen 15,55 m und 16,7 m waren in eineinhalb Tagen montiert. Ein konventioneller Stahlbau hätte im Vergleich dazu gut eine Woche gedauert.

Seit Anfang des Jahres werden im Rahmen eines umfangreichen Sanierungsprogramms die Brücken Bille, Billhorner Deich und Bullerdeich auf der S-Bahnstrecke zwischen Berliner Tor und Rothenburgsort in Hamburg modernisiert und teilweise erneuert. Bei der Brücke am Bullerdeich, die seit 1903 in Betrieb ist, werden zunächst Großbohrpfähle hinter den vorhandenen Fundamenten eingesetzt. Diese dienen als neues Fundament für eine vorläufige Hilfsbrücke. Dadurch kann der Verkehr zunächst ungehindert weiterfließen, bis die Verantwortlichen die neue Brücke im Frühjahr 2022 einbauen.

Bei den vorbereitenden Arbeiten am Bullerdeich mussten die Arbeiter der Wittfeld GmbH die vorhandene Rückverankerung der Fundamente zunächst abtrennen. Um die Lasten sicher abzutragen, war eine massive Aussteifung der Brückenköpfe nötig. Wie Kai Büchner, Projektleiter Ingenieurbau bei Wittfeld erläutert, hätten bei einer konventionellen Aussteifung mit Stahlrohren zusätzlich noch acht Fundamente betoniert werden müssen, um die Rohre von unten zu stützen. "Bei den Arbeiten an der S-Bahnbrücke ist der Faktor Zeit die wichtigste Größe überhaupt. Da unsere Kollegen in Oberhausen vor Kurzem beim Emscher Projekt sehr gute Erfahrungen mit den Hydrauliksteifen von Groundforce gemacht hatten, war der Einsatz von hydraulischen Bauteilen aus meiner Sicht eine vielversprechende und unproblematische Lösung", so Büchner.

Die Montage der vier Steifen vom Typ MP150 HD mit einer Einbaulänge zwischen 15,55 m und 16,7 m sei dann innerhalb von eineinhalb Tagen erledigt gewesen. Ein konventioneller Stahlbau hätte im Vergleich dazu gut eine Woche gedauert.

Jan Borgmann vom Vertrieb bei Groundforce sieht neben den erheblich kürzeren Ein- und Ausbauzeiten noch zusätzliche Vorteile des Groundforce-Hydrauliksystems: "Gerade beim Brückenbau, der bei unserer dichten Infrastruktur fast ausschließlich unter Zeitdruck und erheblichen Auflagen durch Behörden und Auftraggeber erfolgt, hat das Thema Sicherheit einen besonderen Stellenwert", erklärt er. "Mit dem Einbau unserer Lastmessbolzen konnten wir für das Projekt Bullerdeich eine kontinuierliche Lastüberwachung in Echtzeit anbieten." Wenn der Kunde es wünsche, biete eine zusätzliche mechanische Verriegelung der Steifen einen noch höheren Grad der Absicherung.

2018 hat ein Bericht mit dem Titel "Das sind Deutschlands kaputte Brücken" verdeutlicht, wie groß der Sanierungsbedarf bei deutschen Brückenbauwerken ausfällt. Demnach war schon zu diesem Zeitpunkt jede achte Straßenbrücke in Deutschland sanierungsbedürftig. Nach Angaben der Bundesregierung könne zurzeit davon ausgegangen werden, dass von rund 39 700 Straßenbrücken in Deutschland mindestens 2506 Bauwerke dringend sanierungsbedürftig sind, so Groundforce. Der Finanzbedarf für die Erneuerungsarbeiten werde bis 2030 auf rund 9,3 Milliarden Euro geschätzt. Ähnlich dramatisch sei die Situation im Bahnverkehr. Einer weiteren Einschätzung zufolge sei fast jede zweite der 25 710 Eisenbahnbrücken stark veraltet und müsse dringend modernisiert werden.

Groundforce-General-Manager Nedim Cetin sieht mit dem Projekt Bullerdeich einen weiteren Schritt in ein neues Marktsegment, das neben gewaltigen Aufgaben auch großes Potential für die Bauindustrie bereithält. "Mit unseren hydraulischen Aussteifungen und Gurtungen und dem Know-how aus zahlreichen kleinen und großen Projekten können wir im Hinblick auf zeitliche Abläufe und technische Sicherheit Lösungen anbieten, die gerade auch im Brückenbau erhebliche Vorteile im Vergleich zu konventionellen Vorgehensweisen bieten", verspricht Cetin.

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