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Schienennetz

Kein Ende des Sanierungsstaus in Sicht

Berlin (dpa). - Die Deutsche Bahn hat auch in den nächsten Jahren mit einem gewaltigen Sanierungsstau im deutschen Schienennetz zu kämpfen. Bis 2024 ist kein großer Rückgang zu erwarten, wie aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Grünen-Bundestagsabgeordneten Sven-Christian Kindler hervorgeht. Demnach dürfte sich die Rückstauquote bei Brücken nicht ändern und bei Stellwerken und Bahnübergängen sogar leicht steigen. Ein leichter Rückgang des Sanierungsstaus sei dagegen bei Gleisen und Weichen zu erwarten.

Kindler warf der Bundesregierung vor, seit Jahren zu wenig gegen den Sanierungsstau in Höhe von 57 Milliarden Euro zu tun. „Das ist eine wichtige Ursache für Zugausfälle und Verspätungen, die die Kundinnen und Kunden der Bahn landauf landab täglich spüren“, teilte Kindler der Deutschen Presse-Agentur mit. „Marode Brücken werden zu Schleichstellen für die Züge der Bahn.“ Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) fahre die Infrastruktur bewusst auf Verschleiß. Es müsse mehr ins Netz investiert werden.

Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hatte angekündigt, bis 2030 das gesamte Netz zu sanieren und damit den Rückstau abzubauen. 86 Milliarden Euro stehen dafür bereit, davon 62 Milliarden Euro vom Bund. Das ist so viel wie nie zuvor.

Jedoch wurde in das insgesamt 33 000 Kilometer lange Streckennetz zu wenig investiert. Die Rückstauquote liegt bei 16 Prozent. Sie ergibt sich aus der durchschnittlichen Überschreitung der theoretischen Nutzungsdauer der Anlagen im Verhältnis zum Wiederbeschaffungswert. Deshalb spielt auch die Preisentwicklung eine Rolle. Wenn - wie etwa bei Brücken - die Baukosten stark steigen, kann der rechnerische Sanierungsstau auch dann stabil bleiben, wenn viele Brücken saniert werden.

Das Eisenbahn-Bundesamt warnte im Frühjahr: Nach aktuellen Prognosen bis 2029 könne ein weiterer Anstieg des Sanierungsstaus nur verhindert oder ein Rückgang erreicht werden, wenn die Baukosten nicht weiter steigen.

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