Sanierung und Neubau gleichermaßen fördern

Eigenheim Dachbaustoffe
Helmuth JACOBI, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Ziegelindustrie, Bonn

Generell sind die nicht von der Politik beeinflussbaren Randbedingungen für den Wohnungsbau in Deutschland aber durchaus positiv. Nach wie vor befinden wir uns in einem historischen Zinstief und für viele Bauwillige dürfte die Aussicht auf ein Eigenheim unter den derzeitigen Bedingungen verlockend sein, um den ständig steigenden Mieten, insbesondere in den Ballungsgebieten, zu entfliehen. Hier sind auch die Kommunen gefordert, ausreichend Bauplätze auszuweisen, damit den potentiellen Bauherren geeignete Fläche zur Verfügung steht. Gerade in diesem Zusammenhang wäre es sehr sinnvoll, frühere Industriebrachen oder sonstige nicht mehr genutzte innerstädtische Bereiche leerzuräumen und für den Wohnungsbau zu aktivieren. So könnten auch die bestehenden Infrastruktureinrichtungen besser genutzt und einer Zersiedelung der Landschaft vorgebeugt werden. In die gleiche Richtung geht die Aufforderung, den innerstädtischen Ersatzneubau stärker zu fördern. Es ist nicht einsichtig, warum alte Wohnanlagen mit einem riesigen Aufwand generalsaniert werden, wenn mit etwas mehr Mitteln nach einem Abbruch ein Gebäude nach den neuesten Standards und mit einer viel längeren Lebensdauer erstellt werden kann. Beide Maßnahmen müssen unserer Ansicht nach gleich gefördert und mit den gleichen staatlichen Hilfen ausgestattet werden.Wir hoffen, dass auch die Sanierungstätigkeit, von der die Dachziegelhersteller profitieren, im Jahre 2014 leicht anziehen wird. Immer mehr stellt sich heraus, dass von den energetischen Sanierungsmaßnahmen, die wirtschaftlich sinnvoll sind, die Dämmung des Daches an oberster Stelle steht. Die Bundesregierung hat wenigstens auf diesem Politikfeld versprochen, die seitherigen Leistungen, z. B. durch die KfW-Förderung für die nächsten Jahre, zu garantieren und sogar noch leicht aufzustocken. Wir erwarten auch, dass aufgrund der zurückgehenden Menge von Fotovoltaik-Anlagen auf den Dächern mehr Verarbeiterkapazität für die Dachsanierung zur Verfügung steht. Wer sein Geld vor einer möglichen Eurokrise in Sicherheit bringen will, handelt sicherlich nicht falsch, wenn er die Visitenkarte des Hauses, das schöne mit Ziegeln belegte Dach, herausputzt.Ein leidiges Thema ist nach wie vor die zunehmende Belastung unserer Branche durch erhöhte Energiekosten, insbesondere beim Strom. Entgegen den Sonntagsreden unserer Politiker, die von einer Stärkung der Industrie in Deutschland sprechen, gehen die tatsächlichen Handlungen in die entgegengesetzte Richtung. Gerade die stark zunehmenden Kosten, die durch das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) verursacht werden, belasten nicht nur die Haushalte, sondern auch die industriellen Verbraucher. Wenn nun darüber diskutiert wird, der Ziegelindustrie wie anderen energieintensiven Branchen eine teilweise Befreiung von diesen Kosten zu nehmen, setzt man die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen aufs Spiel. Offensichtlich ist man wieder dabei, die Belastungsfähigkeit der Wirtschaft zu testen und lässt sich dabei von dem derzeitig guten Zustand der deutschen Industrie täuschen.Alles in allem hoffen wir aber, dass die positiven Tendenzen im nächsten Jahr überwiegen und wir für unsere Branche endlich am Jahresende ein positives Resümee ziehen können.

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