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Samt Brücke

Autobahn 8 vierspurig ausgebaut

Baustellen, Straßenbau und Verkehrswesen, Brückenbau

Filigranes Bauwerk: Die neue Brücke "Rotes Steigle" war ein technisch und logistisch anspruchsvolles Bauprojekt.

Stuttgart (ABZ). – Es war eines der wichtigsten Verkehrsbauprojekte im Großraum Stuttgart: Im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart hat Wolff & Müller in knapp zwei Jahren einen zusätzlichen Verflechtungsstreifen zwischen dem Autobahnkreuz Stuttgart und der Anschlussstelle Leonberg/Ost in Richtung Leonberg gebaut.

Die neue Strecke wurde im Dezember 2017 für den Verkehr freigegeben. Rd. 150 000 Fahrzeuge rollen täglich auf diesem Teil der A 8. Der Verkehr kann nun deutlich besser fließen. Zwei Niederlassungen von Wolff & Müller waren an dem Bauvorhaben beteiligt: die Niederlassung Künzelsau des Bereichs Tief- und Straßenbau und die Niederlassung Brückenbau des Bereichs Ingenieurbau. Zwischen Anfang 2016 und Ende 2017 haben die Brückenbau-Profis drei Bauwerke neu erstellt und eine bestehende Brücke abgebrochen. Alle Einzelprojekte wurden neben bzw. über dem fließenden Verkehr ausgeführt. Lediglich für den Einhub der neuen Brücke "Rotes Steigle" und für die Sprengung der Vorgängerbrücke wurde die A 8 an insgesamt drei Wochenenden gesperrt. Zum Leistungsumfang gehörten auch die Verkehrssicherung inkl. Umleitungsstrecken und die komplette Ausstattung der Bauwerke mit Geländern, Schutzeinrichtungen und Böschungspflastern. Neubau "Rotes Steigle": Das "Rote Steigle" führt einen Forstweg über die Autobahn, wird aber auch von Fußgängern und Radfahrern intensiv genutzt. Weil die alte Brücke ein zu geringes Lichtraumprofil hatte, wurde sie durch einen markanten Neubau nur 20 m weiter ersetzt.

Für die Planung waren die Ingenieure von Schlaich, Bergermann und Partner zuständig. Wolff & Müller hat die 72 m lange Stahlbogenverbundbrücke am Parkplatz Sommerhofen vormontiert und dann in zwei Teilen auf selbstfahrenden Modulfahrzeugen (SPMT) an den Einbauort verfahren. Dort wurde die Brücke mit zwei Autokränen über die voll gesperrte Autobahn eingehoben. Nachdem die beiden Brückenteile verschweißt waren, wurde der Bogen vorgespannt und so im Scheitel um ca. 5 cm angehoben. Anschließend hat das Bauteam die Bogenkämpfer betoniert. Die Fahrbahnplatte wurde mit einem Schalwagen in fünf Bauabschnitten über dem rollenden Verkehr hergestellt.

Neubau Behelfsbrücke: Die Behelfsbrücke war nötig, um den Verkehr auf der A 8 während der Bauarbeiten des Rahmenbauwerks Magstädter Straße auf mindestens sieben Spuren aufrecht zu erhalten. Die aus drei Teilen bestehende Behelfsbrücke mit einer Spannweite von rd. 24 m wurde mit dem sogenannten Retro-Bridge-System erstellt und nachts eingehoben.

Abbruch altes "Rotes Steigle": Die alte Brücke aus dem Jahr 1936 wurde mit rd. 60 kg Sprengstoff gesprengt. Zuvor musste zum Schutz der Autobahn ein sogenanntes Fallbett aus Schotter hergestellt werden, das nach der Sprengung wieder zurückgebaut wurde. Das neue "Rote Steigle" in geringer Entfernung wurde mit einem Vlies vor einer Beschädigung geschützt. 5000 t Schotter und Brückenreste mussten nach der Sprengung abtransportiert werden. Die Autobahn war von Freitag 22.00 Uhr bis Sonntag 7.00 Uhr gesperrt und konnte noch vor Ablauf der Frist freigegeben werden.

Rahmenbauwerk Magstadter Straße: Dieses Bauwerk führt die Autobahn A 8 über die Landstraße L 1189 (Magstadter Straße). Es wurde in nur acht Monaten errichtet. Das Bauteam hat z. T. im Dreischichtbetrieb gearbeitet. Weitere Herausforderungen waren die aufwändige Geometrie des Bauwerks und der Umstand, dass Widerlagerwände und Überbau in einen Guss zu betonieren waren – und das bei um 45° nach vorne geneigten Widerlagerwänden und Schalungshöhen bis zu 10 m. Das führte zu sehr hohen Anforderungen an die Schalung und das Traggerüst. Vor allem der zweite Teil des Bauwerks, der sich im Inselbereich zwischen dem ersten Teil und der Behelfsbrücke befand, konnte nur über die Autobahn angedient werden. So lag ein besonderes Augenmerk auf der Baustellenlogistik. Die Betonnagen dauerten bis zu 20 Std. Dabei wurden bis zu vier Poliere eingesetzt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 19/2018.

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