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Schwere Rezession befürchtet

Verbände fordern Wachstumsimpulse

Berlin (ABZ). – Die Rezession-Sorgen in Deutschland nehmen spürbar zu. Neuen Prognosen der Bundesregierung zufolge, könnte das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinken. Damit stünde das Land vor einem stärkeren Wirtschaftseinbruch als in der weltweiten Finanzkrise. Auch in der bislang weniger von der Corona-Krise betroffenen Bauwirtschaft trüben sich die Erwartungen ein. Branchenverbände fordern deshalb dringend Wachstumsimpulse von der Politik.

Daten des statistischen Bundesamtes zur Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe stimmten zunächst noch optimistisch. Demnach haben die Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten ihren Umsatz im Februar noch einmal um gut 10 Prozent steigern können. Kumulativ erreicht der Umsatz etwa 10,5 Milliarden Euro (+13 Prozent). Die Order legten im Februar im Vergleich zum Vorjahr allerdings kaum noch zu (+0,2 Prozent). "Noch unternimmt die Bauwirtschaft gegenwärtig große Anstrengungen, um den Baustellenbetrieb aufrecht zu erhalten", erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). Die gute Auftragslage zu Jahresbeginn dürfe jedoch nicht über die nun sichtbar werdenden Auswirkungen der Corona-Pandemie hinwegtäuschen. In einer verbandsinternen Befragung hatten 40 Prozent der Bauunternehmen angegeben, bereits von Auftragsstornierungen betroffen zu sein. 30 Prozent der Betriebe verzeichnen bereits einen Umsatzrückgang.

"Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um die Auftragslage halbwegs stabil zu halten", mahnt Pakleppa. Sinnvoll wäre aus Sicht des ZDB ein Konjunkturpaket für die Kommunen, die Fortsetzung der Sonderabschreibung im Mietwohnungsbau oder eine dauerhafte Erhöhung der linearen Abschreibung von 2 auf 4 Prozent. Darüber hinaus müsse das Baukindergeld fortgeführt werden.

Auch der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sieht die aktuellen Konjunkturindikatoren mit Sorge. HDB-Hauptgeschäftsführer Dieter Babiel: "Unsere Umsatzprognose für 2020 von Ende 2019 ist angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht mehr haltbar." Der HDB geht aktuell davon aus, dass die Branche im Gesamtjahr 2020 lediglich das nominale Umsatzniveau von 2019 erreichen werde. Dem Verband zufolge würden Bauunternehmen vermehrt über eine Behinderung ihrer Bautätigkeit berichten. Fast 60 Prozent der vom Verband befragten Mitglieder seien von Corona-bedingten Einschränkungen betroffen. Neben Baustellenschließungen, einem hohen Krankenstand, zunehmender Kosten aufgrund eines höheren Organisationsaufwandes sowie fehlender Materiallieferungen würden den Unternehmen auch ausbleibende Nachunternehmer aufgrund von Grenzschließungen zu schaffen machen. Jedes vierte Bauunternehmen berichte aktuell von Stornierungen, 45 Prozent von einer sinkenden Nachfrage beziehungsweise fehlender Ausschreibungen, vor allem im kommunalen Bereich.

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