Anzeige

Schwieriger EPS-Markt

Isobouw schließt Werksstandort in Hermeskeil

HERMESKEIL (ABZ). - Wie jetzt bekannt wurde, schließt die Isobouw GmbH ihren Werksstandort in Hermeskeil. "Mit der in den letzten Monaten erfolgten Reorganisation in den Bereichen Vertrieb, Marketing und Produktmanagement ist das Unternehmen bereits auf einem guten Weg seine Wettbewerbsfähigkeit weiter zu stärken", so der Vorsitzende der Isobouw-Geschäftsführung, Christoph Nielacny. Allerdings erzwinge die Marktentwicklung seit 2011 diesen Schritt, so Nielacny, der seit März bei dem Abstätter EPS-Hersteller verantwortlich ist.

Bekanntlich befinde sich der EPS-Markt in Deutschland in allen Segmenten in einer sehr schwierigen Verfassung, von der er sich nach Überzeugung von IsoBouw mittel- und langfristig nur langsam erholen werde. Eine besondere Rolle spiele dabei der Markt für Wärmedämmverbundsysteme (WDVS). So habe die anhaltende öffentliche Diskussion um Brandschutz bei WDVS im Allgemeinen und EPS-WDVS im Speziellen zu einer massiven Verunsicherung insbesondere bei der Zielgruppe der Renovierer und Sanierer im Ein- und Zweifamilienhaus geführt.

"Die öffentliche Wahrnehmung des 'Dämmens' an sich als probates Mittel zur Erreichung der klimapolitischen Ziele der Bundesregierung wird daraufhin immer mehr in Frage gestellt. Der Markt für WDVS ist in Quadratmetern seit 2011 vor diesem Szenario deutlich zweistellig gesunken." Da nütze es wenig, dass Isobouw mengenmäßig die Nr. 2 im deutschen EPS-Markt sei, so Nielacny, der seit Juni dem Vorstand des Industrieverbandes Hartschaum (IVH) Heidelberg angehört. In diesem Jahr hätten bereits drei Wettbewerber Werks-Schließungen vollzogen oder bekannt gegeben.

Verbunden mit der Werkstillegung in Hermeskeil sei ein vollständiger Personalabbau. Allen Mitarbeitern werde jedoch eine Weiterbeschäftigung in einem der anderen vier deutschen IsoBouw-Standorte angeboten. "Natürlich finden Verhandlungen zum Abschluss eines entsprechenden Interessenausgleiches nebst Sozialplan mit dem dortigen Betriebsrat statt", sagt Nielacny. Man sei sicher, alle Kunden in Deutschland auch weiterhin logistisch sinnvoll und optimal beliefern zu können, "da unsere anderen Standorte in Abstatt, Liesborn, Bad Waldsee und Micheln regional gut positioniert sind und in allen Produktsegmenten über ausreichende Produktionskapazitäten verfügen", so Nielacny.

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=188++351++323&no_cache=1

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 49/2015.

Anzeige

Weitere Artikel