Schloss Quedlinburg

UNESCO-Weltkulturerbe wird saniert

Quedlinburg (ABZ). – Im Zuge der langfristigen Erhaltung des UNESCO–Weltkulturerbes Quedlinburg werden 2021 unter anderem der Westhang des Stiftsberges gesichert, neu gestaltet und das Schloss saniert. Der Stiftsberg gilt als einer der wichtigsten Orte mittelalterlicher Geschichte in Deutschland. In seiner 1000-jährigen Geschichte, begleitet von den Ottonen und Heinrichs I., entstanden einige sanierungswürdige Abschnitte.
Alfix Gerüstbau
Ansicht Westhang des Schlosses am Stiftsberg in Quedlinburg. Fotos: Alfix

So wurde durch die technische Abteilung der Alfix GmbH, mit Sitz im sächsischen Großschirma, in Zusammenarbeit mit dem Gerüstbauer Gerüstbauunion GmbH und dem Planer ein Sanierungskonzept und eine optionale Aufbauvariante erstellt.

Seit Mitte des Jahres ist das Schloss am Westhang nun mit den bewährten und bauaufsichtlich zugelassenen Fassadengerüstsystemen Alfix 70 sowie Alfix 100S in Kombination mit dem Alfix Modul Multi Gerüst komplett eingerüstet, um für Besucher bald wieder in neuem Glanz zu erstrahlen und langfristig erhalten werden zu können.

Die Alfix-Fassadengerüstsysteme bestehen aus vorgefertigten Bauteilen und werden als Arbeitsgerüste sowie als Fang- und Dachfanggerüste verwendet. Um bei anspruchsvollen Bauvorhaben, wie dem Schloss Quedlinburg maximale Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an komplizierte Grundrisse zu erhalten, wurde ergänzend mit dem Alfix Modul Multi System gearbeitet.

Im Zuge dieser Gerüstplanung stand die Aufstandsfläche beziehungsweise die Befestigung der Gerüstkonstruktion besonders im Mittelpunkt. Da sich die Schlossmauern direkt am Hang aus den Felsen erheben, sind nahezu keine Aufstandsflächen vorhanden.

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Alfix Gerüstbau
Rechtwinklig zur Fassade ist über dem Baugrund die Gitterträgerkonstruktion angeordnet.

So mussten teilweise komplette Gerüst-abschnitte an der Fassade im Naturstein oder im Mauerwerk mit Wandbefestigungen in Form einer Wandkonsole und einer Vielzahl von längs- und querverlaufenden Gitterträgern errichtet und abgehängt werden.

Mithilfe des Modul-Multi-Gerüstes konnten Traglasttürme auf tragfähigem Baugrund sowie auf Felsen positioniert werden, die dann als Auflager für Überbrückungen dienten. Die umfangreichen Gerüstbauarbeiten mussten äußerst umsichtig erfolgen, um das denkmalgeschützte Gebäude möglichst wenig in Mitleidenschaft zu ziehen.

So wurden die Gerüste unter anspruchsvollen Witterungsverhältnissen in drei Bauabschnitten errichtet. Dafür sind Gerüste in W09 für LC4 und W06 in LC3 berechnet und aufgestellt worden. Mit diesen Ausführungen ist während der Sanierung der Fassade auch ein Steinaustausch an den Gemäuern möglich, was den Steinmetzen ausreichend Bewegungsspielraum trotz der Fassadengerüste bietet.

Breiten bis W09 und die Lastklassen von LC4 mit zusätzlichen Konsolen 0,36 m beziehungsweise 0,73 m nach innen erforderten dabei eine Vielzahl von Längs- und Quergitterträgern am bis zu 22 m hohen Fassadengerüst. Dies war nötig, um über die schräg verlaufende Gründung vom Baugrund an die Fassade zu gelangen und die hohen vertikalen Lasten, welche sich aus Eigen- und Verkehrslasten zusammensetzen, aufnehmen zu können. Zur Lastableitung mussten eine Vielzahl von Ankerpunkten für die geplanten Anschlüsse eingeklebt werden.

Mithilfe von entsprechenden Auszugsversuchen und Belastungstests vor Ort konnten Werte für die Nachweisführung ermittelt werden, die zur Festlegung der Anzahl der Gitterträgerwandanschlüsse verwendet werden konnten.

Mehrfache Anwendung fand hier der Alfix-Gitterträger, der in Fassadengerüsten der Überbrückung von baulichen Notwendigkeiten dient. Die systemfreien Gitterträger aus Stahl, die rechtwinklig zur Fassade über dem Baugrund positioniert wurden, sind im Abstand von etwa 2,57 m beziehungsweise 3,07 m mit Gitterträgerwandanschlüssen an der Fassade befestigt.

Der Gitterträgerwandanschluss gehört zu den systemfreien Zubehörteilen, welches für eine Vielzahl ebensolcher Speziallösungen genutzt werden kann. Auf dieser Grundkonstruktion konnten anschließend parallel zur Fassade die systemfreien Gitterträger zur Aufnahme der Feldraster des Arbeitsgerüstes eingebaut werden.

Die Standzeit des Gerüsts wurde vorab mit etwa zwölf Monaten veranschlagt. Voraussichtlich erfolgt der Rückbau im November diesen Jahres.

Durch die enge Zusammenarbeit von Gerüsthersteller und Gerüstbauer konnte in der hauseigenen Konstruktionsabteilung erneut ein aufwendiges Projekt statisch erarbeitet, modellhaft simuliert und schlussendlich erfolgreich umgesetzt werden.

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