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Sichere Fahrt gewährleisten

Für Lärm- und Windschutz gesorgt

An der Hochmoseltalbrücke ist ein beidseitiger Windschutz aus insgesamt 1700 Acrylglasscheiben auf 1,7 km Brückenlänge angebracht.

Zeltingen-Rachtig (ABZ). – Beim Bau der Hochmoselbrücke entschied sich das zuständige Brückenbauunternehmen aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung im Bereich Lärm- und Windschutz für eine Zusammenarbeit mit der R. Kohlhauer GmbH aus Gaggenau. Das Unternehmen versteht sich als weltweit tätiger Systemlieferant für Lärmschutz und Umweltmanagement. Beim Bau der beidseitigen Windschutzwand für die Brücke war die R. Kohlhauer GmbH vor allem in der technischen Beratung und bei den mechanischen/dynamischen Versuchen sowie als Lieferant der Acrylglasscheiben für die Windschutzwand tätig. Aufgrund der Höhe der Brücke von bis zu 158 m wurde sich im Vorfeld des Baus gemeinsam mit dem Brückenbauunternehmen dazu entschieden, die Brücke mit reflektierenden Acrylglasscheiben zum Windschutz ohne lärmschutztechnische Aspekte auszustatten. Grund hierfür war, dass sich der aufkommende Verkehrslärm auf der Brücke selbst reduziert bis er auf die im Tal liegenden Anwohner trifft. Die Entscheidung für die transparenten, leicht gebogenen Acrylglasscheiben wurde auch aus ästhetischen Gründen getroffen, da dadurch der bekannte Tunnelblick vermieden wird und sich die Windschutzwand so harmonischer an das bestehende Landschaftsbild anpassen kann.

Die Brücke wurde somit auf beiden Seiten und der gesamten Länge von 1,7 km mit einer Windschutzwand ausgestattet. Insgesamt wurden so etwa 1700 Scheiben aus Acrylglas verbaut, die den Verkehr vor den aufkommenden Windlasten schützen. Damit der Verkehr aber tatsächlich vor den möglichen aufkommenden Windlasten auf der Brücke geschützt wird, wurden gemeinsam mit dem Brückenbauunternehmen zahlreiche Tests und Prüfungen durchgeführt. Aufgrund dieser Ergebnisse konnte dann das optimale Material, die Art der Befestigung und die Scheibendicke der Acrylglasscheiben festgelegt werden. Als Halterung der Scheiben dient nun eine Stahlträgerkonstruktion, in welche die Scheiben mit 20 mm Dicke auf der Baustelle kalt eingebogen wurden. Auf der horizontalen Ebene wurden die Scheiben oben und unten in massive Edelstahlprofile eingepasst, die die Scheibe gegen die Windkräfte in Form halten sollen. Aufgrund der hohen Robustheit der Edelstahlprofile konnte die Scheibendicke von ursprünglich geplanten 25 mm auf 20 mm vermindert werden. In den Ecken sind die Edelstahlprofile mit Kunststoffkappen gelagert um Beschädigungen durch die Dauerschwingung der Scheiben, aufgrund des Verkehr und der Windlast, zu vermeiden. Für den passgenauen Einbau der Scheiben in die Stahlträgerkonstruktion wurden von der R. Kohlhauer GmbH zusätzlich spezielle EPDM-Gummiprofile in Auftrag gegeben, um die Widerstandsfähigkeit gegen die aufkommenden Kräfte nochmals erhöhen zu können.

Das Besondere an den gelieferten Scheiben sind die eingebetteten Polyamidfäden, die die gesetzlichen Anforderungen an die Splitterbindung gemäß ZTV-LSW 06 und EN 1794 erfüllen. Die in den Platten integrierten Fäden verhindern ein Herunterfallen von unzulässigen Bruchstücken bei Beschädigungen, wie zum Beispiel einem Verkehrsunfall. Zusätzlich werden die Acrylglasscheiben noch durch Edelstahlhalteseile abgesichert, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Des Weiteren dienen die Polyamidfäden auch dem Vogelschutz, da sie ein sichtbares Hindernis für die Vögel darstellen. Die hier eingesetzten Scheiben erfüllen durch die eingebetteten Fäden somit, neben den oben genannten Richtlinien, ebenfalls die Anforderungen gemäß EN 1793. Durch die Integrierung der Fäden in der Scheibenmitte des Acryls bleiben diese selbst beim Reinigen der Scheiben von Graffiti erhalten. Neben den schon genannten Vorteilen bestechen die eingesetzten Scheiben zusätzlich durch eine exzellente Witterungs- und Alterungsbeständigkeit. Die Langlebigkeit des eingesetzten Acryls wird durch die Ökobilanz des Materials nach DIN ISO 14040ff bestätigt, somit könnten die Scheiben sogar recycelt werden.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 43/2019.

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