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Sanierung der Benediktinerabtei Seckau

Schaumglas schützt Sandsteingemäuer

Nach einer Auskleidung mit Geotextilvlies wurde Schaumglasschotter SG 600 zur Wärmedämmung gegen das Erdreich verteilt.

Seckau (ABZ). – Vor 800 Jahren verwendeten Baumeister v. a. Materialien, die vor Ort verfügbar waren. In Seckau in der Steiermark war dies der Sandstein. Entsprechend wurde die Stiftskirche aus Seckauer Sandstein erbaut. Zu den Eigenheiten von Sandstein zählt allerdings auch, dass er Feuchtigkeit aufsaugt, insbesondere vom Erdreich aufsteigende. Dies war mit der Grund für eine umfassende Innenrenovierung der von den Benediktinern geführten Basilika Mariä Himmelfahrt. Jetzt dämmt Glapor Schaumglasschotter den Kirchenboden gegen das Erdreich und schützt die Mauern.

Das Diözesan-Jubiläum 2018 war Anlass für eine Generalsanierung der 1164 geweihten romanischen Kirche. Die letzte derart umfassende Instandsetzung war im Jahr 1890 erfolgt. Besonders der Sandstein hatte im Laufe der Jahrhunderte durch aufsteigende Nässe gelitten. Neben der grundlegenden Reinigung und Entsalzung des Sandsteins, der gründlichen Reinigung der Gewölbe, der Holzdecken im Transept, der Ausstattung aus Stein, der Restaurierung des Habsburger Mausoleums, des gefassten Inventares und der Bilder sowie der defekten Glasfenster bestand eine wesentliche Aufgabe in der Sanierung des Kirchenbodens. Dieser bestand aus zementgebundenen Fliesen, die ohne Fugen direkt auf Erdreich verlegt waren. Durch die sperrende Wirkung dieses Plattenmateriales bildeten sich Aufwölbungen, welche an einigen Stellen aufgeborsten sind. Zunächst wurden die Bodenplatten des 64 m langen und 19 m breiten Kirchenschiffs entfernt und das in den verschiedenen Bau- bzw. Renovierungsphasen eingebrachte, mehr oder weniger kalkhaltige, Material ausgegraben.

Die unter archäologischer Betreuung erfolgten Arbeiten förderten viele aufschlussreiche Details zutage. Unter dem barocken Estrich kamen Schichtteile aus gotischer Zeit sowie eine Brandschicht – die Kirche war im 13. Jh. abgebrannt – zum Vorschein. Auch auf Fragmente des ursprünglichen ersten Estrichs aus romanischer Zeit stießen die Bauleute. Und auf Gräber: Adelige, Bischöfe und Prälaten sind bis 1780 im Kirchenboden bestattet worden.

Nach Entfernung des alten Kirchenbodens wurde als Grundlage für eine langlebige und ökologische Wärmedämmung gegen das Erdreich Glapor Schaumglasschotter SG 600 eingebaut. Die mit Geotextilvlies ausgekleidete Grube wurde mit 220 m³ des hoch druckfesten, aber leichten Dämmmaterials aufgeschüttet, dabei Höhendifferenzen der Sohle ausgeglichen. Der Schaumglasschotter wurde in Bigbags angeliefert und im Innenraum der Kirche verteilt. So wurden Räumarbeiten und Staub vermieden. Per Rüttelplatte wurde er verdichtet. Ein Vlies bildet den Abschluss nach oben. Darauf wurden in einem bewehrten Mörtelbett direkt die Bodenplatten aus Naturstein mit einer Stärke von durchschnittlich 9 cm verlegt.

"Schaumglasschotter wurde uns von der Bauabteilung der Diözese als die beste Lösung empfohlen", begründet der Wirtschaftsdirektor der Abtei Seckau Harald Berger die Entscheidung für dieses Baumaterial. "Gerade in historischen Gebäuden ist Schaumglasschotter ideal anwendbar und hilft durch seine kapillarbrechende Zellstruktur, die wertvolle Bausubstanz trocken zu erhalten", teilt das Unternehmen Glapor als Hersteller dazu mit. Anders als die früher verwendeten, meist kalkhaltigen, Baustoffe, nehme Schaumglasschotter aufgrund seiner geschlossenen Zellwände weder Wasser auf noch binde er dieses. Er leite es stattdessen durch seine Drainage-Eigenschaften ab. Es bilde sich kein Kondenswasser, das den Plattenbelag von unten her durchfeuchten könnte. Schaumglasschotter sei resistent gegen Schimmel und Fäulnis ebenso wie gegen Insekten und Nagetiere. Außerdem sei er maßhaltig, verrottungs- und alterungsbeständig, frostsicher und nicht brennbar. Glapor Schaumglasschotter werde vollständig aus Recyclingglas gewonnen. Zur Herstellung müssten keine neuen Rohstoffressourcen erschlossen oder ausgebeutet werden. Außerdem könne das rein mineralische Material bei einer eventuellen Umgestaltung erneut wiederverwendet werden. Ein erneutes Recycling sei beliebig oft möglich.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 27/2019.

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