Anzeige

Sensibles Sanierungskonzept

Altes Brückentor eingehaust

RJ Gerüstbau, Gerüstbau

Die Baustelle selbst verschwindet hinter den extra bedruckten Planen.

Heidelberg (ABZ). – Die Mannheimer Firma RJ Gerüstbau + Zugangstechnik GmbH erhielt im Sommer 2017 den Auftrag das alte Brückentor in Heidelberg für Sanierungsarbeiten einzurüsten. Das Brückentor ist ein beliebtes Fotomotiv und liegt an einer für den Touristenstrom sehr zentralen Lage. Das Brückentor war früher Teil der Heidelberger Stadtmauer. Auf dem zweiten Pfeiler von Neuenheim her erhob sich ein hoher Turm. In einer Nische dieses Turmes befand sich eine Spottfigur. Es war ein alter, steinerner Affe, der die ankommenden Fremden begrüßte. In einer Hand hielt er einen Spiegel, in dem er sich betrachtete. Im Sockel des Sinnbildes aber stand der weithin bekannte Spruch basiernd auf Martin Zellers Gedicht: "Was thustu mich hie angaffen? Hastu nicht gesehen den alten Affen zu Heydelberg/Sich dich hin und her/Da findestu wol meines gleichen mehr." Mit dem Griff an sein blankes Hinterteil zeigte er jedem Vorbeigehenden den "Kurpfälzischen Gruß". Sein Hinterteil war in Richtung Kurmainz gerichtet und somit galt dieser Gruß insbesondere den Mainzer Bischöfen. So machten die Heidelberger deutlich, dass ab diesem Punkt die Macht des Kurfürsten galt und nicht die der Mainzer Bischöfe. Mit dem Spiegel in der Hand, sollte er alle, die an ihm vorübergingen, zur kritischen Selbstreflexion auffordern. Bei der Zerstörung der Stadt im Jahre 1689 wurde auch der Affenturm zerstört. Damit ging dieses Wahrzeichen der Stadt verloren. Der heutige Brückenaffe wurde von Gernot Rumpf entworfen und 1979 an seinem neuen Platz aufgestellt.

Der Aufbau des Gerüstes am Brückentor sollte im Frühherbst des Jahres begonnen werden, damit vorbereitende Maßnahmen der Sanierung noch im Spätherbst durchgeführt werden konnten, und die vom Frost unabhängigen Arbeiten im Winter, also außerhalb der touristischen Hochsaison durchgeführt werden konnten.

Die geschätzte Sanierungszeit ist für etwa ein 3/4 Jahr geplant. Lärmschutz und Sichtschutz aber auch Sicherheit für die darunter befindlichen Touristen hatten oberste Priorität. Die Gerüsterstellung erfolgte mit Plettac Modulgerüsten, die Baustellenerschließung mit einem Geda Aufzug und einem Gerüsttreppenturm, die Absicherung der Baustelle erfolgte mit Bauzäunen, Holzverschalungen als auch dem Layher Protect System. Die Baustelle selbst verschwindet hinter den extra bedruckten Planen.

Eine weitere Besonderheit war, dass die Aufstellfläche Nord am tiefsten Punkt der Altstadt Heidelbergs steht, und somit bei Hochwasser auch als erstes überflutet wird. Für diesen Fall ist extra ein Notfallkonzept erarbeitet worden, das innerhalb von 6 Std. eine Sicherung der Baustelle zwingend vorschreibt.

https://jobs-in-gruen-und-bau.de/index.php?id=123&tx_patzerboerse_paboeplugin[unterthemen]=368&no_cache=1

Unbegrenzter Zugriff auf alle Online-Inhalte:

Lernen Sie ABZPLUS kennen

Als PLUS Abonnent genießen Sie unbegrenzten Zugriff auf das Online-Portal der Allgemeine Bauzeitung ABZ mit allen Artikeln der Print- und Onlineversion!

Optimiert für Desktop-PCs und als Mobilversion.

Jetzt mehr erfahren

ABZ ePaper
Anzeige

Weitere Artikel